Alberto Puig u Marc Marquez - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Alberto Puig und Marc Marquez beim ersten Wochenende in Jerez

(Motorsport-Total.com) – Nach seiner zweiten Operation des rechten Oberarms verpasst MotoGP-Weltmeister Marc Marquez auch den Grand Prix von Tschechien in Brünn an diesem Wochenende.

Nach der ersten Operation des Knochenbruchs, der mit einer Titanplatte fixiert wurde, probierte Marquez am 25. Juli (Samstag) ein Comeback in Jerez. Das kam aber noch zu früh.

Seither hat der Spanier daheim mit Physiotherapie und Training daran gearbeitet, wieder Kraft im rechten Arm aufzubauen. Am vergangenen Wochenende postete Marquez auf Instragram ein Video, dass ihn beim Training an mehreren Fitnessgeräten zeigte.

Sein Kommentar zu diesem Video lautete: „Wir arbeiten daran, bestmöglich vorbereitet nach Tschechien zu kommen.“ Sein Ziel war klar. Marquez wollte in Brünn wieder auf seine Honda steigen. Doch am Montag (3. August) kam die Nachricht, dass er ein zweites Mal operiert werden musste.

Wenn man gewusst hätte, dass die Platte brechen kann …
„Wie Sie wissen, hatte Marc vergangenen Montag eine zweite Operation des rechten Oberarms“, sagt Honda-Teamchef Alberto Puig am Donnerstag in Brünn. Er erklärt weiter: „Diesmal war es ein Unfall zu Hause, denn er wollte ein Fenster öffnen.“

„Plötzlich hatte er starke Schmerzen gespürt. Später hat man gesehen, dass die Platte gebrochen war.“ Die zweite Operation wurde erneut von Doktor Xavier Mir in Barcelona durchgeführt. Puig merkt aber auch an: „Vermutlich ist das auch eine Folge der Belastung des Arms.“

Speziell in Spanien hagelte es nach der zweiten Operation innerhalb kürzester Zeit mediale Kritik – auch an den Ärzten. Im Nachhinein äußert sich Puig diplomatisch und lässt nur zwischen den Zeilen eine Kritik an den Ärzten durchklingen.

„Wir hatten es in Jerez probiert, weil die Ärzte ihr Okay gegeben hatten. Wenn wir die Information gehabt hätten, dass die Platte brechen könnte, dann wäre Marc wahrscheinlich nicht nach Jerez gefahren und Honda hätte es ihm nicht erlaubt.“

„Positiv ist nur, dass ihm das jetzt bei ihm daheim passiert ist und nicht in Brünn oder in Spielberg auf dem Motorrad“, glaubt Puig an etwas Glück im Unglück. „Ein weiterer Sturz hätte massive Konsequenzen haben können.“

Rückkehr auf die Rennstrecke derzeit offen
War das Risiko dennoch zu groß, schon fünf Tage nach der ersten Operation in Jerez wieder auf das MotoGP-Bike zu steigen? „Es ist aber nicht in Jerez passiert, sondern in seinem Haus“, betont Puig. „Es stimmt natürlich, dass es nicht so gut ist, wenn man einen operierten Bereich belastet als wenn man gar nichts machen würde.“

„Aber wenn man ein Sportprofi ist, will man Performance zeigen. Das hat er versucht. Wir müssen jetzt kontinuierlich die Heilung seines Arms beobachten. Die Zeit wird zeigen, wann er wieder Rennen fahren kann.“

Honda will von Rennen zu Rennen entscheiden. Derzeit geht man aber auch davon aus, dass Marquez alle drei August-Rennen verpassen wird – also auch die beiden Grands Prix in Österreich. Damit sind praktisch alle WM-Chancen vorbei.

„Man darf niemals nie sagen“, schmunzelt Puig. „Es ist noch nicht vorbei, aber klarerweise hat sich für die anderen Jungs ein Fenster geöffnet und sie haben bessere Chancen. Rechnerisch wird es sehr schwierig. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Im Normalfall gewinnt Marc. Jetzt wird es viel schwieriger.“

Für Brünn hat Honda als Ersatz Stefan Bradl nominiert. Der Deutsche wird mit der Marquez-Crew rund um Santi Hernandez zusammenarbeiten und nicht mit dem Testteam rund um Klaus Nöhles. Es ist das erste Mal, dass Hernandez und Co. nicht für Marquez schrauben.

Text von Gerald Dirnbeck, Co-Autor: Oriol Puigdemont

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