Sandro Cortese © Motorsport-Total.com

© Motorsport-Total.com – In Sandro Corteses Moto2-Kalex klemmt nun doch eine Öhlins-Gabel

(Motorsport-Total.com) – Die Aufregung war bei Sandro Cortese am gestrigen Morgen groß.

Beim Testauftakt in Valencia traf der amtierende Moto3-Weltmeister zum ersten Mal auf seine neuen Konkurrenten in der Moto2. Am Ende des Tages belegte der Deutsche Platz 24 und war mit dem Abstand von zweieinhalb Sekunden einigermaßen zufrieden.

Noch ist die Moto2-Kalex für den ehemaligen KTM-Werkspiloten komplett neu. Der Umstieg von WP zu Öhlins aber erleichterte die Arbeit mit Sicherheit.

Vor dem offiziellen Testbeginn in Valencia war Cortese mit seinem Intact-Team bereits in Almeria. „In Almeria haben wir einen Rollout absolviert, um wieder ein Gefühl für das Motorrad zu bekommen“, verrät er. „Es hat mich heute riesig gefreut, wieder mit allen anderen Piloten zu fahren. Ich bin jetzt insgesamt sechs Tage alleine gefahren und hatte überhaupt keine Anhaltspunkte, wo ich stehe.“

„Es ging am Morgen ziemlich zäh los, doch am Ende war es nicht ganz so schlimm. Wir müssen ruhig bleiben. Es ist eine komplett andere Welt. Wir müssen uns Schritt für Schritt ans Limit herantasten und das Motorrad kennenlernen. In Doha zählt es dann“, betont Cortese zuversichtlich. „Die Hauptaufgabe ist, das Motorrad und den Fahrstil so zu ändern, dass wir in Doha und über die Saison hin ganz vorne anknüpfen können.“

Gefühl fürs Motorrad entwickelt sich langsam

„Mit zweieinhalb Sekunden liegen wir nicht ganz so weit zurück fürs Erste. Damit kann man für den ersten Tag durchaus zufrieden sein“, bilanziert der erste Moto3-Weltmeister der Geschichte, der sich nach mehr Fahrpraxis sehnt. „In erster Linie geht es momentan darum, viel zu fahren. Ich muss ein Gefühl fürs Motorrad bekommen. Ich habe heute zum ersten Mal mit meinem neuen Öhlins-Techniker zusammengearbeitet. Wir versuchen jetzt, uns so schnell wie möglich einzuspielen.“

„Den Jürgen (Lingg, Cheftechniker; Anm. d. Red.) kenne ich ja bereits seit langem. Das gilt auch für die komplette Mechanikertruppe“, schildert Cortese, der nach dem ersten Schlagabtausch nicht enttäuscht war. „Ich bin wirklich froh, zu sehen, wo wir stehen. Es steht uns allen noch viel Arbeit bevor. Ich bleibe dennoch ruhig, denn ich weiß, dass man es schafft, wenn man ruhig und hart arbeitet.“

Öhlins statt WP-Federelementen

Ursprünglich sollte Cortese WP-Federelemente an seiner Kalex verwenden. WP ist ein Tochterunternehmen von KTM und bisher nicht in der Moto2 vertreten. Cortese hätte also als Rookie mit komplett neuen Federelementen arbeiten müssen, was die Entwicklung sicher nicht begünstigt hätte. Am Ende platzte der Deal mit WP, weil man sich über die Finanzierung nicht einig war.

„Es ist ein bisschen unglücklich abgelaufen. Es war geplant, WP in dieser Saison als erstes Team zu fahren. Wir hätten das Risiko aufgenommen, alles ausprobieren zu müssen“, ist sich der Deutsche bewusst. „Letztendlich war das auch unsere Entscheidung. Doch als es dann zur Unterschrift kommen sollte, haben wir meines Wissens nach fast den kompletten Preis für den Service bezahlen sollen.“

„Das war für uns schade, weil man als erstes Team das Risiko trägt und man deshalb den Service gesponsert bekommen sollte. Jetzt sind wir mit Öhlins zufrieden. Wir haben den richtigen Schritt gemacht“, ist sich Cortese sicher, der voller Tatendrang in die Saison 2013 geht: „Ich freue mich auf die neue Saison.“

Um mit der deutlich stärkeren und schwereren Moto2-Maschine zurechtzukommen, hat der ehemalige Moto3-Pilot viel Zeit mit Training verbracht. „Ich habe trainiert, war im Fitnessstudio, bin viel Fahrradgefahren, habe viel Ausdauertraining gemacht und auch viele Gewichte gestemmt, um mich auf die größere Klasse einzustellen“, hält er fest.

Die Testzeiten der Moto2 aus Valencia (Dienstag):

1. Nicolas Terol (Suter) 1:35.926 Minuten
2. Julian Simon (Kalex) 1:35.951
3. Pol Espargaro (Kalex) 1:36.106
4. Scott Redding (Kalex) 1:36.337
5. Takaaki Nakagami (Kalex) 1:36.443
6. Simone Corsi (Speed Up) 1:36.444
7. Jordi Torres (Suter) 1:36.457
8. Esteve Rabat (Kalex) 1:36.531
9. Thomas Luthi (Suter) 1:36.629
10. Toni Elias (Kalex) 1:36.852
11. Alex De Angelis (Speed Up) 1:37.074
12. Mika Kallio (Kalex) 1:37.238
13. Xavier Simeon (Kalex) 1:37.339
14. Dominique Aegerter (Suter) 1:37.354
15. Axel Pons (Kalex) 1:37.531
16. Mattia Pasini (Speed Up) 1:37.679
17. Anthony West (Speed Up) 1:37.801
18. Mike Di Meglio (MotoBI) 1:37.922
19. Johann Zarco FRA (Suter) 1:38.140
20. Ricky Cardus (Speed Up) 1:38.329
21. Marcel Schrotter (Kalex) 1:38.391
22. Randy Krummenacher (Suter) 1:38.516
23. Ratthapark Wilairot (Suter) 1:38.695
24. Sandro Cortese (Kalex) 1:38.722
25. Louis Rossi (Tech 3) 1:38.726
26. Yuki Takahashi (Moriwaki) 1:38.926
27. Kyle Smith (Kalex) 1:39.076
28. Danny Kent (Tech 3) 1:39.184
29. Doni Tata Pradita (Suter) 1:39.663
30. Rafid Topan Sucipto (Speed Up) 1:41.431

Text von Maximilian Kroiss & Sebastian Fränzschky

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