Scott Redding - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Scott Redding grübelt, ob Ducati in die falsche Richtung entwickelt hat

(Motorsport-Total.com) – Die Ducati Panigale V4R ist laut vielen Experten das Superbike mit dem größten Potenzial.

Doch auch in der dritten Saison mit der V4-Maschine kämpft Ducati mit Problemen, die den Kampf um den WM-Titel erschweren. Werkspilot Scott Redding beklagt, dass es auch in der dritten Saison mit der V4R keine Grundabstimmung gibt, die auf allen Strecken funktioniert.

„Die Abstimmung, die wir in Estoril verwendet haben, funktionierte nicht in Misano. Und die Abstimmungen von Estoril und Misano funktionierten nicht in Donington. Wir liegen immer ziemlich weit zurück“, kritisiert Scott Redding und bemerkt: „Im FT1 sieht man, ob es funktioniert oder nicht.“

Zuletzt verzettelte sich Ducati in Donington mit der Abstimmung. Bei ständig wechselnden Wetterbedingungen hatte Ducati nie eine passende Antwort für Kawasaki und Yamaha parat und verlor beim Kampf um die Meisterschaft den Anschluss. Scott Redding liegt nach vier Events bereits 66 Punkte zurück.

Vor dem Start der Saison erwartete Scott Redding, dass er sich in seiner zweiten WSBK-Saison schneller auf die Gegebenheiten einstellen kann. Die Erfahrungen aus 2020 sollten dabei helfen, an den Renn-Wochenenden schneller eine passende Abstimmung zu finden, um dadurch konstantere Ergebnisse zu erreichen.

Hat Ducati in die falsche Richtung entwickelt?
Doch bei der Entwicklung scheint Ducati einen Schritt zurück gemacht zu haben. „Im vergangenen Jahr war das Motorrad etwas benutzerfreundlicher und gutmütiger. Jetzt ist es entweder richtig gut oder es funktioniert überhaupt nicht. Es gibt nichts dazwischen“, kommentiert Redding.

„Das liegt sicher auch daran, dass die anderen Hersteller etwas nachgezogen haben.

Yamaha hat offensichtlich einen Schritt gemacht. Man kann sehen, dass sie sich verbessert haben und konstanter sind. BMW konnte einen kleinen Schritt machen“, stellt der Ducati-Werkspilot fest.

„Wenn die Ducati funktioniert, dann richtig gut“, erkennt Redding, der aber mit großen Problemen kämpft, wenn sich das Motorrad nicht im richtigen Arbeitsfenster befindet. „Das ist unser Problem. Manchmal funktioniert es für einen Fahrer und den anderen nicht. Dann kommt man zu einer anderen Strecke und es ist umgekehrt“, bemerkt der Brite.

Die Dominanz auf den Geraden ging verloren
Als die Ducati Panigale V4R in der Saison 2019 debütierte, fuhr Alvaro Bautista in einer eigenen Liga. Bei den Topspeeds lag der kleine Spanier weit vorn und ließ Weltmeister Jonathan Rea keine Chance. Von diesem Vorteil auf den Geraden ist zwei Jahre später nicht mehr viel übrig geblieben.

„Vor zwei Jahren hatten sie einen massiven Vorteil, dann wurden die Drehzahlen reduziert. Sie hatten aber auch einen Fahrer auf dem Motorrad, der so viel wiegt wie eines meiner Beine“, scherzt Redding.

„Ich konnte nie den Ducati-Leistungsvorteil ausspielen. Ich habe das Gefühl, dass ich auf den Geraden so schnell bin wie die anderen Fahrer. Doch uns fehlt im Moment die Agilität der anderen Motorräder“, stellt der Brite fest.

„Ducati hat sich immer ein bisschen auf den Vorteil beim Topspeed auf den Geraden verlassen“, vermutet Redding. „Das Handling ist nicht so gut, doch das konnte man kompensieren. Die anderen Hersteller konnten sich aber verbessern. Uns fehlt ein Vorteil.“

Text von Sebastian Fränzschky

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