Marc Marquez - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Marc Marquez ist Jorge Martin und Francesco Bagnaia auf den Fersen

(Motorsport-Total.com) – Marc Marquez blickt auf ein weiteres solides Wochenende zurück. Bei der MotoGP in Barcelona beendete der spanische Ducati-Pilot sowohl den Sprint als auch das Hauptrennen auf dem Podium.

Die Traditionsstrecke in Katalonien zählte in der Vergangenheit nicht zu Marquez‘ Paradestrecken. Umso selbstbewusster sind die Aussagen der Startnummer 93 nach dem erfolgreichen Wochenende in Katalonien.

„Ein glücklicher Fahrer ist ein schneller Fahrer. Ich bin mit unserem Rennen sehr zufrieden“, bilanziert Marquez. „Ein Podium hier in Montmelo ist etwas Besonderes, weil ich diesen Kurs hasse. Es ist ein toller Kurs, aber ich hasse ihn“, bemerkt er mit einem Grinsen.

Wie in Le Mans musste sich Marquez nach einem enttäuschenden Qualifying durchs Feld kämpfen. Mit seinen Aufholjagden begeistert der Ex-Champion die MotoGP-Fans. „Ich bin nicht stolz darauf, weil es bedeutet, dass man vorher einen Fehler gemacht hat“, deutet er das schwache Q1 am Samstag an.

Riskanter Wechsel zum weichen Reifen: Hatte Marquez keine andere Wahl?
In der Startaufstellung traf Marquez eine riskante Entscheidung. Er fuhr mit dem Medium-Reifen aus dem Warmup die Runde in die Startaufstellung und entschied sich um. „Ich hatte kein gutes Gefühl während dieser Runde und ließ deshalb den weichen Reifen montieren“, berichtet Marquez. „Ich hatte das Gefühl, dass Startplatz 14 mich dazu gezwungen hat, den weichen Reifen zu verwenden.“

Der Plan war, mit dem weichen Reifen schnell viele Positionen gutzumachen. Doch dieses Vorhaben ging nicht ganz auf, weil die Fahrer im Mittelfeld von Beginn an hart attackierten. „Der Start war okay, aber nicht richtig toll“, kommentiert Marquez.

Auch nach dem Rennen ist sich Marquez nicht sicher, ob er die richtige Reifenwahl traf. „Ich bin sehr gespannt auf die Analyse der Daten. Bei Honda wusste ich immer sehr eindeutig, welche Reifenmischung die richtige Wahl war. Doch hier bin ich mir nach wie vor nicht sicher. Ich entschied mich dazu, das Risiko einzugehen“, erklärt er.

Das Gresini-Team wusste vor dem Rennen, dass der weiche Reifen mit Blick auf die Renndistanz am Limit war. In der Schlussphase setzte sich Marquez gegen Aleix Espargaro durch, der den Medium-Hinterreifen verwendete. „Ich hatte hier nicht das Renntempo, um gewinnen zu können. Mein Renntempo war nur gut genug für die Top 5“, stellt Marquez kritisch fest.

Der erste Ducati-Sieg ist eine Frage der Zeit
Auf den ersten Sieg mit Ducati muss Marquez noch warten. Er hatte bereits Chancen, machte dann im entscheidenden Moment aber Fehler. Kommende Woche hat Marquez in Mugello die Chance, Ducatis 93. Sieg sicherzustellen und die kuriose Serie der mit den Startnummern der Fahrer verknüpften Siegen fortzusetzen.

„Nicht in Mugello“, winkt Marquez ab. „Das ist nicht der optimale Kurs, um zu gewinnen. Ich vermute, dass Pecco dort sehr schnell sein wird in den langgezogenen Kurven. Das ist eine seiner Stärken. Ich mache mir keinen Stress und versuche, das Fahren zu genießen.“

Dass er früher oder später mit Ducati ein MotoGP-Rennen gewinnen kann, bezweifelt Marquez aber nicht. „Es wird im zweiten Teil der Saison so weit sein, wenn ich das Motorrad besser kenne. Doch andererseits werden sie das 2024er-Motorrad dann auch besser verstehen“, kommentiert er.

Mit der 2023er-Ducati hat Marquez einige Nachteile, aber auch einige Vorteile. Denn die Daten aus dem Vorjahr liefern immer wieder eine Hilfestellung. „Man kann nachschauen, was sie im vergangenen Jahr gemacht haben. Doch der Fahrstil verändert alles“, relativiert er den Vorteil.

„Wenn wir Probleme bekommen, dann hinken wir immer hinterher. Ich probierte am Samstagmorgen eine Änderung, die mir half und in die Richtung der anderen Ducatis ging. Dadurch wurde mein Renntempo besser. Jetzt müssen wir verstehen, wie wir unsere Zeitenjagd verbessern können“, nennt Marquez die Aufgabe für die kommenden Wochenenden.

Mit seinen konstant guten Ergebnissen hat sich Marquez in der Meisterschaft auf P3 geschoben und liegt 41 Punkte hinter WM-Leader Jorge Martin. Sieht sich Marquez als WM-Kandidat? „Ja, wir sind ein Anwärter! Warum? Weil wir in der Meisterschaft auf der dritten Position liegen“, stellt Marquez fest.

Wie Marc Marquez die WM-Situation einschätzt
Gleichzeitig bremst er die Erwartungen: „Wir sind Dritte und das entspricht unserer tatsächlichen Position. Es gibt zwei Fahrer, die ein bisschen schneller sind. Wenn wir mit diesen beiden Fahrern kämpfen möchten, dann müssen wir unsere Qualifyings verbessern.“

In Barcelona stellte Marquez klar, dass er mit P3 in der Meisterschaft zufrieden wäre. Spätestens im kommenden Jahr möchte er aber wieder nach der WM-Krone greifen. Und dafür benötigt Marquez aktuelles Material.

„Wichtig ist mir, dass ich mich wohlfühle“, bemerkt Marquez mit Blick auf die Saison 2025 und bedankt sich bei Ducati: „Die Wertschätzung von Ducati ist hoch und das freut mich. Warum? Weil ich vor zwei Jahren, besser gesagt vor einem Jahr, vor sechs Monaten noch nicht einmal in den Top 10 landete. Jetzt sind wir da und können lachen.“

„Ich bin happy und genieße es. Das ist mir am wichtigsten. Ich wollte das Fahren wieder genießen, um meine Karriere zu verlängern. Mir macht es Spaß und ich bin happy“, freut sich Marquez, der nach wie vor einer der großen Favoriten auf den Platz im Ducati-Werksteam ist.

Text von Sebastian Fränzschky

Motorsport-Total.com
Quelle, Infos, Hintergrundberichte: www.motorsport-total.com/
Motorsport-Total auf Facebook
Motorsport-Total auf Twitter

Dieser Beitrag wurde unter Racing abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert