Sergio Garcia - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Mit dem Sieg in Le Mans hat Sergio Garcia die WM-Führung übernommen

(Motorsport-Total.com) – Der italienische Chassis-Spezialist Speed Up hat die Kalex-Dominanz in der Moto2-Klasse durchbrochen.

Kalex hat seit 2013 alle Fahrer-Weltmeister gestellt und alle Konstrukteurs-Weltmeistertitel gewonnen. Damit ist der deutsche Chassis-Hersteller in der Geschichte der mittleren Klasse (inklusive der 250er-Klasse) die dritterfolgreichste Marke hinter Honda und Yamaha.

Aber nun hat das Pendel zu Speed Up beziehungsweise Boscoscuro umgeschlagen. Fahrer mit diesem Chassis haben acht der vergangenen neun Rennen gewonnen. In Le Mans standen erstmals drei Boscoscuro-Fahrer auf dem Podest.

Zum ersten Mal seit Valencia 2012, als drei Suter-Fahrer bei der Siegerehrung waren, war kein Kalex-Fahrer in den Top 3. In der Fahrer-WM sind nach fünf Rennwochenenden 2024 alle vier Boscoscuro-Fahrer in den Top 5.

„In Italien bauen wir gute Motorräder“, wird Luca Boscoscuro von GPOne.com zitiert. Der Ex-Rennfahrer hat die Firma gegründet, um ab 2010 in der damals neuen Moto2-Klasse an den Start zu gehen. Für ihn sind schon einige Topfahrer gefahren.

Das waren unter anderem Andrea Iannone, Pol Espargaro, Augusto Fernandez, Fabio Quartararo und Fabio Di Giannantonio. Einen seiner aktuellen Fahrer, Fermin Aldeguer, hat Ducati bereits für die MotoGP unter Vertrag genommen.

„Ich habe eine sehr gute Gruppe an Mitarbeitern, dazu wählen wir die richtigen Fahrer, selbst wenn nicht alles gut gelaufen ist. Man muss auch die Fahrer loben, denn sie helfen dir bei der Entwicklung des Motorrads. Sie sind immer die Speerspitze.“

„Wenn man sich die Liste unserer Fahrer ansieht, dann hatten sie mit uns immer ihre beste Saison. Also gab es nie Zweifel“, findet Boscoscuro. „Mit mehr Erfahrung haben auch wir viel verstanden. Mit den richtigen Fahrern waren wir nie außerhalb der WM-Punkteränge.“

„Aber wie ich schon im Vorjahr gesagt habe, Kalex hat gewonnen und Kalex war auf dem letzten Platz. Man braucht immer den Fahrer.“ Auch für Kalex-Designer Alex Baumgärtel ist die Moto2 in erster Linie eine Fahrerweltmeisterschaft.

Boscoscuro meint auch: „Es ist eine Klasse, die den Fahrer hervorbringt. Man sieht, wer stark ist und wer nicht. Jeder, der von der Moto2 in die MotoGP aufgestiegen ist, wurde zu einem Protagonisten, während sich niemand von anderen Serien durchgesetzt hat.“

„Die Moto2 ist die härteste Klasse. Wenn nicht alles zu 100 Prozent perfekt ist, dann wird es schwierig, überhaupt in die Top 10 zu kommen.“ Das erklärt auch den bisher nicht ganz optimalen Saisonstart von Aldeguer.

Boscoscuro ein Nachwuchsteam für Ducati?
Prinzipiell ist die Moto2 ein Pool für Nachwuchsfahrer für die MotoGP. KTM hat mit Ajo, Aspar und IntactGP drei Partnerteams. Yamaha hat ebenfalls ein Nachwuchsteam. Honda finanziert ebenso ein Moto2-Team. Diese fahren alle mit Kalex.

Ist Boscoscuro praktisch das Nachwuchsteam für Ducati? „Ich glaube nicht, dass Ducati mich braucht“, winkt der Ex-Rennfahrer ab. „Denn es gibt keinen Fahrer, der nicht gerne eines ihrer Motorräder fahren möchte.“

Aktuell nutzt neben dem Boscoscuro-Team auch MT-Helmets dieses Chassis. Es ist das Nachfolgeteam von Pons Racing. Mit Garcia führt dieser Rennstall nach fünf Rennwochenenden die WM-Wertung an.

Steigt mit dem Erfolg das Interesse am italienischen Chassis und könnten im nächsten Jahr weitere Teams von Kalex zu Boscoscuro wechseln? „Es wäre kein Problem, mehr Material zu produzieren. 2013 hatte ich acht Motorräder im Feld.“

„Man muss eine Auswahl treffen. Ich möchte mit Teams arbeiten, die gewinnen wollen und nicht mit welchen, die nur teilnehmen wollen“, hält Boscoscuro fest. „Wenn es ein Projekt gibt, bei dem ich gerne ein Teil sein möchte, dann mache ich es. Ansonsten nicht.“

Boscoscuro könnte in der Moto2 die dritte Marke werden, die die Herstellerwertung gewinnt. In den ersten drei Jahren war Suter erfolgreich und anschließend ununterbrochen Kalex.

Text von Gerald Dirnbeck

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