Johann Zarco - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Für Johann Zarco soll diese MotoGP-Saison nur eine Zwischenstation sein

(Motorsport-Total.com) – Trotz der jüngsten Rückschläge in seiner MotoGP-Karriere hat Johann Zarco den Glauben an sich und seine Fähigkeiten nicht verloren.

Nach der vorzeitigen Trennung von KTM und der klaren Absage seitens Honda kam der gestrauchelte Franzose für 2020 bei Avintia-Ducati unter. Von dort aus will er den Sprung ins Werksteam schaffen.

„Für meinen Teil ist das ‚Gefühl‘ bei ihnen schon jetzt gut. Ich weiß, dass mein Motorrad gewinnen kann. Zumindest hat es vergangenes Jahr Rennen gewonnen. Ich muss noch lernen, aber habe bereits eine klare Vorstellung“, verrät Zarco im Gespräch mit der spanischen Sportzeitung ‚Marca‘. 2020 pilotiert er die Desmosedici GP19.

Damit gelangen Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci in der MotoGP-Saison 2019 immerhin drei Siege. Zudem betont Zarco die Fortschritte bei Avintia: „Es ist zu einem Satellitenteam geworden; vorher war es nur ein privates Team. Wir haben es schon gesehen in Malaysia gesehen, mit Technikern, die direkt von Ducati kamen.“

Zarco will mit Ducati am Podest schnuppern
Das Umfeld, um gute Ergebnisse zu erzielen, sieht der Franzose also gegeben. Der 29-Jährige weiß: „Wenn ich als Zehnter ins Ziel komme, habe ich nicht die Möglichkeit, ein offizieller Pilot zu werden. Wenn ich das Ziel erreiche, unter die Top 5 zu kommen, einen Schritt vom Podium entfernt, wird es nicht nur für Ducati interessant sein.“

Aber wie realistisch ist diese Zielstellung? Zwar konnte sich Zarco bei seinem ersten MotoGP-Test mit der Ducati von Tag zu Tag steigern und war am Ende nur sechs Zehntel von der Spitze entfernt, allerdings lag das Feld insgesamt extrem eng zusammen. Und auch er selbst räumt ein: „Im Moment bin ich noch nicht bereit.“

„Aber wenn man eines Tages Weltmeister werden will, muss man auch vorher große Dinge leisten“, sagt der Avintia-Pilot weiter. „Ich habe volles Vertrauen in Ducati. Ich weiß, dass das, was ich in meinen Händen halte, ausreicht.“ Zudem hat Zarco die Möglichkeit, sich im Laufe der Saison technische Updates zu verdienen.

KTM-Trennung war richtige Entscheidung
„Wenn ich schnell fahre und Ducati denkt, ich brauche noch etwas anderes, werden sie es mir geben. Denn Ducati war schon immer sehr nah an der Satellitenausrüstung. Das war bei Pramac so, aber jetzt hat auch Reale Avintia diesen Satellitenstatus.“ Seine Trennung von KTM bereut er auch mit Blick auf den jüngsten MotoGP-Test nicht.

Dort demonstrierte sein ehemaliger Teamkollege Pol Espargaro, dass man weitere Fortschritte gemacht hat. Kam Zarcos Abschied womöglich zu früh? „Nein. Bei KTM habe ich keine gute Arbeit geleistet. Außerdem gab es in vielerlei Hinsicht Probleme. Ich musste Entscheidungen treffen und weitermachen“, hält er fest.

Neben dem Franzosen feierte in Sepang auch Jorge Lorenzo sein MotoGP-Comeback. Ähnlich wie Zarco hatte er den Vertrag mit Honda nach einem mehr als schwierigen Jahr vorzeitig aufgelöst und seinen Rücktritt erklärt – nur um wenige Monate später bei seinem einstigen Arbeitgeber Yamaha als offizieller Testfahrer anzuheuern.

Zarco: „Lorenzo ist Geld wichtiger als mir“
Schon damals kritisierte Zarco den Spanier öffentlich, und jetzt? „Ich glaube, er hatte mehr Angst um Geld als ich“, erklärt er die Tatsache, dass Lorenzo den Rücktritt bis zum Saisonende hinauszögerte. „Ich glaube, deshalb hat er so lange gewartet. Aber ich habe nicht die gleiche Denkweise wie er. Mir ist Geld viel weniger wichtig als ihm.“

„Er lebt in einem Land, in dem er keine oder nur wenige Steuern zahlt. Ich lebe in Frankreich, ich zahle meine Steuern und eine Hypothek. Ich hatte viele Gründe, wegen des Geldes weiterzumachen, aber ich habe es nicht getan… Und jetzt mache ich weiter, weil denke, dass ich noch einige gute Dinge tun kann“, sagt Zarco selbstbewusst.

Text von Juliane Ziegengeist

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