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© LAT – Alex Marquez fährt im Moto2-Rennen von Le Mans zu einem souveränen Sieg

(Motorsport-Total.com) – Kalex-Pilot Alex Marquez kann in Le Mans seinen ersten Moto2-Sieg in dieser Saison feiern.

Der Spanier übernahm im Rennen früh die Führung und gab sie nicht mehr ab. Dahinter sicherte sich Jorge Navarro (Speed-up) als Zweiter erneut einen Podestplatz. Er setzte sich gegen Augusto Fernandez (Kalex) durch, der Dritter wurde.

„Ich bin so glücklich über den Sieg nach so langer Zeit“, jubelte Marquez, der das letzte Mal in Japan 2017 ganz oben auf dem Treppchen stand. „Es fühlt sich wirklich gut an und ist auch wirklich gut für die Meisterschaft.“ Hier konnte sich er sich auf vierten Platz verbessern. Sein Rückstand schrumpfte auf 14 Punkte.

Den Sieg widmete Marquez der Mannschaft von Marc-VDS, die gemeinsam mit ihm die richtige Reifenwahl für das Rennen getroffen hatte: „Dieser Sieg ist für das Team, da ich im Warm-Up den weichen Reifen ausprobiert habe, aber wir haben uns für den harten Reifen entschieden, also Danke an sie.“

Navarro freute sich über Platz zwei. „Es war ziemlich schwierig, da wir am Wochenende keine Zeit hatten, das Motorrad auf diesen Reifen abzustimmen“, erklärt er. „In Kurve 8 hatte ich Probleme auf der Bremse. Vielleicht kostete mich das die Chance, zu Alex aufzuschließen. Ich habe das maximale Ergebnis erzielt und bin sehr glücklich.“

Mit Fernandez war das rein spanische Podest komplett. „Der Start von Platz 14 war nicht einfach, ich musste viel kämpfen“, rekapitulierte er sein Rennen. „Am Ende konnte ich mein Tempo fahren und Plätze gutmachen. Als ich bei Navarro ankam, war ich am Limit. Also bin ich wirklich glücklich mit diesem Podium.“

Wie schon in der Moto3 konnte auch das Moto2-Rennen bei trockenen Bedingungen gestartet werden. Vom zweiten Startplatz bog Tom Lüthi (Kalex) als Führender in die erste Kurve ein. Pole-Setter Navarro verlor zwei weitere Plätze an das Marc-VDS-Duo Marquez und Xavi Vierge und ordnete sich zunächst an Position vier an.

Einen frühen Sturz erlebte Andrea Locatelli (Kalex), der in Kurve 1 einen Highsider hatte und ausschied. Kurz darauf ging im Verfolgerfeld auch Lorenzo Baldassarri (Kalex) zu Boden. Er kam in Kurve 10 zu weit auf den Randstein, rutschte aus und wurde in der Folge von Mattia Pasini (Kalex) getroffen, der direkt hinter ihm fuhr.

Auch Pasini musste das Rennen daraufhin beenden. Für Baldassarri war der Ausfall besonders bitter, denn damit stand seine WM-Führung auf der Kippe. Für Verfolger Lüthi bot sich die Chance, in der Tabelle an ihm vorbeizuziehen. Allerdings büßte der Schweizer seine Spitzenposition früh im Rennen wieder ein und wurde weiter durchgereicht.

Nach Marquez und Vierge ging auch Simone Corsi (Kalex) an Lüthi vorbei. Der Italiener zeigte eine starke Anfangsphase, machte von Startplatz 18 innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Positionen gut und setzte schließlich sogar den führenden Marquez unter Druck. In Runde 9 machte ein Sturz seine Chance auf ein Podest jedoch zunichte.

Lüthi war in der Zwischenzeit weiter zurückgefallen, während Marquez das Rennen noch immer souverän anführte und sich einen komfortablen Vorsprung erarbeitet hatte. Als erster Verfolger versuchte Pole-Setter Navarro, den Rückstand zu reduzieren. Er bekam wiederum Druck von Kalex-Pilot Fernandez auf Rang drei.

Weil sich zwischen den beiden in der Schlussphase ein spannendes Duell um den zweiten Platz entwickelte, konnte Marquez einen ungefährdeten Sieg nach Hause fahren. Im Zweikampf mit Fernandez hatte nach einigen Positionswechseln am Ende Navarro die Nase vor und konnte das dritte Podium in Folge feiern.

Vierge war nicht in der Lage, das Tempo in der zweiten Rennhälfte mitzugehen und büßte mit jeder Runde mehr Zeit auf die Top 3 ein. Zum Schluss verlor er den vierten Platz sogar noch an KTM-Pilot Brad Binder, der mit dem neuen Chassis sein bisher bestes Saisonergebnis erzielte. Vierge musste sich letztlich mit Rang fünf begnügen.

Lüthi kam als Sechster ins Ziel. Für Le Mans hatte sich der Schweizer eigentlich mehr ausgerechnet. Die Top 10 komplettierten Enea Bastianini, Lüthis Intact-Teamkollege Marcel Schrötter (beide Kalex), Iker Lecuona (KTM) und Nicolo Bulega (Kalex). Den letzten WM-Punkt sicherte sich Stefano Manzi mit MV Agusta als Fünfzehnter.

Dessen Teamkollege Dominique Aegerter erlebte ein spätes Drama: Ihm ging in der letzten Runde der Kraftstoff aus. Er musste aufgeben und schlug verärgert auf sein Motorrad ein. Enttäuschend endete das Rennen in Le Mans auch für die beiden Deutschen Lukas Tulovic und Philipp Öttl (beide KTM) auf den Plätzen 16 und 19.

Tulovic konnte von seiner starken Startposition nicht profitieren und fiel früh weit zurück. Öttl ließ lediglich Jorge Martin (KTM) hinter sic, nachdem dieser wegen eines Frühstarts mit einer Durchfahrtsstrafe belegt worden war und ans Ende des Feldes zurückfiel. Er rundete das Klassement als Zwanzigster und Letzter ab.

Insgesamt kamen aufgrund zahlreicher Stürze nur 20 Piloten ins Ziel. Auch Sam Lowes (Kalex) schied zum dritten Mal in dieser Saison gestürzt aus dem Rennen. Trotz seines Crashs konnte Baldassarri die WM-Führung behaupten. Lüthi hat den Rückstand aber auf sieben Punkte verkürzt. Navarro fehlen auf Rang drei wiederum vier Punkte auf Lüthi.

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Text von Juliane Ziegengeist

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