Andrea Dovizioso - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Nach acht gemeinsamen Jahren trennen sich Andrea Dovizioso und Ducati

(Motorsport-Total.com) – Noch an diesem Freitag hieß es, dass sich die Zukunft von Andrea Dovizioso bei Ducati nach dem MotoGP-Double-Header in Spielberg entscheiden würde.

Doch bereits jetzt steht fest: Beide Parteien gehen mit Ende dieser Saison getrennte Wege. Das bestätigte Doviziosos Manager Simone Battistella am Samstag.

Lange hatten Ducati und der Italiener um eine Vertragsverlängerung gerungen, diese jedoch immer wieder aufgeschoben. Noch gestern hatte Dovizioso betont: „Es ist nicht meine Entscheidung.“ Wie Battistella bei ‚Sky‘ erklärt, habe nun aber Dovizioso selbst beschlossen, mit Ducati nicht weiterfahren zu wollen.

„Wir haben Ducati heute mitgeteilt, dass Andrea nicht beabsichtigt, in den nächsten Jahren weiterzumachen“, so der Manager, „weil er sich jetzt auf diese Meisterschaft, auf diese Rennen konzentrieren will, und sagen wir einfach, dass wir die Bedingungen für eine Fortsetzung in der Zukunft nicht für richtig halten.“

Dovi-Manager: Es gab nie ein Angebot von Ducati
Den Plan, der MotoGP komplett den Rücken zu kehren, habe Dovizioso aber nicht. „Andrea hat natürlich die Absicht, weiterzufahren, wenn er dafür ein adäquates Programm und einen entsprechenden Vorschlag findet“, so Battistella.

Ein solches hat es laut Battistella seitens Ducati nie wirklich gegeben, wie er verrät: „Über den wirtschaftlichen Teil haben wir bisher noch nicht wirklich gesprochen. Es gab keine Vorschläge oder Verhandlungen.“ Wohl auch deshalb zog Dovizioso die Reißleine, „um diese Peinlichkeit aus der Welt zu schaffen“, so der Manager.

„Andrea fühlt sich jetzt, nachdem er diese Entscheidung getroffen hat, viel entspannter“, sagt er weiter. In den vergangenen Monaten war immer wieder über die MotoGP-Zukunft und einen möglichen Rücktritt des Italieners spekuliert worden. Verhandlungen mit anderen Teams gibt es laut Battistella allerdings noch nicht.

Ciabatti: 2020 gemeinsam um den Titel kämpfen
Mit der Trennung geht eine Ära zu Ende: Seit 2013 pilotierte Dovizioso eine Ducati-Desmosedici im Werksteam. In den vergangenen drei Jahren wurde er jeweils Vize-Weltmeister hinter Marc Marquez (Honda). Insgesamt 13 Siege holte er für Ducati. In dieser Saison stand er als Dritter bisher einmal auf dem Podest.

Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti kommentierte Doviziosos Entscheidung in einem Statement auf Twitter: „Wir trafen Simone heute Morgen am Red Bull Ring und uns wurde klar, dass die Bedinungen, um unsere Beziehung mit Dovi über das Ende seines aktuellen Vertrages hinaus fortzusetzen, leider nicht gegeben sind.“

„Ducati und Andrea werden sich nun voll auf die restliche Saison 2020 konzentrieren, mit dem gemeinsamen Ziel, seinen 13. Siegen zusammen noch weitere hinzuzufügen und bis zum Ende dieser Weltmeisterschaft um den Titel zu kämpfen.“

Wer folgt auf Dovizioso? Mögliche Kandidaten
Wer Doviziosos Platz bei Ducati einnehmen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Fest steht bisher nur, dass Jack Miller von Pramac ins Werksteam aufsteigen und dort Danilo Petrucci ablösen wird, der zu Tech-3-KTM wechselt.

Als mögliche Teamkollegen von Miller bieten sich auf den ersten Blick Francesco Bagnaia (Pramac) und Johann Zarco (Avintia) an. Letzter stand in seinem erst dritten Rennen auf der Ducati in Brünn auf dem Podium. Bagnaia lag in Jerez 2 auf Podestkurs, wurde aber durch einen technischen Defekt ausgebremst. Aktuell ist er verletzt.

Zuletzt war auch über eine mögliche Rückkehr von Jorge Lorenzo spekuliert worden. Er fuhr bereits in den Jahren 2017/18 für Ducati. Gestern befeuerte Teammanager Davide Tardozzi die Gerüchte und sagte: „Jorge ist ein sehr wichtiger Fahrer.“ Auch Ciabatti betont: „Der Name Lorenzo war auf dem Tisch und könnte es noch sein.“

Die Optionen für Dovizioso sind rar, da die meisten Plätze für die MotoGP 2021 bereits bezogen oder so gut wie fix sind. Noch frei ist der Sitz neben Aleix Espargaro bei Aprilia. Dafür befindet sich Cal Crutchlow (LCR-Honda) in Gesprächen.

Text von Juliane Ziegengeist, Co-Autor: Oriol Puigdemont

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