© Pacepix.com - Phänomen Valentino Rossi: Auch mit 35 Jahren noch auf Weltklasse-Niveau

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Die Fans von Valentino Rossi atmeten auf, als ihr Liebling vor dem Rennwochenende am Sachsenring bekanntgab, sich mit Yamaha einig zu sein und bis 2016 für das Werksteam der Japaner zu fahren.

Damit platzte aber gleichzeitig auch der Traum von Nachwuchshoffnung Pol Espargaro, in der kommenden Saison die Werks-M1 des „Doktors“ zu übernehmen. Der amtierende Moto2-Champion muss ein weiteres Jahr bei Tech 3 anhängen.

Steht Rossi der Jugend im Weg? „Die Frage ist sehr gut, aber es ist 50:50“, grübelt Tech-3-Teamchef Herve Poncharal im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. „Valentino ist eine lange Zeit hier, er hat viel gewonnen und ist immer noch der Liebling Nummer eins für die Fans, die Sponsoren und die Medien. Seine Zukunft liegt aber mehr in der Vergangenheit als vor ihm. Das war das Motorrad, von dem Pol geträumt hat, aber dieser Weg ist blockiert.“

Doch Poncharal ist auch ein guter Geschäftsmann und kann gut verstehen, warum Yamaha lieber auf Rossi setzt, als ein junges Talent zu verpflichten: „Yamaha betreibt den Rennsport, um ein gutes Image zu haben und Motorräder zu verkaufen. Im Moment ist Valentino weltweit der populärste Fahrer“, stellt der Franzose klar. „Wenn man einen Markenbotschafter braucht, dann ist Valentino der Beste.“

Doch auch die Leistungen von Rossi rechtfertigen den Platz im Yamaha-Werksteam. Poncharal ist überzeugt, dass Rossi noch immer zur Weltspitze gehört: „Im Vorjahr haben viele Leute geglaubt, dass es mit Valentino vorbei ist. Vielleicht dachte er das auch selbst. Wenn man sich aber ansieht, was er jetzt macht, dann ist er hinter Marquez die Nummer zwei“, unterstreicht der Tech-3-Teamchef.

Zur Saisonhalbzeit behauptet sich Rossi auf Position drei der Meisterschaftswertung. Der Rückstand auf Honda-Werkspilot Dani Pedrosa beträgt lediglich sieben Punkte. Yamaha-Teamkollege Jorge Lorenzo ist nach den ersten neun Rennen lediglich WM-Fünfter und sammelte bisher 44 Punkte weniger als Rossi. Lorenzo stand bisher nur in Rio Hondo, Mugello und am Sachsenring auf dem Podium. Rossi fuhr in Doha, Jerez, Le Mans, Mugello und Barcelona aufs Podium.

„Er ist seit Saisonbeginn besser als Jorge. Er ist besser als Pedrosa. Abgesehen von Marquez ist er der Beste. Valentino ist der populärste Fahrer, ein Magnet für die Medien, der beste Markenbotschafter und der Schnellste auf der Strecke“, hält Poncharal fest. „Warum sollte man ihn dann nicht weiterverpflichten?“

Text von Gerald Dirnbeck & Sebastian Fränzschky

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