Jonas Folger - © FGlaenzel

© FGlaenzel – Jonas Folger war nach dem Rennen wütend und enttäuscht

Das Moto2-Rennen in Misano sorgte für viel Zünd- und Gesprächsstoff. Die Rennleitung war der Meinung, dass Jonas Folger die Streckenbegrenzungen nicht beachtet hatte und daraus einen Vorteil gezogen hatte. Deshalb sollte er sich um eine Position zurückfallen lassen. Das Problem daran war, dass Folger zu diesem Zeitpunkte einen größeren Vorsprung auf die Gruppe hinter sich hatte. Er musste also verlangsamen und büßte dabei mehrere Sekunden ein. Da Folger zu spät die Anweisung der Rennleitung umsetzte, kassierte er eine Durchfahrtsstrafe. Sein Rennen war damit vorbei.

Statt als Siebter fuhr Folger als 19. über die Ziellinie. Dementsprechend schlecht gelaunt war der Deutsche nach dem Rennen: „Regeln sind Regeln. Ich war mir nicht bewusst, dass man gleich eine Strafe bekommt. Ich bin einmal einen halben Meter rausgekommen, aber nicht mehr. Das war in der ersten Runde, weil es ziemlich eng war“, rechtfertigt sich der Kalex-Pilot. „Die restlichen Runden bin ich am Limit gefahren und war mit dem halben Reifen auf dem Randstein und mit der anderen Hälfte auf dem Grünen, aber nur ganz leicht. Dass das gleiche eine Strafe bedeutet, habe ich nicht gewusst.“

Doch das war nicht alles. In der Motorrad-WM wird über die Boxentafeln mit den Fahrern kommuniziert: „Es hat auch lange gedauert, bis mir überhaupt klar wurde, was mir angezeigt wird. Ich habe mich auf meine Boxentafel konzentriert und lange die Anzeige der Rennleitung nicht gesehen“, so Folger. „Bis ich sie dann gesehen und verstanden habe, was sie meinen, war es schon zu spät und ich musste durch die Box fahren.“

Auch Schrötter bestraft
Folger war allerdings nicht der einzige Fahrer, der sich laut Anweisung der Rennleitung um einen Platz zurückfallen lassen musste. Drei Fahrer erhielten im Anschluss an das Rennen eine Zeitstrafe, weil sie es im Rennen nicht umsetzten. Während des Grand Prix musste auch Marcel Schrötter eine Position zurückgeben, weil auch der Tech-3-Pilot die Streckenlimits überschritten hatte.

Das machte auch Schrötters Hoffnungen auf ein besseres Ergebnis zunichte: „Pasini war zwei, drei Sekunden hinter mir. Ich musste auf ihn warten und die Gruppe vor mir ziehen lassen“, sagt Schrötter zu seiner Strafe. „Dann bin ich zwei, drei Runden hinter ihm festgesteckt, obwohl ich eigentlich viel schneller war. Ich tat mich schwer, mich vorbeizubremsen. Danach habe ich versucht, noch alles zu geben, obwohl es keine Aussicht mehr nach vorne gab.“

„Ich habe die Lücke zu der Gruppe aber wieder geschlossen. Das zeigt, dass unser Speed nicht schlecht war.“ Schrötter kam als Elfter ins Ziel und war somit in Misano der beste Deutsche. Dennoch ärgert ihn die Strafe, wenn sich der Fahrer um eine Position zurückfallen lassen muss. Im direkten Duell geht es meist in Ordnung, aber wenn ein Fahrer zum Beispiel mit 30 Sekunden Vorsprung führt und dann bei einem kurzen Verlassen der Strecke eine Zehntelsekunde gewinnt? Muss er dann die 30 Sekunden Vorsprung hergeben?

Fahrer finden Regel unfair
Deshalb war im Anschluss an das Rennen viel Kritik an dieser Regelauslegung zu hören. „Ich finde die Regel sehr unfair“, sagt Schrötter deutlich seine Meinung. „Klar ist es kein Teil der Strecke, aber dann sollen sie statt dem grünen Asphalt besser Kunstrasen montieren. Bei mir war es unfair, weil ich die Gruppe ziehen lassen und auf Pasini warten musste“, ärgert er sich.

„Bei Jonas war es, glaube ich, noch viel schlimmer. Er musste lange auf die Gruppe warten. Dann hat er das Schild zu spät gesehen und musste durch die Box fahren. Meiner Ansicht nach, ist Jonas ein super Rennen gefahren. Und dann damit bestraft zu werden, ist einfach nicht fair“, so Schrötter deutlich. „Man holt nicht mal eine Zehntel heraus. Vielleicht könnte man das anders regeln. Es ist nicht meine Aufgabe, aber es ist unfair.“

Als Trostpflaster blickt Folger auf die bis dahin positive Performance: „Es war ein gutes Rennen, ich habe gut gekämpft und mich wohlgefühlt. Ich war immer am Limit und bin gute Zeiten gefahren“, tröstet sich der Deutsche. „Es war wichtig, dass ich das ganze Rennen pushen konnte. Wenn ich als Siebter ins Ziel gefahren wäre, wäre ich auf jeden Fall zufrieden gewesen.“

Text von Gerald Dirnbeck

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