Jorge Lorenzo - © Motorsport Images

© Motorsport Images – 2020 war Jorge Lorenzo offizieller Yamaha-Testpilot, kam aber selten zum Einsatz

(Motorsport-Total.com) – Aprilia sorgte in den vergangenen Jahren des Öfteren für Aufsehen bezüglich seiner Fahrerentscheidungen.

Erst hoffte man lange auf einen positiven Ausgang des Doping-Prozesses um Andrea Iannone, der nicht kam. Dann trennte man sich mehr oder weniger stillschweigend von Bradley Smith und holte Lorenzo Savadori.

Jüngst warb die Marke offensiv um Andrea Dovizioso, den man für mehrere Tests gewinnen konnte – Ausgang offen. Derweil halten sich Gerüchte um eine mögliche Verpflichtung von Maverick Vinales, der Yamaha Ende 2021 verlassen wird, hartnäckig.

Tatsächlich bahnte sich schon mal beinahe der Wechsel eines Fahrers von Yamaha zu Aprilia an: Für 2021 wurde spekuliert, dass Jorge Lorenzo nach seiner wenig fruchtbaren Zusammenarbeit mit Yamaha als Testpilot als eben solcher bei Aprilia andocken könnte. Gegenüber den Kollegen von ‚GPOne‘ hat der Spanier nun verraten, wie weit fortgeschritten die Verhandlungen damals wirklich waren.

Lorenzo: „Aprilia wollte nicht so viel investieren“
„Was Aprilia betrifft, stimmt es, dass es einen Kontakt mit (Massimo) Rivola (Aprilia-Rennchef; Anm. d. R.) gab. Er ist ein Freund von mir, seit er bei Ferrari in der Formel 1 war. Zuerst schlugen sie mir vor, ihr Fahrer zu werden, aber ich hatte immer im Sinn, dass ich Testfahrer sein wollte“, erinnert sich Lorenzo.

„Aber sie wollten nicht so viel investieren, um einen Champion als Testfahrer zu haben. Es ist sicherlich teurer, einen Fahrer wie mich zu haben als einen, der nicht so viel gewonnen hat. Also haben wir uns am Ende nicht geeinigt“, verrät der Spanier.

Mittlerweile hat er seine Comeback-Pläne begraben. Jetzt ist die MotoGP, zumindest in der Rolle des Fahrers, Teil seiner Vergangenheit. „Es ist ein abgeschlossenes Kapitel, jetzt will ich das Leben genießen“, sagt Lorenzo, der in dieser Woche auf Einladung der Motorradmarke Vmoto Soco zwei Trackdays in Misano absolvierte.

Ex-Fahrer zeigt Verständnis für Maverick Vinales
„Wenn man in einem Spitzensport wie diesem aktiv ist, muss man sich 24 Stunden am Tag damit beschäftigen, man muss viele Dinge aufgeben und sehr konzentriert sein. Es erfordert Opfer, aber jetzt will ich das nicht mehr tun. Ich habe Glück, das Leben war gut zu mir und ich möchte es genießen, denn wir haben nur das eine.“

Deshalb versteht er auch Vinales‘ Entscheidung, sich vorzeitig von Yamaha zu trennen. „Er wird sicher denken, dass er ein Fahrer ist, der die WM gewinnen kann“, weiß Lorenzo. „Er hat es fünf oder sechs Saisons mit Yamaha versucht, aber aus irgendeinem Grund hat er es nicht geschafft. Und deshalb wollte er einen anderen Weg versuchen. Ich denke, er hat recht, und wünsche ihm nur das Beste.“

Der Ex-MotoGP-Pilot glaubt, dass dabei auch Fabio Quartararo eine gewisse Rolle gespielt habe: „Maverick hat sicherlich alles versucht, um konkurrenzfähig zu sein, aber er konnte es nicht. Einen so starken Teamkollegen zu haben, der immer vor dir ist, ist psychologisch nicht einfach zu handhaben. Das hat ihn sehr belastet.“

Text von Juliane Ziegengeist

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