Marco Melandri - © BMW

© BMW - Nach Donington eroberte Marco Melandri den zweiten BMW-Sieg

Das zweite Rennen der Superbike-WM im Miller-Motorsport-Park musste nach vier Runden unterbrochen werden. Hiroshi Aoyama war gestürzt und seine Honda hatte Öl auf der Strecke verteilt. Dem Japaner war nichts passiert, doch die Aufräumarbeiten dauerten über eine Stunde. Schließlich wurde neugestartet und es standen noch 18 Runden auf dem Programm. Weltmeister Carlos Checa (Althea-Ducati) stürzte in Führung liegend und schied aus.

Bis zum Zielstrich kämpften Marco Melandri (BMW) und Jonathan Rea (Honda) um den Sieg. Melandri setzte sich schließlich durch und eroberte den zweiten BMW-Sieg in der Superbike-WM. Hinter Rea komplettierte Max Biaggi (Aprilia) das Podium und baute seine WM-Führung auf 18 Punkte aus. Ein starkes Rennen zeigte Supersport-Weltmeister Chaz Davies (ParkinGO-Aprilia). Der Brite kämpfte ständig in der Spitzengruppe mit und wurde schließlich Vierter.

Als die Lichter zum ersten Mal ausgingen, erwischte Melandri einen Granatenstart. Aus der dritten Reihe bog der Italiener außen als Erster in Kurve eins ein, doch Tom Sykes (Kawasaki) war innen und schnappte sich die Führung. Hinter dem Duo sortierte sich das Althea-Duo Checa und Davide Giugliano ein. Jakub Smrz (Liberty-Ducati), Rea und Biaggi folgten auf den weiteren Plätzen. Sykes konnte in den ersten Runden die Führung verteidigen. Im Gegensatz zum ersten Lauf hielten Smrz und Giugliano in der Anfangsphase in der Spitzengruppe mit. In Runde drei machte Checa ernst, schnappte sich Melandri und Skyes und ging innerhalb weniger Kurven in Führung.

Checa machte sich auch sofort aus dem Staub, denn Melandri kam nicht an Sykes vorbei. Am Ende der Zielgeraden ging der Italiener an der Kawasaki vorbei, doch der Weltmeister hatte sich mit der schnellsten Rennrunde bereits um eine Sekunde abgesetzt. Nach der vierten Runde wurde plötzlich die rote Flagge gezeigt und der Lauf abgebrochen. Im hinteren Teil des Feldes war Aoyama von seiner Honda gestürzt. Beide Reifen waren platt. Dazu hatte die CBR10000RR viel Flüssigkeit mitten auf der Strecke verteilt. Deshalb wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Aoyama konnte unverletzt davongehen.

Die Fahrer kehrten an die Box zurück und bereiteten sich auf den Neustart vor. Die Reihenfolge lautete zu diesem Zeitpunkt: Checa, Sykes, Melandri und Smrz. In Startreihe zwei stellten sich Giugliano, Rea, Biaggi und Eugene Laverty (Aprilia) auf. Zunächst hieß es, die Boxengasse würde 25 Minuten nach dem Abbruch wieder geöffnet werden, doch die Reinigungsarbeiten dauerten ewig. Ein kleines Ölrinnsal versuchten die Herren mit Ölbinder und anschließend mit Wasser zu reinigen. Schließlich öffnete die Boxengasse eine Stunde nach dem Abbruch des ersten Rennens.

Neustart nach langer Unterbrechung

Eineinhalb Stunden nach dem originalen Start wurde schließlich das zweite Rennen gestartet. Es wurde komplett neu gewertet und die Startaufstellung entsprach der Reihenfolge von einem Umlauf vor dem Abbruch. 18 Runden standen auf dem Programm. Melandri startete wieder perfekt und ging sofort in Führung. Sykes, Checa und Biaggi folgten dahinter. Der Römer büßte in den ersten Kurven allerdings gleich ein paar Plätze ein, während Checa vorne nicht lang fackelte, Sykes und Melandri überholte und sich Platz eins schnappte.

Am Ende der ersten Runde lautete die Reihenfolge Checa, Melandri, Sykes und Davies, der einen starken ersten Umlauf hingelegt hatte. Biaggi war bis auf Platz acht zurückgefallen. Checa versuchte wie in Lauf eins im kurvigen Teil die Vorteile der Ducati zu nutzen, damit er auf der Geraden nicht überholt werden konnte. Melandri konnte in der Anfangsphase aber mit dem Spanier mithalten.

Supersport-Weltmeister Davies setzte die starke Form fort und schnappte sich Sykes für den dritten Platz. Der Rookie schenkte den etablierten Stars nichts und mischte munter im Spitzenfeld mit. Checa setzte sich in der Anfangsphase leicht von Melandri ab, doch in der sechsten Runde lag die Ducati mit der Startnummer sieben im Dreck. Der Weltmeister war gestürzt und versuchte wieder weiterzufahren, doch in langsamer Fahrt kehrte er an die Box zurück – Ausfall und null Punkte.

Die Führung übernahm Melandri, aber Davies und Rea hatten den Anschluss an den Italiener geschafft und es gab einen Dreikampf um die Spitze. Sykes und Biaggi duellierten sich wenige Meter dahinter um den vierten Platz. Der Römer ließ die Kawasaki schließlich stehen und holte das Top-Trio ein. Neun Runden vor Schluss lagen vier Fahrer beisammen, wobei Biaggi zu diesem Zeitpunkt der Schnellste davon war. Die positive Überraschung war Davies, der weiterhin locker mit den alten Hasen mitkämpfte.

Acht Runden vor dem Ziel wurde Melandri von Rea und Davies überholt. Rea konnte sich auch gleich um eine Sekunde absetzen. Melandri wollte den Briten nicht entkommen lassen, überholte Davies und machte sich an die Verfolgung der Honda. Vier Runden vor dem Ende hatte Melandri den Anschluss an Rea geschafft. Wenige Motorradlängen dahinter kam dagegen Biaggi nicht an Davies vorbei. Der Brite wehrte sich energisch gegen den Weltmeister von 2010, doch schließlich setzte sich Biaggi durch und war Dritter. Durch das Duell war der Abstand nach vorne aber auf zwei Sekunden angewachsen.

Melandri fängt Rea noch ab

Die Entscheidung um den Sieg fiel zwischen Melandri und Rea. Zu Beginn der letzten Runde bremste sich der Italiener in Kurve eins vorbei und übernahm die Führung. Im Kurvengeschlängel versuchte Rea noch alles, doch Melandri blieb cool und verteidigte die Führung bis über die Linie. Nach Donington vor zwei Wochen eroberte der Vizeweltmeister den zweiten Sieg für BMW in der Superbike-WM. Rea wurde schließlich um 0,195 Sekunden geschlagen und wurde Zweiter. Biaggi hatte am Ende keine Chance mehr und sah die karierte Flagge als Dritter.

Letztlich schaffte es Davies zwar nicht auf das Podest, doch mit dem vierten Platz unterstrich der Brite nicht nur sein Talent, sondern holte auch sein bestes Ergebnis in seiner noch jungen Superbike-Karriere. Bis ins Ziel kämpften noch Sykes und Laverty um den vierten Platz. Schließlich hatte der Kawasaki-Pilot die Nase vorne. In den USA konnte Sykes nicht ganz in der Spitzengruppe mithalten. Giugliano wurde Siebter, gefolgt von Leon Haslam (BMW), und dem Liberty-Duo Smrz und Sylvain Guintoli.

Bester Suzuki-Pilot war Leon Camier auf Platz elf. Sein Crescent-Teamkollege John Hopkins ging bei seinem Heimspiel als 16. leer aus. Die letzten Punkte nahmen die beiden BMW-Italia-Fahrer Michel Fabrizio und Ayrton Badovini sowie Loris Baz (Kawasaki) und Maxime Berger (Liberty) mit. Hinter Hopkins wurden lediglich noch Leandro Mercado (Pedercini-Kawasaki), Jake Holden (Grillini-BMW) und Shane Turpin (Boulder-Ducati) gewertet. Checa ging nach seinem Boxenhalt zwar noch einmal kurz auf die Strecke, gab dann aber endgültig auf.

In der WM bleibt es weiterhin spannend. Biaggi führt mit 160,5 Punkten und hat 18 Zähler Vorsprung auf Melandri und Sykes, die punktgleich sind. Weitere 1,5 Punkte dahinter folgt Rea. Checa hat durch den Ausfall wieder Boden eingebüßt und hat als Fünfter 30 Zähler Rückstand auf Biaggi. Die nächsten Rennen finden am 10. Juni im italienischen Misano statt.

Miller – FIM Superbike World Championship – Race 2

1. Marco Melandri (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 32’56.257
2. Jonathan Rea (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR 32’56.452
3. Max Biaggi (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 32’58.394
4. Chaz Davies (ParkinGO MTC Racing) Aprilia RSV4 Factory 33’00.502
5. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 33’05.791
6. Eugene Laverty (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 33’06.055
7. Davide Giugliano (Althea Racing) Ducati 1098R 33’08.148
8. Leon Haslam (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 33’08.972
9. Jakub Smrz (Liberty Racing Team Effenbert) Ducati 1098R 33’09.274
10. Sylvain Guintoli (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 33’09.960
11. Leon Camier (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 33’11.944
12. Michel Fabrizio (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR 33’18.180
13. Ayrton Badovini (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR 33’20.197
14. Loris Baz (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 33’20.308
15. Maxime Berger (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 33’30.154
16. John Hopkins (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 33’34.949
17. Leandro Mercado (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 33’43.960
18. Jake Holden (Grillini Progea Superbike Team) BMW S1000 RR 34’03.480
19. Shane Turpin (Boulder Motor Sports) Ducati 1098R 34’37.971
RT. David Salom (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 24’27.789
RT. Carlos Checa (Althea Racing) Ducati 1098R 24’56.264
RT. Niccolò Canepa (Red Devils Roma) Ducati 1098R 17’05.034
RT. Lorenzo Zanetti (PATA Racing Team) Ducati 1098R 9’18.970
NS. Hiroshi Aoyama (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR

Text von Gerald Dirnbeck

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