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© BMW Motorrad – WSBK Barcelona: Die Rundenzeiten brachen gegen Rennende um mehrere Sekunden ein

(Motorsport-Total.com) – Der richtige Umgang mit den Reifen war beim zurückliegenden Rennwochenende der Superbike-WM in Barcelona der Schlüssel zum Erfolg.

In den beiden 20 Runden langen Hauptrennen gewann am Ende derjenige, der die Reifen zu Beginn nicht zu stark beansprucht hat. Doch selbst die Sieger waren gegen Rennende deutlich langsamer als zu Beginn. Das führt zur Frage: Sollte Pirelli haltbarere Reifen entwickeln?

„Der Reifenverschleiß ist in Barcelona so groß, dass es kein richtiges Rennen ist. Es ist wie ein Radrennen“, erklärt Rekord-Champion Jonathan Rea. „Die Fahrer halten sich bis zum Ende des Rennens zurück. Man muss sowohl den Hinter- als auch den Vorderreifen schonen.“

BMW-Pilot Toprak Razgatlioglu gewann das Samstags-Rennen mit einem Manöver in der letzten Runde. Ducati-Pilot Nicolo Bulega, der als Führender in die letzte Runde ging, fuhr 4,4 Sekunden langsamer als bei seiner schnellste Runde. Aber auch Sieger Razgatlioglu war in der letzten Runde deutlich langsamer als zu Rennbeginn. Beim Sieger lag die Differenz bei 2,6 Sekunden.

Schaut man sich die Rundenzeiten der einzelnen Piloten an, dann entdeckt man große Unterschiede. Yamaha-Pilot Remy Gardner brach gegen Rennende komplett ein und war 7,6 Sekunden langsamer. Ist das noch Racing?

Fokussiert sich Pirelli zu stark auf Rundenrekorde?
„Wir brauchen Reifen, die stärker sind und und sich konstanter verhalten“, fordert Jonathan Rea. „Wir sollten die Rundenzeiten erst einmal ignorieren. Es ist toll, hier eine 1:40er- oder 1:39er-Runde zu fahren. Doch es ist wichtig, dass wir einen Reifen haben, der in den Rennen haltbar ist.“

Rea ärgert sich, dass in Barcelona immer wieder frische Reifen montiert werden müssen, um gute Rundenzeiten zu erreichen. Mit konstanteren Reifen könnten die Teams effektiver am Motorrad arbeiten. „Die Abstimmungsarbeit wäre dann viel einfacher“, ist Rea überzeugt.

Die großen Schwankungen liefern kaum aussagekräftige Ergebnisse. „Es ist wirklich schwierig, ein Motorrad richtig abzustimmen, wenn man am Ende des Rennens zwei Sekunden langsamer ist als am Anfang“, so Rea. „Ich habe den Wunsch geäußert, härtere Reifenmischungen und -konstruktionen zu entwickeln. Doch die Philosophie ging in den zurückliegenden Jahren in die immer weichere Richtung.“

Scott Redding wünscht sich „Reifen, mit denen man gute Rennen fahren kann“
Die Aussagen von Jonathan Rea stoßen bei Ex-WM-Rivale Scott Redding auf Zustimmung. „Wir haben Reifen, mit denen wir Rundenrekorde aufstellen. Doch wir wollen Reifen, mit denen man gute Rennen fahren kann“, fordert der BMW-Pilot.

„Es ist kein richtiges Racing sondern eher ein Taktieren“, ärgert sich Redding über das, was bei der Superbike-WM in Barcelona passierte. „Wir bestreiten den Rennsport, um Rennen zu fahren. Es sollte nicht so sein, dass man 15 Runden die Reifen schont und dann gegen Ende angreift.“

„Ich stimme Jonathan zu“, so Redding, der als einer der größten Piloten im Feld zusätzliche Nachteile hat: „Als etwas größerer Fahrer bekomme ich immer eher Probleme als kleinere Fahrer. Durch das kombinierte Gewichtslimit ist es nicht mehr so schlimm wie zuvor, doch ich beanspruche die Reifen stärker als ein kleiner Fahrer.“

Text von Sebastian Fränzschky

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