Jorge Lorenzo - © LAT

© LAT – Ducati-Werkspilot Jorge Lorenzo
gelang am Dienstag eine Fabelzeit

Ducati-Werkspilot Jorge Lorenzo stürmte am finalen Testtag in Sepang (Malaysia) mit einem neuen Rundenrekord an die Spitze und untermauerte damit seine Ambitionen für die neue MotoGP-Saison.

Lorenzo benötigte 1:58.830 Minuten für seine Rekordrunde. Noch nie umrundete ein MotoGP-Pilot den Sepang International Circuit schneller. Lorenzo war der einzige Fahrer, der beim Testauftakt in Malaysia eine 1:58er-Zeit fuhr. Bei einem harmlosen Sturz in der letzten Kurve blieb der dreifache MotoGP-Champion unverletzt.

Bereits in der ersten Stunde des finalen Testtags kratzte HRC-Pilot Dani Pedrosa an der 1:59er-Marke. Mit einer Zeit von 1:59.009 Minuten verpasste er nur knapp eine 1:58er-Zeit. Noch vor der Mittagshitze schob sich Lorenzo an die Spitze und verteidigte diese auch in den finalen Schlussminuten, in denen einige Piloten noch einmal einen Angriff starteten.

Nach Lorenzos Rekordrunde ging der Fahrbetrieb an den Nachmittagsstunden deutlich zurück. Beachtlich war allerdings, dass die Fahrer in den Top 10 allesamt eine Rundenzeit unter der Zwei-Minuten-Marke notierten. Die Yamaha-Werkspiloten Valentino Rossi und Maverick Vinales konzentrierten sich zu diesem Zeitpunkt voll und ganz auf das Renntempo und fuhren tiefe und mittlere 2:00er-Zeiten.

Cal Crutchlow in Schlagdistanz
Hinter Lorenzo und Pedrosa behauptete sich LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow auf der dritten Position und bestätigte damit die gute Form der vergangenen Tage. Der Brite lag als bester Privatfahrer 0,222 Sekunden zurück. Obwohl Crutchlow für das LCR-Team an den Start geht, erhält er von HRC aktuelles Werksmaterial. Was damit möglich ist, demonstrierte Crutchlow an allen drei Testtagen.

Vizeweltmeister Andrea Dovizioso (Ducati) beendete den ersten Vorsaisontest auf der vierten Position. Auf eine finale Attacke verzichtete der Italiener. Reibungslos verlief der dritte Testtag aber nicht. Doviziosos Desmosedici musste zwischenzeitlich mit dem Bergungsfahrzeug an die Ducati-Box gebracht werden. Die starke Ducati-Form wurde von Pramac-Neuzugang Jack Miller bestätigt. Der Australier fuhr mit der Vorjahresmaschine schneller als Teamkollege Danilo Petrucci mit der aktuellen Desmosedici.

Weltmeister Marc Marquez (Honda) begeisterte beim Sepang-Test nicht mit schnellen Einzelrunden. Der Spanier war mit 75 Umläufen aber der einer der fleißigsten Fahrer. Eine halbe Sekunde Rückstand dürfte Marquez nicht besorgen. Das Renntempo des Titelverteidigers stimmt.

Was ist bei Yamaha los?

Die Performance der Werks-Yamahas gibt einige Rätsel auf. Valentino Rossi und Maverick Vinales hielten sich im Tagesverlauf lange Zeit zurück und lagen außerhalb der Top 10. Bei der finalen Attacke verbesserte sich Rossi auf Position acht. Vinales kam nicht über die 18. Position hinaus. Am Vortag führte der Spanier die Wertung an.

Eine positive Überraschung war de sechstschnellste Zeit von Suzuki-Pilot Alex Rins. Der Spanier ließ Teamkollege Andrea Iannone alt aussehen. Diverse Motorschäden und Abstimmungsprobleme trüben aber Suzukis Testauftakt. Bis zum Saisonstart gibt es an der GSX-RR noch einige Baustellen.

Nicht mit dabei war am finalen Testtag in Sepang Ex-Moto2-Weltmeister Pol Espargaro (KTM). Der Spanier musste nach seinem Highspeed-Sturz am Montag aussetzen. Espargaro stürze bei mehr als 250 km/h und klagte über Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit in Armen und Beinen.

KTM mit Aero-Update

KTM sammelte mit Bradley Smith und Mika Kallio Erfahrungen. Erstmals sah man die neue Aero-Verkleidung an der RC16. KTM hat sich an der Konkurrenz orientiert und eine ähnlich radikale Lösung im Kanzelbereich entwickelt. Damit wurde ein weiteres Mal bestätigt, dass das Thema Aerodynamik auch 2018 hoch im Kurs steht.

LCR-Pilot Takaaki Nakagami setzte sich als bester der vier Rookies durch. Der Japaner lag gerade einmal 1,241 Sekunden zurück und nahm Honda-Markenkollege Franco Morbidelli beinahe eine halbe Sekunde ab. Avintia-Pilot Xavier Simeon (Ducati) war knapp zwei Sekunden langsamer als Lorenzo. Tom Lüthi (Honda) stürzte am Dienstag, konnte seine Zeit vom Vortag aber weiter verbessern. Etwa 2,3 Sekunden Rückstand lassen hoffen.

Die Testzeiten aus Sepang (Dienstag):

01. Jorge Lorenzo (Ducati) – 1:58.830 Minuten (48 Runden)
02. Dani Pedrosa (Honda) +0,179 Sekunden (58)
03. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,222 (65)
04. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,339 (51)
05. Jack Miller (Pramac-Ducati) +0,516 (36)
06. Alex Rins (Suzuki) +0,518 (52)
07. Marc Marquez (Honda) +0,552 (75)
08. Valentino Rossi (Yamaha) +0,619 (54)
09. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) + 0,681 (55)
10. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +0,698 (49)
11. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +0,717 (36)
12. Andrea Iannone (Suzuki) +0,785 (62)
13. Aleix Espargaro (Aprilia) +1,132 (52)
14. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +1,241 (54)
15. Alvaro Bautista (Angel-Nieto-Ducati) +1,375 (57)
16. Mika Kallio (KTM) +1,634 (64)
17. Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) +1,696 (55)
18. Maverick Vinales (Yamaha) +1,717 (71)
19. Karel Abraham (Angel-Nieto-Ducati) +1,744 (48)
20. Xavier Simeon (Avintia-Ducati) +1,954 (30)
21. Scott Redding (Aprilia) +1,982 (56)
22. Bradley Smith (KTM) +2,139 (77)
23. Sylvain Guintoli (Suzuki) +2,290 (58)
24. Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda) +2,296 (52)
25. Yonny Hernandez (Tech-3-Yamaha) +2,393 (31)
26. Testbike 3* (Yamaha) +2,555 (17)
27. Testbike 2* (Yamaha) +2,849 (30)
28. Testbike 1* (Yamaha) (0)
29. Pol Espargaro (KTM) (0)
30. Michele Pirro (Ducati) (0)
*Yamaha ist in Sepang mit eigenen Testteam vor Ort. Die drei Bikes werden von Katsuyuki Nakasuga und Kohta Nozane pilotiert.

Text von Sebastian Fränzschky

Motorsport-Total.com
Quelle, Infos, Hintergrundberichte: www.motorsport-total.com/
Motorsport-Total auf Facebook
Motorsport-Total auf Twitter

Dieser Beitrag wurde unter Racing abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.