Lorenzo u Marquez - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Silverstone 2013: Lorenzo setzt sich im Duell gegen Marquez durch

(Motorsport-Total.com) – Seit Marc Marquez 2013 in die MotoGP gekommen ist, hat der Spanier mit einer Ausnahme immer den Weltmeistertitel gewonnen.

Lediglich im Jahr 2015 musste der Honda-Fahrer eine Niederlage einstecken. Sechs Ausfälle waren damals zu viel. Marquez wurde hinter den beiden Yamaha-Fahrern Jorge Lorenzo und Valentino Rossi WM-Dritter.

Lorenzo und Marquez lieferten sich in den vergangenen Jahren auf der Rennstrecke viele enge Duelle. Im vergangenen Jahr waren die beiden Spanier Teamkollegen bei Honda. Lorenzo lernte Marquez besser kennen. Als dreimaliger MotoGP-Weltmeister weiß Lorenzo, wie man die besten Motorradfahrer besiegen kann.

Was braucht es, um Marquez vom Thron zu stoßen? „Man muss schneller sein als er und darf nicht versagen“, nennt Lorenzo bei ‚DAZN Spanien‘ das „simple“ Rezept. „Wenn man im Training und im Rennen schneller ist und keine Fehler macht, dann jagt Marquez hinterher. Er ist dann derjenige, der Risiken eingehen muss.“

„Sind die anderen langsamer und Marquez hat den Vorteil, dann ist er entspannt. Dadurch macht er keine Fehler und kann die Meisterschaft kontrollieren. Man muss schneller sein als er, ein besseres Motorrad haben, am Fahrstil arbeiten und mental eine Maschine sein“, hält Lorenzo fest. Und in seiner besten Zeit fuhr Lorenzo fehlerfrei wie ein Uhrwerk.

Dabei denkt er auch an 2015 zurück, als Marquez unter Druck viele Fehler gemacht hat und oft gestürzt ist. „Marc war auf eine schnelle Runde explosiv, aber wir waren kompletter. Wir waren schneller und im Rennen vor ihm. Das hat ihn dazu gezwungen, Risiko zu nehmen. Dadurch hat er Fehler gemacht und ist in der Weltmeisterschaft zurückgefallen.“

„Das Pendel hat gegen Marquez umgeschlagen“, sagt Lorenzo. Genauso müssen es seine Nachfolger bei Yamaha auch versuchen: „Das müssen Quartararo und Vinales auch machen. Aber bis jetzt ist Marc nicht nur der kompletteste Rennfahrer. Er macht auch immer weniger Fehler und er ist normalerweise der schnellste Mann in allen Rennen. Es ist sehr schwierig, ihn zu besiegen.“

Verlorene Zweikämpfe in letzter Runde eine Marquez-Schwäche?
Dass Marquez auf der Strecke eine Kämpfernatur ist, ist unbestritten. Allerdings hat er auch schon mehrmals Duelle in der letzten Kurve verloren. Alex Rins schaffte das im Vorjahr in Silverstone. Und vor allem Andrea Dovizioso behielt mehrmals im entscheidenden Duell die Oberhand. Lorenzo besiegte Marquez in Silverstone 2013 mit einem Manöver in der Woodcote-Kurve.

„Man kann das entweder so bewerten, dass Marquez Duelle in der letzten Kurve verloren hat, oder dass er versucht hat Rennen zu gewinnen, die praktisch unmöglich zu gewinnen waren“, meint Lorenzo. „Es gab Rennen, in denen Marc nicht der Schnellste war. Trotzdem hat er versucht zu gewinnen.“

„Im Vorjahr hatte er in Österreich Reifenprobleme und trotzdem hat er versucht, Dovizioso zu besiegen. Er hat es nicht geschafft, aber er hat es probiert. Ein anderer Fahrer wäre vielleicht zurückgefallen und hätte den zweiten Platz akzeptiert. Marc versucht es aber immer bis zum Schluss.“

127 Rennen hat Marquez seit 2013 in der Königsklasse bestritten. 56 davon hat er gewonnen und insgesamt 95 Mal stand er auf dem Podest. 62 Pole-Positions und 56 schnellste Rennrunden untermauern seinen Speed auch statistisch. Mit klassenübergreifend acht Weltmeistertiteln zählt Marquez im Alter von 27 Jahren bereits zu den erfolgreichsten Motorrad-Rennfahrern aller Zeiten.

Als Teamkollege konnte Lorenzo Marquez aus diversen Gründen nicht herausfordern. Einen Stallkrieg gab es auf der Strecke nie. Dafür sind sich die beiden Spanier persönlich nähergekommen. „Unsere Beziehung war meistens gut, es gab keine Probleme. 2019 kamen wir aber besser miteinander aus als in den Jahren zuvor“, sagt Lorenzo.

„Speziell gegen Jahresende war das der Fall, als wir uns besser kennengelernt hatten. Aber unser Level war anders. Er war auf dem Weg zum WM-Titel und ich hatte eine schwere Zeit. Wir haben also nicht für die gleiche Sache gekämpft. Das hat es sicherlich einfacher gemacht, miteinander auszukommen. Unser Verhältnis hat sich in dieser Zeit aber verbessert.“

Text von Gerald Dirnbeck, Co-Autor: German Garcia Casanova

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