Pedro Acosta - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Pedro Acosta wird 2024 für Tech-3-GasGas in der MotoGP antreten

(Motorsport-Total.com) – Als für Respol-Honda relativ spät in der MotoGP-Saison 2023 der Ernstfall eintrat und Marc Marquez seinen Wechsel zu Gresini-Ducati ankündigte, wurde wochenlang über seinen möglichen Nachfolger spekuliert.

Zahlreiche Namen tauchten auf. Am Ende fiel die Wahl auf Luca Marini von VR46-Ducati.

Das kam nicht nur deshalb überraschend, weil Marini kurz vorher eigentlich seinen Vertrag mit VR46 verlängert hatte. Doch im Interview mit Marca erklärt Honda-Teammanager Alberto Puig: „Erstens gab es nicht so viele Optionen.“

„Zweitens haben wir seine Karriere analysiert, sowohl in der Moto2 als auch in der MotoGP, und er ist ein sehr beständiger Fahrer, ziemlich analytisch, jung und er war die erste Person, die uns kontaktiert hat – er und seine Gruppe – als sie herausfanden, dass Marc gehen würde. Er war der Erste, der Interesse zeigte.“

„Wir haben ihn also analysiert und bewertet, und es war eine Unternehmensentscheidung, ihn zu verpflichten“, erklärt Puig. Gemeinsam mit Joan Mir, seit 2023 bei Honda, soll Marini den angeschlagenen Hersteller aus dem Formtief holen.

„Wir sind sicher, dass wir guten Input von ihm bekommen werden, denn er kommt von einer Siegermaschine und kann uns viele Informationen geben“, weiß Puig.

Inmitten der Spekulationen um die Marquez-Nachfolge fiel neben Namen wie Miguel Oliveira, Pole Espargaro und Fabio Di Giannantonio auch der von Moto2-Champion Pedro Acosta. Darauf angesprochen, winkt der Honda-Teammanager aber ab.

„Ich habe das nie in Betracht gezogen. Wir haben nie in Erwägung gezogen, einen Nicht-MotoGP-Fahrer für die nächste Saison zu verpflichten, weil wir der Meinung sind, dass Acosta oder (Fermin) Aldeguer (Anm. d. R.) keine Erfahrung auf einer MotoGP-Maschine haben“, erklärt Puig seine Herangehensweise.

„Es wäre also ein erstes Jahr, in dem der Fahrer keine Daten an uns liefert, sondern Daten vom Team erhält, und das brauchen wir nicht. Wir brauchten jemanden, der sich mit einem MotoGP-Motorrad auskennt, um etwas von ihm zu bekommen. Das war die Priorität: ein MotoGP-Fahrer mit einer gewissen Erfahrung.“

„Dass es sehr schnelle Moto2-Fahrer gibt, wissen wir. Aber jetzt wäre es ein Fehler gewesen, für die nächste Saison einen Fahrer zu verpflichten, der eine Klasse aufsteigt.“

Als Honda genau das das letzte Mal tat und Marc Marquez aus der Moto2 direkt ins Werksteam beförderte, begann für den Hersteller eine beispiellose Erfolgsserie. Doch mit seiner Verletzung Anfang 2020 riss diese Serie. Seither hält das Formtief an.

Es führte dazu, dass sich nicht nur Alex Rins nach nur einem Jahr bei LCR-Honda schon wieder verabschiedete, sondern dass letzten Ende auch Marquez die Reißleine zog. „Unser Ziel ist es jetzt, das Motorrad zu verbessern“, betont Puig.

„Denn wenn wir das Motorrad nicht verbessern, werden wir nicht in der Lage sein, Fahrer zu überzeugen, zu uns zu kommen und mit uns Rennen zu fahren. Wir wissen, wenn wir ein konkurrenzfähiges Motorrad haben, werden die Leute mit Honda fahren wollen, denn Honda ist Honda“, sagt der Spanier.

„So schwierig die aktuelle Situation auch ist: Honda ist nicht Ducati oder Aprilia, Honda ist Honda. Wenn wir dieses Motorrad haben, weiß ich, dass die Fahrer kommen wollen.“

Text von Sebastian Fränzschky

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