Aleix Espargaro - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Aleix Espargaro setzt große Hoffnungen in den Aprilia-Test mit Dovizioso

(Motorsport-Total.com) – Vom 12. bis 14. April testet Aprilia mit Andrea Dovizioso in Jerez – zunächst unverbindlich, hieß es seitens des MotoGP-Teams.

Man wolle das Feedback des erfahrenen Italieners zur neuen RS-GP einholen. Die Hoffnungen, dass sich daran eine Testfahrerrolle oder mehr anschließt, sind aber freilich groß.

„Wir leben für den Tag“, hält sich Aprilia-CEO Massimo Rivola im Gespräch mit ‚Sky Sport Italia‘ bedeckt. „Ein MotoGP-Motorrad zu fahren ist positiv für ihn, wenn er sich fit halten will und an eine Rückkehr im Jahr 2022 denkt – mit wem auch immer.“

„Für uns ist er ein Fahrer mit großer Sensibilität, Geschwindigkeit und Talent. Wir könnten keinen besseren Entwickler haben. In einem Moment wie diesem, in dem wir noch wachsen müssen, ist er fundamental. Wir hoffen, dass Jerez gut läuft und dass es weitere Tests geben wird“, blickt Rivola in die Zukunft.

Espargaro: „Er kann ein guter Testfahrer sein“
Auch Aprilia-Pilot Aleix Espargaro betont: „Ich bin sehr glücklich darüber, dass er für uns testet. In den vergangenen Jahren haben wir uns den Top-Bikes Schritt für Schritt angenähert. Jetzt hat Aprilia einen weiteren wichtigen Schritt gemacht. Es wird sehr hilfreich für die Zukunft sein, denn Andrea nicht nur ein sehr talentierter und erfahrener Pilot, ich glaube, er kann auch ein guter Testfahrer sein.“

„Er hat bei Ducati großartige Arbeit geleistet. In den letzten Saisons hat er Rennen gewonnen und um den Titel gekämpft. Er wird in der Lage sein, uns gutes Feedback über die Aprilia zu geben. Ich kann es kaum erwarten, dass er das Motorrad in Jerez testet – wie seine Reaktion ist und wie es ihm gefällt, wo er Schwächen sieht.“

Espargaro, mittlerweile in seinem fünften Jahr bei Aprilia, erhofft sich von Dovizioso vor allem neue Impulse: „Er ist frisch und neu. Insofern kann er uns einen neuen Blickwinkel eröffnen. Das wird uns sehr helfen“, glaubt der Spanier und schwärmt.

Wie geht es nach dem Test mit Dovizioso weiter?
„Für Aprilia ist es unglaublich, einen Fahrer wie Dovi für einen Test gewinnen zu können. Ich bin auf seine Reaktion gespannt, denn er ist sehr lange mit der Ducati gefahren. Und ich denke, die Ducati und die Aprilia sind sehr unterschiedlich, was Motor, Chassis, Elektronik betrifft. Insofern geben wir ihm Zeit, das Bike kennenzulernen und es zu genießen, nach einigen Monaten wieder zu fahren.“

Danach solle eine Entscheidung über das weitere Vorgehen fallen – sprich darüber, ob und in welcher Funktion Dovizioso für Aprilia tätig wird. Espargaro könnte ihn sich gut als neuen Teamkollegen vorstellen. „Welches Team würde Andrea Dovizioso als zweiten Fahrer nicht haben wollen?“, sagt der Spanier.

Allerdings hänge das vor allem von Dovizioso ab: „Es sieht so aus, als ob er das Motocross-Fahren sehr genießt. Vielleicht will er Testfahrer sein. Schaut euch Cal Crutchlow an. Ich habe mich mit ihm unterhalten und er sagte, er liebt sein neues Leben, kann bei seiner Familie sein und ist gerne Testfahrer bei Yamaha.“

Manager erwartet keine Wildcards in dieser Saison
Doviziosos Manager Simone Battistella betonte zuletzt immer wieder, das Dovizioso für 2022 ein Vollzeitcomeback in der MotoGP anvisiere. Wildcards im Zuge des Tests mit Aprilia seien im aktuellen Rennjahr derzeit aber nicht vorgesehen.

„Ich denke nicht, dass es in dieser Saison eine Chance gibt“, sagt der Fahrermanager gegenüber ‚MotoGP.com‘. „Sicherlich will er den Test machen und er hat die Einladung von Aprilia angenommen. Er war sehr erpicht darauf, wieder auf ein MotoGP-Bike zu steigen. Wir arbeiten aber für 2022. Wir denken nicht über 2021 nach.“

Über die weitere Zusammenarbeit mit Aprilia sagt Battistella: „Es ist nur ein Test für den Moment. Wir haben nicht geplant, über etwas anderes zu sprechen. Es wird vielleicht einen weiteren Test geben oder mehr Tests, aber im Moment haben wir uns nur für diesen einen entschieden und danach sehen wir weiter.“

Text von Juliane Ziegengeist

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