Maverick Vinales - © Yamaha

© Yamaha – Maverick Vinales schob sich
in den finalen Minuten von Position 15 an die Spitze

Yamaha-Werkspilot Maverick Vinales meldete sich am zweiten Tag des MotoGP-Vorsaisontests in Sepang (Malaysia) zurück. Der Spanier schob sich in den finalen Minuten an die Spitze der Wertung und behauptete sich hauchdünn vor Yamaha-Teamkollege Valentino Rossi.

Aber auch LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow, Ducati-Werkspilot Jorge Lorenzo und Pramac-Ducati-Neuzugang Jack Miller lagen in Schlagdistanz. Gerade einmal 0,154 Sekunden trennten die Top 5.

Zu Beginn des zweiten Testtages kämpften die Piloten mit der geringen Haftung des Sepang International Circuit. Ein Gewitter spülte den Gummi der vergangenen Tage vom Asphalt. Obwohl der Kurs schnell abtrocknete, waren die Grip-Verhältnisse in den ersten Stunden des zweiten Tages schlecht. Erst in der finalen halben Stunde geriet Dani Pedrosa (Honda) Zeit vom Sonntag unter Beschuss. Viele Fahrer attackierten die Tagesbestzeit.

An der Spitze gab es am Montag zahlreiche Änderungen. Erneut gelang es Rossi, die Session anzuführen. Der Italiener behauptete sich zur Mittagszeit mit einer Rundenzeit von 1:59.766 Minuten an der Spitze. Kurz vor 14 Uhr zog Ducati-Pilot Andrea Dovizioso vorbei. Er war aber nur 34 Tausendstelsekunden schneller als Rossi.

Weltmeister Marc Marquez (Honda) knabberte kurz nach 16:30 Uhr zwei weitere Tausendstelsekunden von der Bestzeit ab und übernahm die Führung. Etwas mehr als eine halbe Stunde behauptete sich der Titelverteidiger an der Spitze. Dann begann in der finalen Stunde der Showdown. Tech-3-Yamaha-Pilot Johann Zarco unterbot Marquez‘ Bestzeit um 0,028 Sekunden und übernahm für etwa zehn Minuten die Spitzenposition.

Dann musste er Platz machen für LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow, der sich deutlich an die Spitze schob. Der Brite verpasste Pedrosas Bestmarke vom Vortag knapp und kam auf 1:59.443 Minuten. Eine Viertelstunde vor Schluss meldete sich Rossi zurück und nahm Crutchlow eine halbe Zehntelsekunde ab. Der Routinier fuhr die bis dahin schnellste Runde des ersten MotoGP-Vorsaisontests. Doch auch diese Zeit wurde schlussendlich noch einmal unterboten. Teamkollege Vinales setzte sich wenige Minuten vor dem Ablaufen der Uhr hauchdünn durch und war 0,035 Sekunden schneller als Rossi.

Schlussoffensive spült Vinales an die Spitze
Vinales hielt sich auch am zweiten Testtag lange Zeit zurück. Im Vorjahr dominierte der Spanier jeden Vorsaisontest, entschied sich vor dem Start der Saison 2018 aber dazu, die Herangehensweise bei den Tests zu ändern. Statt Bestzeiten zu fahren, konzentriert sich Vinales auf lange Stints, die ihm ein Gefühl für die Entwicklungsrichtung der M1 geben sollen.

Wenige Minuten vor dem Ende des zweiten Tages lag Vinales mehr als eine Sekunde hinter Rossi zurück und blieb als 15. hinter den hohen Erwartungen zurück. Doch beim finalen Angriff korrigierte Vinales die bis dahin enttäuschende Position.

„Das Motorrad funktioniert gut, Valentino ist schnell unterwegs“, erkennt Vinales an. „Das ist positiv und beruhigt mich, denn es macht auch meine Arbeit etwas leichter, weil ich weiß, dass das Bike auf eine Runde gesehen schnell ist. Ich habe mich darauf konzentriert, 20 Runden am Stück in einer starken Form zu fahren. Die Rundenzeiten waren konstant.“

Viele neue Aero-Verkleidungen

Yamaha testete am Montag neue Aerodynamik-Teile. Beim Nachsaisontest in Valencia überraschte Yamaha mit einer radikalen Winglet-Variante, die bei den Regelhütern nicht gut ankam. Die Evolution dieser Verkleidung soll den Regeln entsprechen. In starker Form befand sich Tech-3-Pilot Johann Zarco, der den Tag auf Position sechs beendete, obwohl er bereits Interviews gab, während seine Kollegen zur Schlussoffensive übergingen.

Auch bei Honda sah man am Montag neue Aero-Teile. Marquez hinterließ am zweiten Testtag einen starken Eindruck, auch wenn er schlussendlich nur auf Position sieben gelistet wurde. Mit 0,375 Sekunden Rückstand war der Titelverteidiger in Schlagdistanz zur Spitze. Beim finalen Angriff stürzte der Champion, als leichter Regen einsetzte. Ein Abdruck am Hals deutete auf den Sturz hin. Markenkollege Crutchlow hatte weniger als eine Zehntelsekunde Rückstand. Pedrosa lag als Elfter 0,644 Sekunden zurück.

Dass 2018 erneut mit Ducati zu rechnen ist, wurde durch die starken Zeiten von Jorge Lorenzo, Andrea Dovizioso, Jack Miller und Danilo Petrucci bestätigt. Alle vier behaupteten sich in den Top 10. Dovizioso führte die Wertung phasenweise an, hielt sich aus der Schlussoffensive aber heraus. Lorenzo und Miller steigerten sich in der finalen Stunde deutlich und verloren jeweils nur etwa eineinhalb Zehntelsekunden auf die Bestzeit.

Suzuki sucht den Anschluss

Nicht ganz auf dem Niveau von Yamaha, Honda und Ducati befindet sich Suzuki. Andrea Iannone sicherte sich immerhin beim finalen Angriff Platz zehn. Teamkollege Alex Rins rutschte in den finalen Minuten nach hinten und schloss den zweiten Testtag auf der 13. Position ab.

Sehr erfreulich sah es zwischenzeitlich für KTM aus. Pol Espargaro schob sich am Nachmittag auf die vierte Position und lag nur eine halbe Sekunde zurück. Nach seinem schnellsten Umlauf stürzte der Spanier in Kurve 4 und verursachte rote Flaggen. Espargaro wurde behandelt und verbrachte den Rest des Tages im Hotel. Bei den Untersuchungen erkannten die Ärzte keine schweren Verletzungen, aber Espargaro klagte über Schmerzen in Armen und Beinen.

Moto2-Champion Franco Morbidelli war am zweiten Tag der schnellste Rookie. Beim finalen Versuch verbesserte sich der Italiener auf Position 17. Gerade einmal 1,307 Sekunden fehlten zur Tagesbestzeit. Teamkollege Tom Lüthi hatte als 27. knapp 2,5 Sekunden Rückstand. Takaaki Nakagami büßte als 21. etwa 1,6 Sekunden ein und Xavier Simeon war als 26. 2,4 Sekunden langsamer als Vinales.

Am Dienstag haben die MotoGP-Piloten noch einmal die Chance, weitere Erfahrungen in Sepang zu sammeln.

Die Testzeiten aus Sepang (Montag):

01. Maverick Vinales (Yamaha) – 1:59.355 Minuten (68 Runden)
02. Valentino Rossi (Yamaha) +0,035 Sekunden (39)
03. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,088 (65)
04. Jorge Lorenzo (Ducati) +0,143 (44)
05. Jack Miller (Pramac-Ducati) +0,154 (44)
06. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +0,347 (48)
07. Marc Marquez (Honda) +0,375 (68)
08. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,377 (32)
09. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) + 0,392 (46)
10. Andrea Iannone (Suzuki) +0,562 (57)
11. Aleix Espargaro (Aprilia) +0,570 (47)
12. Dani Pedrosa (Honda) +0,644 (56)
13. Alex Rins (Suzuki) +0,687 (56)
14. Pol Espargaro (KTM) +0,907 (22)
15. Tito Rabat (Avintia-Ducati) +1,151 (48)
16. Bradley Smith (KTM) +1,165 (42)
17. Franco Morbidelli (Marc-VDS-Honda) +1,307 (36)
18. Mika Kallio (KTM) +1,346 (51)
19. Alvaro Bautista (Angel-Nieto-Ducati) +1,373 (58)
20. Karel Abraham (Angel-Nieto-Ducati) +1,559 (53)
21. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +1,597 (51)
22. Sylvain Guintoli (Suzuki) +2,037 (46)
23. Scott Redding (Aprilia) +2,101 (51)
24. Testbike 3* (Yamaha) +2,125 (37)
25. Yonny Hernandez (Tech-3-Yamaha) +2,199 (49)
26. Xavier Simeon (Avintia-Ducati) +2,334 (41)
27. Tom Lüthi (Marc-VDS-Honda) +2,455 (47)
28. Testbike 2* (Yamaha) +3,218 (33)
29. Michele Pirro (Ducati) (0)
30. Testbike 1* (Yamaha) (0)
*Yamaha ist in Sepang mit eigenen Testteam vor Ort. Die drei Bikes werden von Katsuyuki Nakasuga und Kohta Nozane pilotiert.

Text von Sebastian Fränzschky

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