© xpb.cc - Bei den 125ern gab Vater Helmut seinem Sohn noch Hilfestellung

Stefan Bradl ist auf dem besten Weg, im kommenden Jahr in die MotoGP aufzusteigen. Bevor es soweit ist, soll aber unbedingt der Titel in der Moto2 her. Demzufolge konzentrieren sich die Gedanken des Deutschen voll und ganz auf 2011: „Für mich steht zunächst im Vordergrund, in der Moto2-Klasse einen guten Job zu erledigen. Dann wird man sehen, was passiert.“

„Die MotoGP-Klasse ist natürlich ein Traum von mir. Ob es für 2012 realisierbar ist, wird sich zeigen. Momentan sieht es ganz gut aus, ob es aber wirklich zu Stande kommt, steht noch in den Sternen“, schildert er bei ‚ServusTV‘. Seit dem Jahr 2008 ist Bradl eine feste Größe in der Motorrad-WM. Nach anfänglichen Problemen und dem Rücktritt Anfang 2007 kämpfte sich der Augsburger ganz nach oben und führt nun die Moto2 deutlich an.
Eigener Antrieb

„Ich habe seitens meiner Familie nie den Antrieb bekommen, dass ich mich motorradtechnisch weiterbewegen und dann auch erfolgreich sein soll“, erklärt er und fährt fort: „Das kam von mir allein. Als meine Eltern gesehen haben, dass da etwas gehen könnte in Richtung Weltmeisterschaft, bekam ich die volle Unterstützung. Ohne meine Familie wäre ich mit Sicherheit nicht da, wo ich heute bin.“

„Letztlich gehören viele Faktoren dazu. Man braucht natürlich auch das nötige Glück, denn ohne das geht es auch nicht. Unterm Strich muss das gesamte Paket stimmen. Der Sportler muss sich einfach wohl fühlen und es müssen ihm auch Dinge abgenommen werden“, erläutert er. Beim famosen Aufstieg empfand er den Nachnamen Bradl als Vorteil: „Ich glaube, der Name war speziell zu Beginn meiner Karriere eher förderlich. Ich glaube aber nicht, dass ich durch meinen Namen in die MotoGP gekommen bin, sondern durch meinen Erfolg.“

„In letzter Zeit ist natürlich viel geredet und geschrieben worden über die Siege von meinem Vater und von mir. Ich will einfach nur weiter nach vorn. Mich mit meinem Vater zu messen, ist für mich überhaupt nicht realistisch“, stellt Bradl jun. klar. Vater Helmut hat zumindest keine Angst davor, dass der Sohn erfolgreicher werden könnte: „Ich habe den Titel damals nicht geschafft. Ich glaube aber, dass er die besseren Anlagen hat. Er hat das bessere Gefühl für das Motorrad und mittlerweile auch den Willen. Wenn er es schafft, kann ich nur den Hut vor ihm ziehen.“

Vorteil durch den Vater?

„Als ich damals angefangen habe, waren auch das Glück und der Zufall im Spiel“, beschreibt Bradl sen. „Ich wusste damals nichts von diesem Sport. Günther Wiesinger (etablierter Journalist; Anm. d. Red.) hat mir damals geholfen und ein paar Tipps gegeben. Insofern hatte Stefan in seiner Anfangszeit natürlich den Vorteil, dass ich in der Szene schon einmal drin war.“

„Der Start war daher für ihn unter Umständen etwas einfacher. Letztendlich muss er seinen Meister aber selbst machen. Er ist auf dem besten Weg dazu und ich drücke ihm natürlich die Daumen. Stolz bin ich ohnehin auf ihn. Natürlich würde ich den Titel niemandem mehr wünschen als meinem eigenen Sohn.“

Der sieht das Ganze etwas emotionsloser: „Wie man nach oben kommt, ist gar nicht so entscheidend. Unterm Strich zählen nur die Ergebnisse und der Erfolg. Es gibt da kein Paradebeispiel für den perfekten Aufstieg. Ich selbst wäre ohne meinen Vater nie auf ein Motorrad gekommen. Ab dem Moment, als klar wurde, dass ich Talent habe, war die Unterstützung seitens der Familie natürlich da.“

„Ohne diese wäre ich nie soweit gekommen. Was den Einstieg betrifft, gibt es von Land zu Land allerdings Unterschiede. In meinem Fall in Deutschland war es nicht immer einfach, das Ganze mit der Schule zu kombinieren. Ich war nicht gerade der Paradeschüler. Wichtig ist jedoch, dass man stets sein Ziel verfolgt“, so der Kiefer-Pilot.

Wer ist besser?

Dabei spielen die Erfahrungen des Vaters mittlerweile keine Rolle mehr: „Inzwischen braucht Stefan meine Empfehlungen nicht mehr. Das war am Anfang so, mittlerweile fährt er aber auf einem Level, das deutlich besser ist als meins. Ich kann da nur noch Applaus geben oder höchstens einmal sagen, dass es nicht so gut gelaufen ist. Letztendlich macht er seine Sache schon richtig“, analysiert Vater Helmut.

Der vorzeitige Rücktritt im Jahr 2007 ist hingegen ein Thema, mit dem sich der Kalex-Pilot immer wieder auseinandersetzen muss. „Ich war damals einfach noch nicht so weit. In dieser Hinsicht unterscheiden sich die Menschen. Manch einer ist mit 14 Jahren schon so weit, dass er es schaffen kann, andere brauchen einfach ein paar Jahre länger. In meinem Fall war es einfach so, dass ich nicht genau gewusst habe, ob der Rennsport wirklich ist, was ich brauche“, erklärt er.

„Unterm Strich war es doch eine sehr positive Einstellung, die mich dahin gebracht hat, wo ich jetzt bin. Ab diesem Zeitpunkt war es die beste Erfahrung in meinem Leben bisher.“ Damit umging er auch ein „normales“ Dasein und musste sich nicht mit einem Plan B auseinandersetzen: „Ich wäre wohl normal in die Lehre gegangen und hätte einen Beruf ausgeübt, bei dem ich an Motorrädern oder Autos schrauben kann. Im Büro wäre ich wohl nicht gelandet. Ich glaube, ich hätte irgendetwas Handwerkliches gemacht“, berichtet er im Nachhinein.

Text von Sebastian Fränzschky

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