Cal Crutchlow - © LAT

© LAT – Cal Crutchlow ist von Stefan Bradls
Aktion alles andere als beeindruckt

Stefan Bradl mag einer Bestrafung durch die Rennleitung entgangen sein, doch den Zorn einiger Fahrerkollegen hat er mit seinem Unfall in Kurve 3 bei der MotoGP in Brünn auf sich gezogen.

Obwohl nicht direkt beteiligt, ist auch Cal Crutchlow sauer: Bradl habe mit dem Unfall Entwicklungsteile zerstört, die für seine LCR-Honda in Österreich bestimmt waren, poltert er. Diese kommen nun erst einmal nicht zum Einsatz.

„Er sagt, er kann sich an nichts erinnern. Ich kann sagen, was los er war: Er war völlig außer Kontrolle“, kritisiert der 32-Jährige seinen Vorgänger im Team von Lucio Cecchinello. „Er fuhr, als wolle er die Weltmeisterschaft in Kurve 3 gewinnen. Wisst ihr, wo er gebremst hat? Er hat praktisch versucht, innen auf dem Gras zu überholen! Es gibt Spuren von seinem Vorderreifen auf dem inneren Randstein! Also ganz ehrlich, das war ein mieses Manöver.“

Bradl wurde von der Rennleitung nicht bestraft, weil es keine aussagekräftigen Aufzeichnungen gab. Er selbst sagt aus, seinerseits einen Stoß bekommen zu haben. Danach kann er sich an nichts mehr erinnern, bis er im Kiesbett lag. Crutchlow hält das für Taktik: „Er wusste, dass es keine TV-Aufzeichnungen gibt und hat einfach sein Gedächtnis verloren. Ich weiß, wie es abgelaufen ist, und ungefähr zehn andere Fahrer auch. Ich bin einfach nur enttäuscht, dass er etwas kaputt gemacht hat, das ich hätte benutzen sollen.“

„Er hat ohne jeden Grund Bradley abgeschossen, der ganze Jahr über hart arbeitet, und Vinales, der um die Weltmeisterschaft fährt“, meckert der Brite weiter. „Das kann passieren. Mir ist das auch schon passiert und es wird sicher wieder passieren. Aber er hätte einfach ein solides Rennen für Honda absolvieren und wichtige Daten sammeln können statt alle abzuräumen.“

Crutchlow regt an, die Rolle von Testfahrern und vor allem deren Renneinsätze zu überdenken: „Man schaue sich Casey an, der die Testarbeit für Ducati die letzten Jahre erledigt hat. Er hat kein Interesse mehr, Rennen zu fahren, weil er nichts mehr beweisen muss. Vielleicht sollte man nur noch solche Fahrer zu Testfahrern machen. Ansonsten passiert es, dass sie sich Hoffnungen machen, über den Wildcard-Einsatz an einen Job zu kommen.“

Und da sollten sich Testfahrer nicht zu sehr übernehmen, findet er: „Sie sind aus gutem Grund in dieser Position. Testfahrer sind halt oft nicht gut genug. Bei Casey ist das anders, weil er nicht mehr fahren will. Aber der Rest kommt hier an und möchte etwas beweisen. Die Ausnahme ist vielleicht (Sylvain) Guintoli.“ Andererseits ist auch ihm klar, dass die MotoGP-Teams schnelle Testfahrer brauchen.

Text von Heiko Stritzke & Gerald Dirnbeck

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