Danny Kent - © Leopard Racing

© Leopard Racing – Danny Kent war auch am Sachsenring wieder einmal nicht zu schlagen

Gelungenes Heimspiel für das deutsche Leopard-Team der Kiefer-Brüder: Danny Kent, der bereits das gesamte Wochenende in der Moto3 dominiert hatt, holte sich erwartungsgemäß den Sieg am Sachsenring. Teamkollege Efren Vazquez machte den Triumph mit einem ungefährdeten zweiten Rang perfekt.

Den letzten Platz auf dem Podium sicherte sich in einem harten Kampf Enea Bastianini (alle Honda). Die Plätze drei und sieben trennten am Ende lediglich 0,234 Sekunden.

Das Rennen wurde bereits früh entschieden. Zwar verlor Kent seine Pole-Position beim Start zunächst an Karel Hanika (KTM), doch bereits nach wenigen Runden konnte der Brite dem Feld davonziehen. Folgen konnte lediglich Vazquez, der nach ein paar Minuten allerdings ebenfalls abreißen lassen musste. So fuhren die beiden Leopard-Piloten jeweils ihr eigenes Rennen, während dahinter um die verbleibenden Ränge gekämpft wurde.

„Ich hatte keinen guten Start, ich fiel bis auf Platz drei oder vier zurück“, berichtet Kent und ergänzt: „In den ersten Runden rutschte mein Hinterreifen etwas und ehrlich gesagt wurde es nach fünf Runden besser. Wir waren an diesem Wochenende schnell und in jeder Session vorne. Dadurch hatten wir ein gutes Selbstvertrauen. Ich wusste aus dem Training und dem Qualifying, dass wir eine gute Chance haben würden, davonzuziehen.“

Das gelang dem Briten schließlich auch. Kent holte damit nicht nur seinen fünften Saisonsieg, er trug sich gleichzeitig auch noch in die Geschichtsbücher ein: Zum einen war es der erste Sieg eines Honda-Piloten in der kleinsten Klasse auf dem Sachsenring seit 1999 (Marco Melandri), zum anderen war es sogar der erste Sachsenring-Sieg eines britischen Piloten in der kleinsten Klasse seit 1969 (Dave Simmonds).

Für Vazquez, der die Zielflagge 7,554 Sekunden nach seinem Teamkollegen sah, war es ein „wirklich hartes Rennen“: „Ich denke, dass er (Kent; Anm. d. Red.) an diesem Wochenende einen viel besseren Rhythmus als alle anderen hatte. Ich konzentriere mich darauf, ihm einfach drei oder vier Runden zu folgen, um einen kleinen Vorteil zu haben.“ Diesen Vorteil spielte der Spanier am Ende auch aus, im Ziel hatte er 2,049 Sekunden Luft nach hinten.

Pech für Romano Fenati (KTM): Der Italiener arbeitete sich nach einem schlechten Start bis an die Spitze der Verfolgergruppe nach vorne, verpasste das Podium als Vierter allerdings am Ende um 0,026 Sekunden. Dahinter landeten Niccolo Antonelli, Jorge Navarro (beide Honda) und Brad Binder (KTM). Die Top 10 komplettierten Alexis Masbou, Andrea Locatelli (beide Honda) und Niklas Ajo (KTM).

Auch Philipp Öttl hatte etwas Pech: Als Elfter verpasste der Deutsche die Top 10 lediglich um 0,219 Sekunden. Jonas Geitner (beide KTM), der mit einer Wildcard an den Start ging, kann das Rennen derweil durchaus als kleinen Erfolg verbuchen. Nachdem er am Wochenende zuvor mehrfach gestürzt war, sah er am Sonntag die Zielflagge als 27.

Ein gebrauchtes Wochenende erwischte dagegen Ana Carrasco (KTM). Die Spanierin war bereits im Qualifying in der letzten Kurve von ihrem Teamkollegen Ajo abgeräumt worden, im Rennen war es Maria Herrera (Husqvarna), die ihre Kontrahentin an exakt der gleichen Stelle von der Strecke fegte. Auch Fabio Quartararo (Honda) und der deutsche Wildcard-Starter Max Kappler (FTR-Honda) sahen die Zielflagge nach Stürzen nicht.

Juanfrag Guevara war derweil gar nicht erst an den Start gegangen. Der Spanier war am Samstag gleich mehrfach gestürzt und erhielt keine medizinische Freigabe für das Rennen. Pech für Mahindra: Auch Francesco Bagnaia sah die Zielflagge nicht. Ebenfalls nicht ins Ziel kam Hiroki Ono (Honda). Das war allerdings der einzige kleine schwarze Fleck an einem ansonsten perfekten Wochenende für das Leopard-Team.

Aufregung hatte es bereits vor dem Rennstart gegeben. Die Rennleitung bestrafte mit Bastianini, Locatelli, Navarro, Ajo, Isaac Vinales, Jakub Kornfeil, John McPhee, Ono, Carrasco, Herrera und Andrea Migno gleich elf Piloten, die im Qualifying zu langsam gefahren waren und die Ideallinie blockiert hatten. Alle elf wurden in der Startaufstellung um drei Plätze zurückversetzt.

In der Weltmeisterschaft baut Kent seinen Vorsprung durch den Sieg derweil weiter aus. Er liegt nun bereits 66 Zähler vor Bastianini. Dritter bleibt Miguel Oliveira (KTM), der nicht am Rennen teilnehmen konnte. Er hatte sich bei einem Sturz im Training die linke Hand gebrochen und musste in seine Heimat nach Portugal zurückkehren, um sich dort operieren zu lassen. Das nächste Moto3-Rennen findet am 9. August in Indianapolis statt.

Ergebnisse Rennen Moto3 Sachsenring:

1 25 52 Danny KENT GBR Leopard Racing HONDA 39’29.359 150.5
2 20 7 Efren VAZQUEZ SPA Leopard Racing HONDA 39’36.913 150.1 7.554
3 16 33 Enea BASTIANINI ITA Gresini Racing Team Moto3 HONDA 39’38.962 149.9 9.603
4 13 5 Romano FENATI ITA SKY Racing Team VR46 KTM 39’38.988 149.9 9.629
5 11 23 Niccolò ANTONELLI ITA Ongetta-Rivacold HONDA 39’39.023 149.9 9.664
6 10 9 Jorge NAVARRO SPA Estrella Galicia 0,0 HONDA 39’39.166 149.9 9.807
7 9 41 Brad BINDER RSA Red Bull KTM Ajo KTM 39’39.196 149.9 9.837
8 8 10 Alexis MASBOU FRA SAXOPRINT RTG HONDA 39’39.625 149.9 10.266
9 7 55 Andrea LOCATELLI ITA Gresini Racing Team Moto3 HONDA 39’39.711 149.9 10.352
10 6 31 Niklas AJO FIN RBA Racing Team KTM 39’40.917 149.8 11.558
11 5 65 Philipp OETTL GER Schedl GP Racing KTM 39’41.136 149.8 11.777
12 4 88 Jorge MARTIN SPA MAPFRE Team MAHINDRA MAHINDRA 39’47.775 149.4 18.416
13 3 98 Karel HANIKA CZE Red Bull KTM Ajo KTM 39’47.785 149.4 18.426
14 2 84 Jakub KORNFEIL CZE Drive M7 SIC KTM 39’58.141 148.7 28.782
15 1 95 Jules DANILO FRA Ongetta-Rivacold HONDA 39’58.251 148.7 28.892
16 11 Livio LOI BEL RW Racing GP HONDA 39’58.317 148.7 28.958
17 17 John MCPHEE GBR SAXOPRINT RTG HONDA 39’58.577 148.7 29.218
18 32 Isaac VIÑALES SPA Husqvarna Factory Laglisse HUSQVARNA 39’58.837 148.7 29.478
19 63 Zulfahmi KHAIRUDDIN MAL Drive M7 SIC KTM 39’59.109 148.7 29.750
20 40 Darryn BINDER RSA Outox Reset Drink Team MAHINDRA 40’15.203 147.7 45.844
21 16 Andrea MIGNO ITA SKY Racing Team VR46 KTM 40’16.017 147.6 46.658
22 29 Stefano MANZI ITA San Carlo Team Italia MAHINDRA 40’16.139 147.6 46.780
23 2 Remy GARDNER AUS CIP MAHINDRA 40’16.199 147.6 46.840
24 19 Alessandro TONUCCI ITA Outox Reset Drink Team MAHINDRA 40’16.324 147.6 46.965
25 12 Matteo FERRARI ITA San Carlo Team Italia MAHINDRA 40’16.698 147.6 47.339
26 91 Gabriel RODRIGO ARG RBA Racing Team KTM 40’35.484 146.5 1’06.125
27 45 Jonas GEITNER GER Freudenberg Racing Team KTM 40’53.796 145.4 1’24.437

Text von Ruben Zimmermann

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