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© LAT – Auch in Motegi fuhr Lorenzo am Ende des Feldes und verpasste einen WM-Punkt

(Motorsport-Total.com) – Beim wichtigen Japan-Heimrennen für Honda eroberte Marc Marquez den Sieg und fixierte damit die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.

Sein Teamkollege Jorge Lorenzo fuhr auch in Motegi hinterher. Mit 40 Sekunden Rückstand erreichte der dreimalige MotoGP-Weltmeister als 17. das Ziel. Somit hat er drei Rennen hintereinander keinen einzigen WM-Punkt gesammelt.

Die Gerüchte reißen nicht ab, dass es im Winter zu einer Trennung kommen könnte. HRC-Präsident Yoshishige Nomura widerspricht aber vehement. „Aus Honda-Sicht wollen wir mit ihm weitermachen. Unser Ziel ist es, ihm ein gutes Motorrad zu geben. Das ist unser Job und unser Ziel, also werden wir das machen“, hält der Japaner gegenüber der ‚Marca‘ fest.

Ab dem Grand Prix in Australien wird Johann Zarco bei LCR-Honda fahren und Takaaki Nakagami ersetzen, der sich einer Schulteroperation unterzieht. Im Fahrerlager sind alle gespannt darauf, wie der ehemalige KTM-Fahrer mit der RC213V zurechtkommen wird. Laut Spekulationen könnte das für Honda ein Testlauf sein. Macht es Zarco gut, könnte er 2020 den Platz von Lorenzo übernehmen.

Lorenzo braucht keine Angst vor Zarco zu haben
Aber auch diesen Gerüchten widerspricht Nomura: „Er braucht keine Angst vor Zarco zu haben. Nakagami ist verletzt und es gab keine anderen Optionen.“ Auch Teamchef Alberto Puig bestätigt gegenüber ‚DAZN Spanien‘, dass Zarco eine reine LCR-Angelegenheit ist: „Honda hat nur erlaubt, dass er das Motorrad fahren darf. Das ist komplett seine Sache und hat nichts mit uns zu tun.“

Die Zeichen stehen also darauf, dass Lorenzo auch 2020 im Honda-Werksteam fahren wird: „Alle Honda-Direktoren waren immer verständnisvoll und geduldig zu mir, sowohl privat als auch in der Öffentlichkeit. Ich kann mich nur bei ihnen bedanken. Honda könnte sich auch anders verhalten, denn die Ergebnisse sind schlecht. Bisher ging es nicht besser, aber das lag nicht an meinem Einsatz.“

Trotz Platz 17 in Motegi spricht der Spanier von Fortschritten. Er wechselte zurück auf das Standardchassis ohne Carbon-Verstärkungen. „Es ist über Bodenwellen und beim Turning etwas besser“, meint Lorenzo dazu. „Der Unterschied ist nicht groß.“ Mit diesem Chassis wird er auch am kommenden Wochenende auf Phillip Island weitermachen.

Lorenzo erkennt in Motegi kleine Fortschritte
„Wir haben etwas gefunden, womit ich mich auf dem Motorrad wohler fühle. Schade ist, dass dieses gute Gefühl erst spät im Rennen kam“, sagt der 32-Jährige über den Grand Prix von Japan. „In der zweiten Rennhälfte konnte ich mit dem Motorrad spielen und hart bremsen. Das konnte ich bei den anderen Rennen seit der Verletzung nicht. In den letzten zehn Runden fehlten 1,2 Sekunden auf Marc.“

„Der Rückstand war zwar noch immer groß, aber das Ziel muss es sein, dieses gute Gefühl von Beginn an zu haben. Wir müssen das mit Blick für das nächste Jahr verstehen, damit wir das Motorrad besser auf meinen Stil anpassen. Von den drei Motorrädern, die ich gefahren habe, ist die Honda am weitesten von meinem Stil entfernt. Aber ich weiß, dass daran gearbeitet wird, die Probleme am Kurveneingang zu lösen.“

„Ich weiß nicht, ob Honda ein Motorrad bauen kann, das zu Marc sehr gut passt und ein anderes, das zu mir passt. Aber wenn wir in Zukunft den Kurveneingang verbessern können und das Motorrad konkurrenzfähiger wird, damit mehr Fahrer um den Sieg kämpfen können, dann wäre das für alle gut. Es bleiben jetzt noch drei Rennen, in denen wir so viel wie möglich herausholen müssen.“

Und wie fühlt sich Lorenzo körperlich? „Es wird mit jeder Woche besser. Ich fühle mich agiler und habe weniger Schmerzen. Es geht aber langsam voran. Wenn ich normal fahre, dann geht es, aber wenn ich pushe, dann wird es körperlich anstrengender und die Schmerzen kommen zurück. Es ist eine komplizierte und schwierige Verletzung. Aber hoffentlich bin ich in Zukunft wieder bei 100 Prozent.“

Die Winterpause wird für Lorenzo sehr wichtig werden, damit die Rückenverletzung zunächst ohne Belastung ausheilen kann und er dann wieder ins Training einsteigen kann. Nach mehr als einem Jahr mit diversen Verletzungen hofft er, die Saison 2020 fit beginnen zu können: „Nach der Saison werde ich Zeit zur Erholung haben. Viele Fahrer mit einer ähnlichen Verletzung wurden wieder fit. Ich hoffe, das ist bei mir auch der Fall.“

Text von Gerald Dirnbeck, Co-Autor: Oriol Puigdemont

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