Dani Pedrosa - © LAT

© LAT – Dani Pedrosa wird KTM 2019 bei der
Entwicklung der RC16 unterstützen

(Motorsport-Total.com) – Dani Pedrosa ist offiziell MotoGP-Rentner. Allerdings wird der Spanier weiterhin MotoGP-Bikes testen, jene der Marke KTM.

Der österreichische Hersteller hat sich die Dienste des erfahrenen Ex-Honda-Piloten gesichert. Bereits im Winter soll Pedrosa zum ersten Mal auf die RC16 steigen. Allerdings gilt der „kleine Samurai“ als sehr spezieller Fahrer. Wird der „Pedrosa-Faktor“ für KTM bei der Entwicklung gar zum Hindernis? ‚Motorsport-Total.com‘ hat bei MotoGP-Experten Alex Hofmann nachgefragt.

Der „Pedrosa-Faktor“ bezieht sich vor allem auf den Körperbau des Spaniers. Mit 157 Zentimeter Körpergröße und 50 Kilogramm Gewicht war Pedrosa der leichteste und kleinste Fahrer im Feld. Daher entwickelte er einen speziellen Fahrstil, um die schweren MotoGP-Bikes um die Strecken dieser Welt zu bewegen. Viele zweifeln daher daran, dass Pedrosa KTM in der Weiterentwicklung helfen kann.

So auch Markenkollege Cal Crutchlow: „Er ist ein fantastischer Fahrer, aber nicht neutral in seinem Fahrstil. Er ist sehr sanft am Gas und auf der Bremse, also komplett anders als die anderen Piloten. Daher denke ich, dass er nicht die richtige Wahl ist“, ließ der Brite wissen.

Marc Marquez „ist nicht der ultimative Testfahrer“
„Es kommt mehr darauf an, welchen Charakter ein Fahrer hat“, entgegnet hingegen Hofmann im exklusiven Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. „Perfekt ist natürlich ein Stefan Bradl, der identisch groß ist wie Marc Marquez bei Honda. Aber wichtiger ist eher, dass ein Rennfahrer von Natur aus ein Problem nicht umfährt, sondern das Problem zuerst lösen möchte“, schildert der ServusTV-Experte und Ex-Rennfahrer.

Das sei genau der Fall bei Dani Pedrosa, was in der Saison 2018 des Öfteren offensichtlich wurde. „Er kann das Bike auch mit seiner Größe richtig schnell fahren, wenn das Bike gut funktioniert. Wenn es nicht so gut funktioniert, dann hat er Probleme, das zu umfahren – was ein Marc Marquez zum Beispiel sehr natürlich macht. Marc ist einfach nicht der ultimative Testfahrer, weil er so gut ist und Probleme einfach überdecken kann.“

Pedrosa haderte in der Saison 2018 hingegen mit der Honda RC213V. Er schaffte in seinem Abschlussjahr zum einzigen Mal in einer Saison keinen Sieg. Aber genau diese vermeintliche Schwäche könnte zur Stärke des Testpiloten Pedrosa werden. „Deswegen glaube ich, dass er als Rennfahrer sehr gut ist fürs Testen und KTM weiterbringen wird, weil Dani sich nicht einfach raufsetzt und das Bike zum Fliegen bringt. Das Bike muss passen.“

„… dann wird sich einer der ganz Großen die KTM ansehen“
Die RC16 wird Pedrosa spätestens beim Sepang-Test im Februar pilotieren. Dort wird er auf die Werkspiloten Johann Zarco und Pol Espargaro und die Tech-3-Kundenfahrer Miguel Oliveira und Hafizh Syahrin treffen. Gemeinsam mit Testfahrer Mika Kallio bilden diese sechs Piloten das Herzstück der KTM-Entwicklung. Dass man Pedrosa als zweiten Testfahrer mit viel Erfahrungsschatz verpflichtet hat, kann Hofmann nachvollziehen.

„Das ist ein nächster Schritt. Natürlich ist das nicht das Toppferd, das man sich bei KTM vielleicht vorgestellt hat, aber da muss man sich natürlich auch an Verfügbarkeiten richten“, gibt der Deutsche zu bedenken. „Aber sie bekommen viel mehr Input pro Wochenende mit vier Fahrern und Dani Pedrosa, der bis zuletzt das aktuelle Honda-Material gefahren ist.“

Statt drei werden nun doppelt so viele Piloten Feedback zur RC16 liefern. Das müsse man nützen und verarbeiten, weiß Hofmann. „Wenn man das schafft, wird auch das Bike besser. Dann werden sich auch die ganz großen [Piloten] irgendwann die Möglichkeit ansehen, mit den Orangen zu fahren“, ist der Experte überzeugt.

Text von Maria Reyer, Co-Autor: Gerald Dirnbeck

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