Scott Redding - © Gold and Goose

© Gold and Goose – Die BMW-Fahrer kämpften in Australien mehr untereinander

(Motorsport-Total.com) – BMW spielte mit der weiterentwickelten M1000RR beim Saisonauftakt der Superbike-WM in Australien keine Rolle im Spitzenfeld.

In der Superpole fehlte Michael van der Mark und Scott Redding eine knappe Sekunde. Sie qualifizierten sich auf den Positionen zwölf und 13.

Im verregneten Samstagsrennen stürzte van der Mark in Kurve 8. Redding kam als bester BMW-Fahrer als Neunter ins Ziel – fast 40 Sekunden hinter Sieger Alvaro Bautista. Der trockene Sonntag zeigte dann eher die Standortbestimmung zwischen den fünf Marken.

Während Ducati dominierte, fuhr BMW mit dem Werksteam und der Bonovo-Mannschaft hinterher. Im Superpole-Rennen wurde van der Mark Zehnter. Im Laufe der zehn Runden verlor er knappe zwölf Sekunden auf Sieger Bautista. Auch im zweiten Hauptrennen war der Rückstand groß.

Die vier BMW-Fahrer van der Mark, Redding, Garrett Gerloff und Loris Baz belegten die Plätze zwölf, 13, 14 und 15. Diesmal ging über 22 Runden eine halbe Minute auf Bautista verloren. Und auch auf die große Kampfgruppe um Platz vier fehlten rund 20 Sekunden.

BMW nahm elf WM-Punkte von Phillip Island mit. „Es war kein einfacher Saisonstart für die beiden BMW-Mannschaften“, sagt Marc Bongers. Der Direktor der Motorsportabteilung bei BMW-Motorrad sah das aber schon kommen.

„Bereits beim Test am Montag und Dienstag hat sich abgezeichnet, dass wir hier nicht ganz vorne mit dabei sein können. Am Rennwochenende selbst gab es dann noch zusätzliche Herausforderungen.“

Damit meint Bongers einerseits das wechselhafte Wetter. „Andererseits stand für uns keine ausreichende Auswahl an Reifen zur Verfügung.“ Denn abgesehen vom Superpole-Rennen (SC0) stellte Pirelli nur den härteren Hinterreifen SC1 in zwei Varianten zur Verfügung.

„Es gab jedoch auch positive Punkte“, spricht Bongers den Topspeed von rund 330 km/h an. „Durch die Aerodynamik-Updates der neuen M1000RR waren wir das gesamte Wochenende über konstant mit an der Spitze, was die Topspeed-Werte angeht.“

„Das ist ein Punkt, in dem wir uns stark verbessert haben. Doch natürlich bringt ein guter Topspeed nicht alleine eine gute Rundenzeit. Wir haben ebenfalls gesehen, dass wir ein starkes Fahrerquartett haben, aber auch, dass wir noch Arbeit vor uns haben.“

Im vergangenen November konnte Redding auf Phillip Island am Sonntag noch Top-10-Ergebnisse erzielen. Im Superpole-Rennen und im zweiten Hauptrennen wurde der Brite jeweils Sechster. Drei Monate später waren die Top 10 aus eigener Kraft nur sehr schwer zu erreichen.

„Es gibt nicht so viel schönzureden“, findet Bonovo-Teammanager Michael Galinski deutliche Worte. „Wir sind nicht da angekommen, wo wir uns das vorgestellt haben. Hier war nicht mehr drin für uns. Wir hatten ein schwieriges Wochenende.“

„Wir haben Schritte gemacht, aber während wir einen Schritt gemacht haben, haben die anderen zwei gemacht. So ist es, dass wir definitiv noch nicht da sind, wo wir uns vorstellen, sein zu können. Wir werden den Kopf aber nicht in den Sand stecken und müssen weiterarbeiten.“

„Das ist eine Arbeit von uns allen – von BMW, von beiden Teams. Wir sind alle auf gleicher Höhe, aber leider fünf Plätze zu weit hinten. Wir müssen also weitermachen und sehen, dass wir so schnell wie möglich etwas finden, das uns etwas mehr ermöglicht, als wir in Australien zeigen konnten.“

Bonovo-Team: „Überlegen, wie es weitergeht“
Jürgen Röder, der Besitzer des Bonovo-Teams, kann seine Enttäuschung über die BMW-Performance nicht verbergen: „Selbstredend können wir mit diesen Ergebnissen nicht zufrieden sein. Das ist in Anbetracht dessen, was wir investieren, einfach zu wenig.“

„BMW gibt sich unglaublich Mühe. Wir haben ständig neue Teile, wir haben ständig Dinge, die getestet werden. Aber vielleicht sollten wir uns gemeinsam an einen Tisch setzen und überlegen, wie es weitergeht.“

„Wir wissen, dass die Ergebnisse nicht unseren Fahrern zuzuschreiben sind, denn wir haben Fahrer, die alle aufs Podium fahren können. Natürlich ist die Leistungsdichte dieses Jahr so hoch wie noch nie. Umso mehr kommen die Unzulänglichkeiten, die teilweise noch im Motorrad sind, zutage.“

„Daher würde ich mir wünschen, dass wir uns gemeinsam an einen Tisch setzen, reden und überlegen, was wir tun können. Und wie wir das tun können und auch weitere Tests fahren, um uns hier nach vorne zu entwickeln.“

„An diesem Wochenende ist leider das passiert, was ich befürchtet hatte: wie ich zuvor sagte, dachte ich schon, dass Australien und wohl auch noch Indonesien eher ein Test sind. Aber auch da haben wir schon gesehen, dass wir mit den Leuten in den Top 5 oder gar den Top 10 bei normalen Umständen nicht mithalten können.“

„Jetzt müssen wir überlegen, was wir tun. Ich bin nach wie vor sehr überzeugt von BMW. BMW hat das Potenzial, aber ich denke, man sollte hier mit der Entwicklung in Abstimmung mit den Fahrern und den Teams agieren. Aber ich bin da guter Dinge und habe absolutes Vertrauen in BMW, dass sie die Probleme sehen, einzuschätzen wissen und die richtigen Schritte einleiten werden.“

Am kommenden Wochenende geht es in Indonesien weiter. Für Mandalika hat Pirelli die weicheren Mischungen SCX und SC0 ins Kontingent aufgenommen. Der harte SC1-Reifen ist nicht dabei.

Text von Sebastian Fränzschky

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