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Jahrelang war Jorge Lorenzo das Aushängeschild von Yamaha in der MotoGP. Der Spanier wurde mit dem japanischen Rennstall dreimal Weltmeister. Über Ducati führte sein Weg weiter zu Honda. Dort formt er das neue Dream-Team mit seinem Landsmann Marc Marquez. Doch während der Titelverteidiger weiter von Erfolg zu Erfolg eilt, erlebt Lorenzo ein Jahr zum Vergessen. Wird der 32-Jährige nochmal zu alter Stärke zurückfinden?

Jorge Lorenzo hat in seiner Karriere fast alles gewonnen, was man als Motoradsportler gewinnen kann: zweimaliger Weltmeister in der 250er-Klasse, dreimaliger Titelträger in der MotoGP. In diesem Jahr hat der Mallorquiner noch einmal eine neue Herausforderung angetreten und hat bei Repsol Honda das Cockpit von Dani Pedrosa übernommen. Lorenzo wollte seinem neuen Teamkollegen Marc Marquez richtig einheizen und um den Titel mitfahren. Dieser Plan ging völlig daneben. Nach neun Saisonrennen stand Lorenzo noch nicht einmal auf dem Podium. Wenn man gerade einmal fünf Rennen absolvieren konnte, kommt dies nicht allzu überraschend.

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Lorenzo zieht das Pech in diesem Jahr magisch an. Nachdem er die ersten Testfahrten des Jahres schon mit einem Kahnbeinbruch verpasste, muss er sich nach wie vor an seine neue Maschine gewöhnen, wie MSN schon Anfang Juni publizierte. Das höchste der Gefühle war ein elfter Platz in Le Mans. Ansonsten fiel Lorenzo eher durch den verursachten Massencrash beim Rennen in Barcelona oder durch den Sturz in der anschließenden Testfahrt auf. Mittlerweile fällt er nach einem Crash in Assen aufgrund eines gebrochenen sechsten Brustwirbels und eines Haarrisses am achten Brustwirbel aus.

Die Weltmeisterschaft ist für ihn längst gelaufen. Der Titel geht wohl wieder auf Marquez, der bei Betfair mit einer Quote von 1,02 als der Favorit auf den WM-Sieg gilt. Derzeit sieht es ganz danach aus, als könnten ihm nur noch Andrea Dovizioso (23.00) oder Danilo Petrucci (41,00) gefährlich werden, doch auch diese zwei Fahrer sind bereits eindeutig im Rückstand. Lorenzo befindet sich derzeit mit einer Quote von 501 zu den wenig favorisierten Fahrern. Nicht nur deshalb wurde spekuliert, Honda könnte ihn ein Jahr vor Ablauf seines Vertrags vor die Tür setzen. Diesen Aussagen ist das Werksteam bereits entschieden entgegengetreten, wie unter anderem bei Sport.de zu lesen war. Vielmehr hofft man auf ein baldiges Comeback des dreifachen Weltmeisters. „Wir wünschen Jorge eine gute und rasche Genesung und hoffen, dass er in Brünn wieder dabei ist“, sagte Alberto Puig, Teamchef der AS.

Dann liegt es an Lorenzo selbst, endlich bei Honda in die Spur zu finden und das Feld von hinten aufzurollen. Das Talent hat der 32-Jährige zweifelsohne. Auch das Material stimmt, ansonsten wäre der Alleingang von Marquez an der Spitze nicht zu erklären. Lorenzo braucht einen Neuanfang mitten in der Saison. Wenn ihm das gelingt, könnte Honda noch viel Freude an seinem spanischen Top-Duo haben. Vorgänger Pedrosa hat den Glauben daran nicht verloren. „Wenn er schnell sein will, ist er sehr schnell. Ich würde nicht an ihm zweifeln, er hat bereits gezeigt, dass er es kann. Natürlich passiert es manchmal im Handumdrehen, dass man sich an ein neues Motorrad anpasst – aber manchmal eben nicht. Wenn er es schafft, macht er einen großen Sprung“, sagte er gegenüber DAZN.

Lorenzo hat jetzt noch zehn Rennen Zeit, um sich weiter auf seine Maschine einzustellen. Auch bei Ducati fiel ihm der Umstieg anfangs schwer. Dennoch reichte es in seinem ersten Jahr zu drei Podiumsplätzen. Fest steht: Abschreiben sollte man Lorenzo nicht. Dass er es immer noch kann, könnte er vielleicht gleich bei einem möglichen Comeback Anfang August in Brünn beweisen.

Viel Glück Jorge!

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