Marc Marquez - © LAT

© LAT – Wer soll Marc Marquez in dieser MotoGP-Saison noch wirklich gefährlich werden?

(Motorsport-Total.com) – Beim Großen Preis von Deutschland stand LCR-Pilot Cal Crutchlow erst zum zweiten Mal in dieser Saison auf dem Treppchen.

Während Honda-Markenkollege Marc Marquez selbiges nur ein einziges Mal verpasste, war Crutchlow mit den aktuellen RC213V oftmals nur in der Lage, um siebte, achte oder neunte Plätze zu kämpfen, was den Briten selbst am meisten frustrierte.

Auf die Frage, ob es seine bisher härteste Saison bei Honda sei, antwortet der 33-Jährige: „Oh ja, mit Abstand. Es ist schwer, aber ich glaube nicht, dass es nur schwer für mich ist. Ich denke, der einzige, für den es nicht schwer ist, ist Taka. Das meine ich ehrlich. Ich denke, Marc fährt härter und besser als je zuvor, damit es funktioniert und er die Meisterschaft anführt. So sieht’s aus.“

„Ich glaube nicht, dass die Leute verstehen, wie hart er fahren muss, um die Rennen in den Positionen zu beenden, in denen er es tut. Ich weiß, dass man es im Fernsehen sehen kann, aber ich fahre das Motorrad, also weiß ich, wie hart es für ihn sein muss“, erklärt Crutchlow weiter. Dass Marquez auf der Honda im Moment den Unterschied macht, steht auch für Juan Martinez außer Frage.

Wer soll Marquez‘ Vorherrschaft in Frage stellen?
Der Spanier arbeitete als Fahrwerkstechniker im Respol-Honda-Team mit Größen wie Mick Doohan, Alex Criville und Valentino Rossi, außerdem war er später Crew-Chief von Sete Gibernau und Nicky Hayden. „Wir erleben eine Zeit, in der Marquez absolut dominierend ist, und das macht es für jeden anderen Fahrer sehr schwierig, nicht ständig mit ihm verglichen zu werden“, sagt er.

Mit Blick auf die bisherige Saison analysiert er: „Wir haben gesehen, wie Marc in der Lage war, die Dinge zu kontrollieren und zu zeigen, dass er, selbst wenn er Fehler macht, nie den gleichen Fehler zweimal macht. Das ist der Unterschied zwischen einem Spitzenfahrer wie ihm und den anderen. Diejenigen, die seine Rivalen sein sollten, zweifeln ein wenig an sich selbst.“ Und das laut Martinez zurecht.

„Es gibt Strecken, auf denen Marc, wenn die Vorderreifen nicht hart genug sind, mehr leidet und die Rennen offener sind, wie etwa in Mugello. Aber im Moment sehe ich niemanden, der wirklich alles hat, um seine Vorherrschaft in Frage zu stellen“, ist der Experte überzeugt. Dabei nennt er mehrere Gründe dafür, dass Marquez mit 26 auf dem Höhepunkt seiner Form angelangt ist.

MotoGP 2019: Darum ist Marquez stärker denn je
„Ich denke, Marc hat schwierige Momente in seiner Karriere erlebt, und die Tatsache, dass er, als er jünger war, länger brauchte, um zu wachsen, war ein wichtiges Handicap, das ihm half, hart zu arbeiten und nicht aufzugeben“, erklärt Martinez. „Die Ankunft von Jorge im Team hat ihn gezwungen, seine Standards nicht zu senken, was für einen Spitzensportler das Wichtigste ist.“

Denn er wäre nicht der erste, der angesichts des Erfolgs in einen Status der Selbstzufriedenheit verfällt, weiß der ehemalige Honda-Crew-Chief. Doch das Gegenteil ist der Fall: „Dieses Jahr sieht Marc gefestigter denn je aus, denn alles, was er tut, tut er durch Wissen, und die Botschaft, die er an seine Rivalen sendet, ist verheerend.“ In Zahlen ausgedrückt lautet sie: 58 Punkte Vorsprung in der WM.

Nimmt man Marquez aus der Rechnung, hält Martinez die aktuelle MotoGP aber für insgesamt ausgewogen. „Im Moment denke ich, dass die Meisterschaft technisch sehr gesund ist, da sich praktisch alle Bikes auf hohem Niveau bewegen“, hält er fest. „Dadurch rückt alles sehr eng zusammen und kleine Details entscheiden, wo man endet. Das beschert uns sehr konkurrenzfähige Rennen.“

Text von Juliane Ziegengeist, Co-Autor: David Gruz

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