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© LAT – Jorge Lorenzo fühlt sich körperlich endlich wieder zu 100 Prozent fit

(Motorsport-Total.com) – Seit seinem Rücktritt beim MotoGP-Saisonfinale in Valencia befindet sich Jorge Lorenzo offiziell im Ruhestand – zumindest vorläufig.

Über ein Comeback als potenzieller Testfahrer bei Yamaha wurde ja bereits spekuliert. Und auch Lorenzo selbst erteilte dieser Option bisher keine Absage, eher im Gegenteil.

Den Kollegen von ‚Motosan.es‘ verriet der Spanier jüngst: „Das ist eine der Möglichkeiten, die ich auf dem Tisch habe.“ Er könnte es also wie sein Vorgänger bei Honda und Landsmann Dani Pedrosa machen, der nach seinem Rückzug als aktiver Rennfahrer Ende 2018 ebenfalls eine Testfahrerrolle bei KTM übernahm.

Fit genug wäre Lorenzo jedenfalls wieder. „Mir geht es sehr gut. Die Wahrheit ist, dass die letzten anderthalb Jahre, was die Verletzungen betrifft, zweifellos die schlimmsten meiner Karriere waren und das hat meine Leistung auf der Strecke stark beeinträchtigt. Glücklicherweise bin ich bereits wieder bei 100 Prozent“, sagt der 32-Jährige.

Lorenzo trainiert nach Rücktritt umso härter
Und er ergänzt: „Tatsächlich nehme ich im Fitnessstudio mehr Gewichte auf als je zuvor, jetzt, wo ich es mir leisten kann, Muskelmasse zu gewinnen.“ Eindrücke davon präsentiert er seinen Fans auf Instagram. Dort teilte der Ex-MotoGP-Pilot erst neulich einen Schnappschuss von seinem Training im Fitnessstudio.

Auf ein Vollzeitcomeback im Rennsport arbeitet Lorenzo aber nicht hin. „Mehr Freizeit für mich zu genießen, war einer der Gründe, warum ich mich zur Ruhe gesetzt habe“, betont er. „Deshalb möchte ich jetzt viel Zeit haben, um die Dinge zu tun, die ich in den letzten 18 Jahren nicht tun konnte.“

Aber: „Wenn man mir ein Projekt anbietet, das nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, werde ich es zumindest in Erwägung ziehen.“ In der einen oder anderen Form wird man den fünfmaligen Weltmeister also auf jeden Fall im Paddock wiedersehen. Spätestens beim Großen Preis von Spanien in diesem Jahr.

Titel als MotoGP-Legende eine besondere Ehre
Dort reiht sich Lorenzo in die Liste der MotoGP-Legenden neben Namen wie Giacomo Agostini, Mick Doohan und Wayne Rainey ein. „Das macht mich sehr glücklich“, sagt er und gesteht: „Als ich in diese Welt startete, wollte ich nur in die WM aufsteigen. Für einen mallorquinischen Piloten war das schon ein großer Meilenstein.“

„Rennen und dann Meisterschaften zu gewinnen war etwas, das meine Erwartungen übertroffen hat, und jetzt ist eine MotoGP-Legende zu sein, ist noch schwerer zu erreichen. Dieser Titel bedeutet, dass ich, abgesehen von den gewonnenen Meisterschaften und Rennen, die Menschen und die Geschichte dieses Sports geprägt habe.“

Angesprochen auf die härtesten Gegner in seiner sportlichen Laufbahn erinnert sich der 32-Jährige: „Schon während meiner Anfänge in der spanischen und der europäischen Meisterschaft traf ich auf Andrea Dovizioso und Dani Pedrosa – Fahrer, mit denen ich später in den drei Kategorien der WM konfrontiert wurde.“

Marquez kann weiter Rekorde brechen, aber…
Und weiter: „Besonders in der MotoGP würde ich dann sagen, dass Rossi, Stoner und Marquez, jeder mit einem einzigartigen Talent, am schwierigsten zu schlagen waren.“ Letzterer gewann seit seinem MotoGP-Aufstieg jedes Jahr den Titel mit Ausnahme von 2015, als sein späterer Honda-Teamkollege Lorenzo triumphieren konnte.

Während es dessen letzter WM-Titel war, ist Marquez auf dem besten Wege, weiter Rekorde – etwa die von Rossi und Agostini – zu brechen. Lorenzo hält das für möglich: „Marc ist ein einzigartiger Fahrer, mit ganz anderen Eigenschaften als die anderen Champions. Er hat viele Tugenden, aber auch, wie alle, einige Schwächen.“

„Meiner Meinung nach ist eine seiner größten Tugenden sein Ehrgeiz, immer und unter allen Umständen gewinnen zu wollen. Den anderen Fahrern zu beweisen, dass er immer der Stärkste ist. Das ist eine Tugend, die ihn einzigartig macht, aber sie kann auch zu einer Schwäche werden“, weiß der Spanier.

Denn in einem Sport wie diesem „so viele Risiken“ einzugehen, könne leicht in einer folgenschweren Verletzung enden. „Aber zum Glück für ihn denke ich, dass er das langsam korrigiert. Und wenn es gelingt, diesen Ehrgeiz die nächsten Jahre zu kontrollieren, wird man als Sportler ein Biest, das schwer zu bezwingen ist.“

Text von Juliane Ziegengeist

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