Stefan Bradl - ©LAT

©LAT – Auf Platz 17 liegend rechnete sich Bradl
Chancen auf WM-Punkte aus

(Motorsport-Total.com) – Honda-Testpilot Stefan Bradl hatte auch bei seinem zweiten Wildcard-Einsatz in dieser Saison kein Glück. Der Deutsche stürzte bereits in Brünn, am Sonntag ging er auch in Misano zu Boden. In Runde 18 stürzte er in Kurve 1 über das Vorderrad. Im ersten Schock dachte der 28-Jährige an Selbstverschulden, doch sehr bald stellte sich ein gravierendes Problem mit dem Vorderreifen heraus.

„Das ist ein bisschen eine längere Geschichte“, beginnt er die Analyse am Mikrofon von ‚ServusTV‘. Bradl stellt sofort klar: „Es ist nicht mein Fehler gewesen, dass ich gestürzt bin. Es sind Stücke am Vorderreifen davongeflogen. Das lässt darauf schließen, dass irgendetwas faul war.“ Er vermutet einen Produktionsfehler von Michelin.

Bradl ist auf dem harten Reifen (vorne und hinten) von Startplatz 18 gestartet und konnte sich im hinteren Mittelfeld mit Bradley Smith und Ducati-Testpilot Michele Pirro duellieren. Er lag bei noch zehn zu fahrenden Runden auf Rang 17, als der Vorderreifen endgültig nachgab.

„… und dann fährt man mit einer Blockade herum“
„Ich bin der einzige Fahrer gewesen, der den harten Hinterreifen verwendet hat. Und deshalb war es am Anfang schwierig, einen Rhythmus zu finden. Das kam dann.“ Schließlich konnte er sich am KTM-Piloten vorbeischieben. „Dann war Pirro vor mir. Ich musste aber immer einen Abstand zum Vordermann halten, weil ich nach drei Runden auf meinem Dashboard die Nachricht bekam, dass der Reifendruck vorne zu hoch sei“, verrät er.

Diese Nachricht ist in seinem Kopf immer mitgefahren. „Ich habe versucht, auf der Bremse ein bisschen rauszunehmen und geschaut, mehr den Hinterreifen zu nutzen. Es ist mir ganz gut gelungen, aber das hat man dann einfach im Kopf und dann fährt man mit einer Blockade herum“, gesteht der Testpilot. Auch nach 13 Runden sei die Nachricht nicht verschwunden, später im Rennen hat er außerdem Blistering bekommen. „Dann hat es mir das Vorderrad weggezogen.“

„Ich bin in der erste Kurve runtergefallen und bin im Kiesbett aufgestanden und habe mir gedacht: ‚Was bist du denn eigentlich für ein Vollidiot‘. Aber wie ich realisiert habe, was los war, habe ich mir schon gedacht, dass irgendetwas faul gewesen sein musste“, schildert der Deutsche. „Dann bin ich zurück an die Box, nach einer Weile kam das Motorrad zurück. Dann habe ich mir gleich den Vorderreifen angesehen – und so etwas habe ich noch nie gesehen.“

„Es ist vermutlich ein Produktionsfehler“
„Fetzen“ seien aus dem Vorderreifen „davongeflogen“, berichtet Bradl. „Das muss man sich jetzt genau anschauen, was das gewesen ist. Ich darf dazu jetzt nicht viel sagen, aber es war nicht mein Fehler. Es ist vermutlich ein Produktionsfehler.“

Bradl wollte das Rennen unbedingt zu Ende fahren und Punkte holen. Besonders bitter: Pirro, mit dem er sich das gesamte Rennen über duelliert hatte, wurde am Ende 15. und holte damit den letzten WM-Punkt. „Ich wollte das Rennen zu Ende fahren, das war meine oberste Priorität.“

Enttäuscht reist Bradl aus Misano ab, ihn ärgert sein anhaltendes Pech: „Ich freue mich auf Aragon, aber ich bin eigentlich enttäuscht, dass das Problem aufgetaucht ist mit dem Vorderrad. Das hätte einfach nicht sein müssen. Ich habe momentan auch nicht wirklich das Glück, dass ich die richtige Entscheidung treffe. Aber mit der Honda musst du das harte Vorderrad verwenden“, verteidigt er die Reifenwahl. Gemeinsam mit Michelin wird die Sturzursache nun untersucht.

Keine weiteren Wildcard-Einsätze 2018 geplant

„Nach diesen zwei unglücklichen Rennen wäre es natürlich super, wenn es dieses Jahr noch eine Gelegenheit geben würde. Doch das steht nicht auf unserem Zettel. Von dem her mache ich mir keine Hoffnungen, diese Schmach schnellstens wieder ausbügeln zu können.“ Ein Wildcard-Start beim Honda-Heimspiel in Japan war zwar im Gespräch, jedoch bestätigt Bradl auch bei ‚ServusTV‘, dass der Grand Prix in San Marino sein letzter Auftritt auf der MotoGP-Bühne 2018 gewesen ist.

„Das war jetzt mein letztes Rennen. Ich hätte jetzt auch wirklich gern die schwarz-weiß Karierte Flagge gesehen. Aber es hat nicht sollen sein.“ Dennoch ist er froh, dass er das Rennen nicht durch einen Eigenfehler weggeschmissen hat. „Ich bin froh, dass es nicht mein Fehler ist, muss ich echt auch zugeben. Weil wie ich im Kiesbett aufgestanden bin, hätte ich mir selber eine runterhauen können. Letztlich bin ich ganz gut mitgefahren, aber das war’s leider für mich in diesem Jahr.“

Text von Maria Reyer

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