Valentino Rossi, Marc Marquez, Jorge Lorenzo - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Das Duell zwischen Marquez und Rossi sorgt weiterhin für Diskussionen

Es war der große Aufreger der diesjährigen Durch TT: In der letzten Schikane griff Marc Marquez den Führenden Valentino Rossi an, die beiden berührten sich und der Italiener musste die Strecke durch das Kiesbett abkürzen.

Rossi gewann dadurch das Rennen und die Rennleitung verhängte gegen keinen der beiden Piloten eine Strafe. Im Fahrerlager waren die Meinung zu dem Vorfall vielseitig. Hätte einer der beiden betraft werden müssen? Und welche Möglichkeiten hatte die Rennleitung überhaupt?

Marquez selbst deutete nach dem Rennen mehrfach an, dass Rossi durch das Abkürzen gegen die Regeln verstoßen habe. Der Italiener selbst besteht darauf, dass er nach der Berührung gar keine andere Möglichkeit hatte. Das sah auch die Rennleitung so, die nach dem Rennen bestätigte, dass Rossi als Führender in die Kurve ging. „Es ist eine schwierige Situation, aber ich denke, dass es eigentlich klar ist“, findet Tech-3-Pilot Pol Espargaro.

„Wenn Marquez Valentino nicht berührt hätte, dann wäre er auch nicht geradeaus gefahren“, erklärt der Spanier, der Rossi eindeutig im Recht sieht. Auf die Frage, ob Marquez die Schuld an der Berührung trage, antwortet er: „Ja, das denke ich schon. Die Sache ist die: Was hätte Vale in der Situation machen sollen?“ Espargaro vermutet, dass Marquez bewusst den Kontakt suchte – ohne Rücksicht auf Verluste.

Espargaro nimmt Rennleitung in die Pflicht

Genau deshalb würde er sich wünschen, dass die Rennleitung in solchen Fällen in Zukunft härter durchgreift. Andernfalls befürchtet er, dass es zur Gewohnheit werden könnte, dass sich der Zweitplatzierte in der letzten Kurve auf unfaire Weise am Führenden vorbei drückt. „Wenn sie das nicht machen, dann wird der hintere Fahrer immer gewinnen – auch wenn er eine Sekunde hinten liegt“, prophezeit Espargaro.

Klar ist: Hätte Rossi am Samstag zurückgezogen und seine Linie nicht verteidigt, wäre der Sieg höchstwahrscheinlich an Marquez gegangen. Für Espargaro steht jedenfalls fest: „Das muss verboten werden.“ Auch für Cal Crutchlow ist die Lage eindeutig: „Marc ist nach innen gegangen und hat Valentino von der Strecke gebombt. Klar, Valentino hat danach durch das Kiesbett beschleunigt, aber es war seine Linie und er wurde rausgedrängt.“

Auch der Brite ist der Meinung, dass Rossis Sieg komplett den Regeln entspricht. Seinen Honda-Kollegen Marquez will er aber trotzdem nicht kritisieren. „Ich darf eigentlich nicht zu viel sagen, denn während des Rennens habe ich auch drei Piloten ins Kiesbett gedrückt“, berichtet Crutchlow. „Das Problem ist: Wenn sich der äußere Pilot so in dich hineinlegt, was sollst du dann machen?“

„Entweder du lässt ihn durch oder du berührst ihn. Marc hat ihn getroffen, er ging durchs Kiesbett und gewann.“ Für Crutchlow ist das aber kein Problem, denn: „Valentino lag vorne, als die beiden in die Kurve gingen, und er kam auch als Führender wieder heraus. Klar, sein Vorsprung war danach größer, weil er durchs Kiesbett fuhr.“ Trotzdem schließt sich Crutchlow der Meinung der Rennleitung an und sieht das ganze als normalen Rennvorfall.

Smith vermutet Kalkül bei Rossi
Bradley Smith sieht Rossi zwar ebenfalls im Recht, allerdings hat er die Vermutung, dass dem Italiener die Berührung durchaus nicht ungelegen kam. „Valentino hat die Umstände perfekt zu seinem Vorteil genutzt. Er hat dafür gesorgt, dass Marc ihn trifft. Dann musste er durchs Kiesbett und niemand kann etwas sagen“, erklärt Smith. Ähnlich hatte sich nach dem Rennen auch Marquez selbst geäußert.

Der Spanier sprach unmittelbar nach dem Vorfall davon, dass Rossi die Berührung provoziert habe. Smith hält das durchaus für vorstellbar. „Er hat die Tür zugemacht und es perfekt getimt. Als Marc es versuchte, da hat er ihn von der Strecke geschubst“, sagt der Brite und fügt hinzu: „Man muss sich nicht unbedingt an die Regeln halten, man muss sie zu seinem Vorteil nutzen.“

Genau das hat Rossi in dieser Situation seiner Meinung nach gemacht. Genau deshalb habe die Rennleitung auch nichts unternehmen können. „Sie können in beide Richtungen nichts machen“, erklärt Smith und verweist darauf, dass es für solche Vorfälle auch in der Vergangenheit keine Strafen gab. Rossis Teamkollege und WM-Rivale Jorge Lorenzo zog es auf der Pressekonferenz nach dem Rennen übrigens vor, sich nicht zu dem Vorfall zu äußern.

Text von Ruben Zimmermann & David Emmett

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