Tom Sykes © Kawasaki

© Kawasaki – Perfektes Wochenende für Tom Sykes: In Donington holte er seinen ersten Doppelsieg

Der Rennsonntag im altehrwürdigen Donington Park stand ganz im Zeichen von Tom Sykes. Nach seinem Sieg im ersten Rennen dominierte der Brite mit seiner Kawasaki auch den zweiten Lauf und holte sich seinen ersten Doppelsieg in der Superbike-WM.

Zum ersten Mal seit Ben Spies im Jahr 2009 konnte ein Fahrer in Donington beide Rennen gewinnen. Aprilia wartet dagegen weiterhin auf den ersten Sieg auf dieser britischen Traditionsstrecke. Sylvain Guintoli wurde Zweiter und verteidigte seine WM-Führung. Der Vorsprung auf Sykes ist auf vier Punkte geschrumpft.

In der letzten Runde eroberte Eugene Laverty mit der zweiten Werks-Aprilia den dritten Platz und komplettierte das Podest. Marco Melandri (BMW) unterlief im Duell mit Laverty in der letzten Runde der entscheidende Fehler und er fiel noch hinter Davide Giugliano (Althea-Aprilia) auf Position fünf zurück. Enttäuschend verlief das Rennen für Lokalmatador Jonathan Rea (Honda), der nach einem guten Start immer weiter zurückfiel und Elfter wurde. Bester Ducati-Vertreter war Wildcard-Starter Niccolo Canepa als Achter. Max Neukirchner (MR-Ducati) sammelte als Zwölfter WM-Punkte.

In der Startaufstellung zum zweiten Rennen fehlte eine Alstare-Ducati: Carlos Checa entschied sich gegen den Start und blieb in der Box. Als zum zweiten Mal an diesem Tag die Startampel das Rennen freigab, katapultierte sich Sykes von der Pole-Position an die Spitze und übernahm in der ersten Kurve die Führung. Dahinter sortierte sich Rea vor Guintoli ein, doch der Brite wurde im Laufe der ersten Runde auf den vierten Platz zurückgereicht. Hinter Sykes duellierten sich die beiden Aprilia-Werksfahrer Laverty und Guintoli um Platz zwei. Melandri hatte keinen perfekten Start und war Siebter.

Sykes konnte sich in den ersten Runden wieder absetzen, während sich Guintoli und Laverty einen engen Schlagabtausch um den zweiten Platz lieferten. Direkt dahinter fuhren Giugliano, Melandri und Chaz Davies (BMW). Melandri war in der Anfangsphase nicht fehlerfrei. Rea konnte wieder das Tempo nicht halten und verlor Boden. Zwischen den Rennen hatten die Ten-Kate-Mechaniker an der Elektronik der Fireblade gearbeitet. In Runde elf verlor Rea weiteren Boden, weil er eine Schikane abkürzte. Am Ende der fünften Runde verabschiedete sich Leon Camier (Crescent-Suzuki) wie im ersten Lauf in der Zielkurve durch Sturz aus der Verfolgergruppe.

Sykes baute sich in der ersten Rennhälfte einen Vorsprung von rund drei Sekunden auf, den er souverän verwaltete. Guintoli, Laverty und Giugliano folgten hintereinander auf den Plätzen zwei bis drei. Dahinter fuhr das BMW-Duo auf das Loris Baz (Kawasaki) langsam aufholte. In der zweiten Rennhälfte drehte Melandri wieder auf und robbte sich an die Podestplätze heran. In Runde 15 schnappte der Italiener Giugliano Platz vier weg. Als nächstes nahm Melandri Laverty ins Visier.

Sechs Runden vor dem Ende überholte Melandri den Nordiren in der Melbourne-Haarnadel und war Dritter. Die beiden Aprilia von Laverty und Giugliano hingen am Hinterrad der BMW. Melandri konnte sich nicht lösen und Jagd auf Guintoli machen. Stattdessen musste er sich bis zum Schluss gegen Laverty wehren. In der vorletzten Runde übernahm Laverty in den „Fogarty-Esses“ wieder Platz drei. In der letzten Runde probierte es Melandri an der gleichen Stelle, doch er verpasste den Bremspunkt und fuhr geradeaus.

Sykes ist sprachlos
Die BMW sortierte sich hinter Giugliano als Fünfter wieder ein. Damit waren die Plätze bezogen. Sykes war der Mann des Tages und feierte überlegen den Doppelsieg. Im Ziel hatte der Brite acht Sekunden Vorsprung auf Guintoli. „Ich kann nicht mehr verlangen. Mir fehlen die Worte. Das Team hat zwischen den Rennen nur einen Klick verändert. Es ist mein erster Doppelsieg in der Superbike-WM. Ich hoffe, dass alle die Show genossen haben“, sagt Sykes überwältigt. „Beim nächsten Mal werde ich es wieder versuchen. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Mir fehlen die Worte.“

Aprilia wartet damit weiterhin auf den ersten Sieg in Donington, obwohl das Ergebnis sehr positiv war. Guintoli stockte sein Punktekonto mit Platz zwei auf. „Im ersten Rennen dachte ich, dass ich etwas schneller fahren könnte. Deshalb war ich von Platz drei enttäuscht. Es war etwas frustrierend, weil beim Tempo nicht viel gefehlt hat“, meint der Franzose. „Jetzt haben wir Tom gar nicht gesehen, denn er ist auf seinem eigenen Planeten gefahren.“

„Durch die heißeren Temperaturen ließ der Grip am Hinterrad nach. Ich bin aber konstante Rundenzeiten gefahren. Die Performance war nicht großartig. Diese enge Strecke ist nicht unser bester Kurs. Bei den nächsten Rennen werden wir die Vorteile der RSV4 wieder ausspielen.“ Auch Laverty verweist nach seinem dritten Platz auf das technische Paket: „Überholen ist hier schwierig, weshalb man aggressiv sein muss. Ich bin sehr froh, dass ich nach dem ersten Rennen auf dem Podest stehe.“

Aprilia hofft auf Portimao

„Für Portimao bin ich zuversichtlich, denn die Strecke sollte unserem Paket besser passen. Auf kleinen Strecken machen wir Fortschritte, wie wir es schon in Assen gesehen haben. Es muss aber noch mehr kommen. Portimao ist sicher eine gute Strecke für uns.“ Hinter Guintoli und Laverty wurde Giugliano Vierter. Melandri musste sich nach dem Fahrfehler in der letzten Runde mit Platz fünf zufrieden geben. Sein BMW-Teamkollege Davies fuhr ein unauffälliges Rennen und wurde Sechster. Baz kam schließlich alleine fahrend an der siebten Stelle über die Ziellinie. Dahinter kämpften mehrere Fahrer um den achten Platz.

Eine starke Leistung zeigte wieder Wildcard-Starter Niccolo Canepa. Der Italiener behielt in dieser Gruppe die Oberhand und wurde mit Platz acht belohnt. Damit war er auch der beste Ducati-Vertreter, denn Ayrton Badovini schied durch einen Sturz in „Redgate“ aus. Checa war gar nicht an den Start gegangen. Canepa setzte sich gegen Jules Cluzel (Crescent-Suzuki) und Michel Fabrizio (Red-Devils-Roma Aprilia) durch. Rea wurde enttäuschender Elfter.

Der Deutsche Max Neukirchner (MR-Ducati) fuhr wieder ein einsames Rennen und sammelte als Zwölfter WM-Punkte. Camier fuhr nach seinem Sturz weiter und kam noch als 13. ins Ziel. Die letzten Punkte nahmen die beiden Pedercini-Kawasaki-Fahrer Federico Sandi und Alexander Lundh mit. Vittorio Iannuzzo (Grillini-BMW) ging leer aus. Die nächsten beiden Rennen finden am 9. Juni in Portimao (Portugal) statt.

Ergebnisse Superbike-WM 2013 Donington Rennen 2

1. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 34’06.921
2. Sylvain Guintoli (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 34’14.956
3. Eugene Laverty (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 34’17.659
4. Davide Giugliano (Althea Racing) Aprilia RSV4 Factory 34’19.178
5. Marco Melandri (BMW Motorrad GoldBet SBK) BMW S1000 RR 34’22.897
6. Chaz Davies (BMW Motorrad GoldBet SBK) BMW S1000 RR 34’23.396
7. Loris Baz (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 34’34.445
8. Niccolò Canepa (Team Ducati Alstare) Ducati 1199 Panigale R 34’37.107
9. Jules Cluzel (Fixi Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 34’37.422
10. Michel Fabrizio (Red Devils Roma) Aprilia RSV4 Factory 34’37.806
11. Jonathan Rea (Pata Honda World Superbike) Honda CBR1000RR 34’38.450
12. Max Neukirchner (MR-Racing) Ducati 1199 Panigale R 34’53.703
13. Leon Camier (Fixi Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 35’01.430
14. Federico Sandi (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 35’12.710
15. Alexander Lundh (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 35’27.352
16. Vittorio Iannuzzo (Grillini Dentalmatic SBK) BMW S1000 RR 35’27.640
RT. Ayrton Badovini (Team Ducati Alstare) Ducati 1199 Panigale R 27’21.324

Text von Gerald Dirnbeck

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