Valentino Rossi - © Yamaha

© Yamaha – Vizeweltmeister Valentino Rossi leistete sich in Austin einen Fehler

Nach dem Grand Prix in Texas kann Michelin erst einmal durchatmen. Ein Chaos wie in Argentinien wiederholte sich zum Glück nicht.

Die Reifen hielten den Belastungen beim Rennwochenende in Austin stand. Dennoch trübten in den Trainings und im Rennen viele Stürze das Bild.

Die Michelin-Vorderreifen verziehen keine Fehler und bestrafen die kleinsten Unregelmäßigkeiten mit Stürzen. Die Liste der Sturzopfer ist lang und prominent.

Im Rennen erwischte es Valentino Rossi. In Runde drei verabschiedete sich der Vizeweltmeister mit einem Vorderradrutscher aus dem Rennen. „Die Michelin-Reifen haben eine gute Performance. Ich mag sie. Das Problem ist, dass du keine Fehler machen darfst“, bemerkt der Italiener nach dem Zwischenfall. „Im vergangenen Jahr hatten die Bridgestones vielleicht andere Probleme, aber dafür war die Front sehr stabil. In diesem Jahr bezahlst du bereits für einen kleinen Fehler.“

Teamkollege Jorge Lorenzo stürzte beim vergangenen Rennen in Termas de Rio Hondo. Ebenfalls über das Vorderrad. „Der Arbeitsfenster des Vorderreifens ist sehr schmal“, bestätigt der Spanier und analysiert: „Es hängt auch von der Spritmenge ab. Mit vollem Tank funktioniert es gut, mit leerem Tank kann das Vorderrad wegrutschen. Aber auch die Temperatur spielt eine Rolle. Die Wahl des Hinterreifens wirkt sich ebenfalls auf den Vorderreifen aus. Man muss auf viele Dinge achten, auf die man bei den Bridgestone-Reifen nicht achten musste, weil deren Arbeitsfenster viel größer war.“


„Es gab viele Stürze über das Vorderrad. Michelin verbessert die Vorderreifen von Rennen zu Rennen, doch wir haben nicht das gleiche Vertrauen wie in den beiden vergangenen Jahren. Früher verlor man das Vorderrad, konnte es aber noch retten. Nun ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass man dabei stürzt“, schildert der amtierende Weltmeister.

WM-Leader Marc Marquez gibt sich und seinen Kollegen eine Teilschuld für die vielen Stürze. Der Weltmeister von 2013 und 2014 ist überzeugt, dass es an den Gewohnheiten liegt, die sich über die Jahre gefestigt haben: „Wir reisen mit dem Setups aus dem Vorjahr von Rennstrecke zu Rennstrecke. Wir müssen verstehen, dass wir andere Reifen haben, die einen anderen Fahrstil verlangen.“

„Ich bremste hier in Austin am ersten Tag an der Marke, an der ich mit den Bridgestone-Reifen bremste. Ich konnte das Motorrad nicht verzögern. Wir müssen verstehen, dass die Reifen anders arbeiten. Sie haben Stärken und Schwächen, wenn man sie vergleicht“, erklärt Marquez. „Ich versuche stets, mit meinem Team daran zu arbeiten.“

Ducati-Werkspilot Andrea Iannone stand in Austin zum ersten Mal in dieser Saison auf dem Podium. Doch bereits in Katar und Argentinien war der Italiener ein Kandidat für die Top 3. Bei beiden Rennen verlor Iannone das Vorderrad seiner Ducati und ging leer aus. Für ihn ist klar, dass die Probleme im Laufe der Saison gelöst werden und spätestens ab der kommenden Saison alle Fahrer bestens mit den Michelin-Reifen zurechtkommen werden.

„Es ist wichtig, sich im Laufe der Saison umzugewöhnen. Der Stil, den der Reifen verlang, ist komplett anders. Man muss das Setup anpassen, um etwas Sicherheit dazuzugewinnen. Im kommenden Jahr sollte es einfacher sein“, berichtet Iannone. „Ich bin mit der Entwicklung bei Michelin sehr zufrieden, denn über den Winter konnten die Reifen deutlich verbessert werden.“

Beim Rennen in Austin fuhr Marquez wie in den vergangenen Jahren in seiner eigenen Welt. Der Honda-Pilot vertraute im Gegensatz zu Lorenzo, Rossi und Iannone auf den weichen Vorderreifen. „Ich entschied mich für den weichen Vorderreifen. Die Michelin-Leute meinten zu mir, dass zwölf bis 15 Runden kein Problem sind. Das war der Fall. In Runde 14 spürte ich, wie das Vorderrad wegrutschte. Doch bis dahin war es perfekt“, schildert der WM-Führende. „Man muss das Limit erkennen.“

Erfreulich ist, dass sich die Haltbarkeitsprobleme von Argentinien nicht bestätigten. Lorenzo hofft, dass die Reifen auch bei den kommenden Rennwochenenden durchhalten und Michelin die Ursachen für die Reifenschäden herausfindet: „Wir wissen nach wie vor nicht, warum es in Sepang und in Argentinien bei den Satelliten-Ducatis Probleme mit den Reifen gab. Michelin ist überzeugt, dass wir mit den Reifenmischungen von Austin auf der sicheren Seite sind“, so der Spanier.

Text von Sebastian Fränzschky & David Emmett

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