David Datzer - © Macau GP

© Macau GP – Zum zweiten Mal fuhr David Datzer in Macau mit seiner BMW auf das Podest

(Motorsport-Total.com) – David Datzer sorgte auch in diesem Jahr beim 55. Motorrad-Grand-Prix in Macau für Furore. 2022 hatte der Deutsche den Road-Racing-Klassiker zum ersten Mal in Angriff genommen und stand als Zweiter auf dem Podest.

Diesmal zeigte der 31-Jährige nach einem nicht optimalen Start eine Aufholjagd und raste als Dritter erneut zur Siegerehrung.

„Es ist ein Traum für mich, dass ich mit diesen Jungs auf dem Podium stehe – und das schon zum zweiten Mal“, freut sich BMW-Fahrer Datzer im Gespräch mit Motorsport-Total.com. „Macau ist mit nichts zu vergleichen.“

Seit einigen Jahren ist der Niederbayer in der Road-Racing-Szene aktiv und fuhr unter anderem in der International Road Racing Championship (IRRC). Aber es gab auch einige Starts in der IDM. Dreimal trat Datzer bei der berühmten TT auf der Isle of Man an.

In diesem Jahr fuhr er bei der TT einen Rundenschnitt von 126 Meilen pro Stunde und ist damit der schnellste Deutsche in der Geschichte des legendären Straßenrennens. In der Senior TT belegte Datzer in diesem Jahr Platz 25.

„Durch den Flair in Macau ist es eigentlich gar nicht mit der Isle of Man zu vergleichen. Dort ist alles sehr schnell, während man hier seine Bremspunkte wirklich zu 100 Prozent treffen muss. Der Unterschied sind die Wände. Man hat durchgehend weniger Auslauf.“

„Dazu ist es so eng, wie in der Haarnadel. Das gibt es bei der TT nicht“, vergleicht Datzer die TT, die durch Dörfer und auf Landstraßen gefahren wird, mit dem Leitplankenkanal in Macau, der am ehesten noch mit Monaco zu vergleichen ist.

„Ich muss sagen, dass Macau speziell ist. Die TT und andere Road-Races, die ich bisher gefahren bin, waren schneller. In Macau ist es durch die Leitplanken anders, weil man mehr das Hirn verwenden muss, weil es keinen Auslauf gibt.“

„Man kann einfach nicht immer 100 Prozent geben. Das geht einfach nicht. Aber ich habe schon im Vorjahr ab der ersten Runde gewusst, dass es mir passt. Es passt zu meinem Fahrstil, weil ich so locker auf dem Moped sitze.“

„Mir gefällt am besten der San-Francisco-Hill hinauf“, sagt Datzer. „Die Haarnadel ist auch eine meiner Lieblingsstellen, weil ich dort so spät bremsen kann. Dort habe ich jemanden überholen können. Die schnellen Abschnitte sind auch schön, aber das haben wir auf der TT auch.“

Man muss mit Hirn und Reserven fahren
Der Motorrad-Grand-Prix in Macau hat in seiner Geschichte acht Todesopfer gefordert. Der letzte Fahrer, der bei einem Unfall sein Leben lassen musste, war im Jahr 2017 der Brite Daniel Hegarty. Die Opferzahlen der längeren TT-Geschichte sind deutlich höher.

„Es ist beides saugefährlich“, sagt Datzer. „Wenn man einen technischen Defekt hat, schlägt man in Macau in die Leitplanke ein und bei der TT irgendwo anders, wenn man Pech hat. Beides ist gefährlich. Man muss es mit Hirn und Reserven angehen, dann läuft es auch.“

„Ich gehe aber nicht mit Angst in ein Rennen, sondern mit Respekt – mit viel Respekt. Das ist das Wichtigste. Wenn man Angst hat, sollte man es bleiben lassen. Wenn das Rennen vorbei ist, denkt man schon darüber nach und hofft, dass es allen gut geht.“

Hatte der Deutsche in Macau diesmal selbst brenzlige Momente? „Bei mir nicht, es war eigentlich alles safe. Ich habe Spaß gehabt und bin meinen Stiefel gefahren“, sagt er über sein Rennwochenende 2023. „Ein paar brenzlige Situationen hatten wir im Warm-up.“

„Ende Start-Ziel bin ich mit alten Reifen in die erste Links gefahren und hatte einen mega Highsider. Da habe ich mir schon gedacht, dass es nahe an die Bande geht. Aber ich habe es fangen können.“ Auf der langen Geraden beträgt die Höchstgeschwindigkeit rund 285 km/h.

In der Lederhose auf dem Podest

David Datzer Lederhose - © Macau GP

© Macau GP – Sieger Peter Hickman und David Datzer bei der Siegerehrung

Im Fahrerlager der Spielerstadt sorgte Datzer auch mit seinem Outfit für Aufsehen. Seine Lederkombi erstrahlte im bayerischen Design einer Lederhose. Fans und Fotografen standen Schlange, denn das Oktoberfest ist auch in Asien bestens bekannt.

„Anfang des Jahres war ich bei Wintex in Wels, meinem Lederkombi-Sponsor. Ich habe gesagt, wenn ich nach Macau komme, dann möchte ich etwas Spezielles machen“, schildert Datzer, wie es zu dem originellen Outfit gekommen ist.

„Dann sind wir auf das Design der Lederhose gekommen. Ich glaube, damit ist Klaffenböck schon vor vielen Jahren gefahren. Mit der heutigen Technik kann man das schon sehr realistisch aussehen lassen. Dann hatten wir die Lederkombi und wollten uns auch etwas für das Motorrad überlegen.“

„Denn für Macau müssen wir irgendwie speziell, lustig aussehen. Sogar die einheimischen Fans kamen zu mir, weil sie das Oktoberfest kennen. Sie brachten mir die ganze Zeit Geschenke“, lacht der erfolgreiche Road-Racer aus Deutschland.

Text von Gerald Dirnbeck, Co-Autor: Sven Haidinger

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