© LAT – Mika Kallio und Bradley Smith mussten
die Testarbeit am Dienstag allein leisten

Der letzte MotoGP-Testtag in Sepang begann für KTM anders als geplant: Nach seinem Highspeed-Sturz am Montag setzte Werkspilot Pol Espargaro aus und überließ seine 2018er-Maschine Mika Kallio.

Der Finne war mit einem eigenen Testbike vor Ort, saß beim privaten Sepang-Test in der vergangenen Woche aber auch schon auf den Motorrädern von Espargaro und dessen Teamkollege Bradley Smith, um sicherzustellen, dass alles funktionierte.

Sein Start in den letzten Testtag auf dem Sepang International Circuit missglückte Kallio jedoch: „Es war ein Desaster, denn ich bin gleich zweimal gestürzt. Das ist eigentlich untypisch für mich. Ich glaube, im vergangenen Jahr bin ich insgesamt nur zwei- oder dreimal gestürzt. Jetzt ist mir das in nur einem Tag passiert. Das war seltsam und hat natürlich den Tagesplan gestört“, ärgert sich der Finne, dem beim Anbremsen das Vorderrad wegrutschte.

Dennoch spulte der KTM-Testfahrer am Dienstag insgesamt 64 Runden ab und konzentrierte sich dabei auf Vergleichtests zwischen dem neuen und dem Vorjahresmotorrad. Fortschritte sieht er unter anderem beim Chassis. „Es macht das Fahren etwas leichter und weniger anstrengend“, so Kallio. „Die Richtung stimmt. Aber immer wenn man in einer Sache vorankommt, verliert man in einer anderen. Wir müssen sehen, ob wir das kompensieren können.“

Im Gesamtklassement belegt der 35-Jährige den 18. Platz mit 1,634 Sekunden Rückstand auf die Spitzenzeit von Jorge Lorenzo (Ducati). Damit liegt Kallio genau zwischen den Werksfahrern: Espargaro rangiert trotz seiner Verletzungspause auf Platz 17 (+1,432), Smith ist mit 1,690 Sekunden Rückstand Achtzehnter. Damit liegen alle drei KTM-Fahrer eng beieinander, was die Rundenzeiten angeht. Zufrieden ist Kallio aber nicht.

„Uns fehlen 1,5 Sekunden auf die Spitze. Das ist zu viel. Wir sollten in der Lage sein, schneller zu sein“, hält er fest. „Es ist noch zu früh zu sagen, woran es liegt. Aber wir haben einen ersten Eindruck davon bekommen, wo das neue Bike vielleicht noch nicht auf dem Level des alten ist.“ Ähnlich äußert sich auch Smith: „Wir wissen, wo wir mit dem Bike stehen. In Thailand und Katar wollen wir uns weiter steigern, um näher an die Top 12 zu rücken.“

Um schnelle Rundenzeiten sei es am letzten Testtag in Sepang ohnehin nicht gegangen. Denn nach Espargaros Sturz war der Testplan von Smith stressiger als erwartet. Es galt, viele neue Teile kennenzulernen und auszuwerten, darunter auch eine neue Aero-Verkleidung. „Insgesamt bin ich aber zufrieden, da wir viel gelernt haben und an den ersten beiden Tagen recht schnell auf eine gute Pace gekommen sind“, resümiert der KTM-Pilot.

Auch mit seiner Fitness zeigt sich der Brite nach seiner langwierigen Knieverletzung zufrieden. Seitdem sei das erste Mal gewesen, dass er ein so straffes und langes Programm durchgehalten habe. „Das gibt mir ein gutes Gefühl und bestätigt meine harte Arbeit über den Winter“, so Smith. Bei den anstehenden Tests in Thailand (16. bis 18. Februar) und Katar (01. bis 03. März) möchte er das natürlich wieder unter Beweis stellen.

Vor allem auf Buriram ist er gespannt: „Ich bin mir sicher, das Michelin dort viele neue Reifen haben wird. Das stellt uns vor die Aufgabe herauszufinden, was unter welchen Bedingungen am besten funktioniert.“ KTM-Technikdirektor Sebastian Risse erhofft sich vor allem nützliche Daten: „Es wird sehr hilfreich sein, das Feedback von Sepang und Thailand zu vergleichen. Es ist immer gut, zwei verschiedene Strecken zum Vergleichen der Daten zu haben.“

Text von Juliane Ziegengeist & Scherazade Mulia Saraswati

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