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© GP-Fever.de – Rossi glücklich über Platz drei: Am Sonntag warten 23 Runden auf ihn

Nach nur 23 Tagen Abstinenz schaffte Valentino Rossi im Qualifying zum Rennen in Aragon eine kleine Sensation.

Der „Doktor“ kam trotz seiner Beinverletzung immer besser in Fahrt und verfehlte die Pole-Position um knappe zwei Zehntelsekunden. In 1:47.815 Minuten stellte er seine Yamaha M1 in die erste Startreihe und bewies damit, dass ihn auch ein gebrochenes Bein nicht aufhalten kann.

Der 38-Jährige weiß jedoch: „Morgen wird bestimmt der schwierigste Tag werden.“

Seine schnelle Rundenzeit in Q2 war selbst für den neunfachen Weltmeister eine Überraschung. Er musste sich nur seinem Teamkollegen Maverick Vinales und Jorge Lorenzo geschlagen geben. Er rekapituliert: „Ich wusste nicht, was ich erwarten soll. Vor einer Woche habe ich damit spekuliert, ob es möglich wäre, hier in Aragon zu fahren. Ich habe dann ein paar Runden auf der R1 gedreht, um zu verstehen, ob ich fahren könnte – mit starken Schmerzen. Ich hatte Glück, weil sich das Bein jeden Tag verbesserte.“ Bereits am Freitag fühlte er sich in den ersten beiden Trainings besser als noch beim Test am Dienstag.

„Gestern im Regen zu fahren, war nicht so schlimm. Ich habe den Schmerz nicht wirklich gespürt, aber ich wusste nicht, wie es sich im Trockenen verhalten würde.“ Rossi reihte sich auf der 20. Position im Freitagsergebnis ein. Im dritten Training, das am Samstagvormittag auf trockener Piste stattfand, konnte er mit Platz zehn knapp das Ticket für Q2 lösen. „Auch heute Vormittag fühlte ich mich gut. Ich konnte fahren, natürlich unter Schmerzen, aber es war nicht so schlimm, ich konnte mich konzentrieren.“ Während er Freitagmorgen noch starke Schmerzen beim Aufwachen hatte, war es am Samstag bereits deutlich besser, bestätigt Rossi.

Nachhilfe mit Schmerzmittel: „Ich nehme eine Pille“
In der Pressekonferenz nach der Zeitenjagd verrät er auch, dass er medizinisch nachhilft: „Ja, ich nehme Schmerzmittel, weil es ohne schwierig wäre, die Stiefel anzuziehen und ich würde zu sehr leiden. Ich nehme welche, aber nur eine Pille.“ Seine Position auf dem Bike hat sich durch die Verletzung am rechten Bein kaum verändert, hält er fest. Gestern sei er noch mit einer speziellen Anfertigung gefahren, am Samstag bereits wieder in normaler Position. „Wir haben den Sitz etwas höher gestellt und die Fußraste niedriger. Aber ich wusste sofort, dass meine ursprüngliche Sitzposition ausreichen würde.“

„Leider kann ich meinen Fuß nicht in die gewohnte Position geben, wenn ich in eine Linkskurve fahre. Er steht etwas offener weg und es ist dadurch schwieriger, die Hinterbremse zu betätigen. In Misano musste ich mich am Dienstag noch viel mehr anstrengen, um die Richtung zu wechseln, weil die Drehung des Schienbeins viel mehr schmerzte“, vergleicht er zufrieden. Zwar sei die Position auf dem Bike „nicht perfekt“, aber ziemlich nahe dran.

Dennoch könne er nicht sein Maximum fahren, muss der Italiener ebenfalls zugeben. „Man muss sich Runde um Runde, Session für Session steigern. Außerdem an der Abstimmung des Bikes arbeiten. Natürlich habe ich versucht, keinen Fehler zu machen. Daher bin ich größere Abstände gefahren.“ Seine Erfahrung aus 300 MotoGP-Starts hilft dem Routinier in solch einer Ausnahmesituation. „Ich hatte bereits viele Verletzungen in meiner Karriere, wie auch die anderen Piloten. Es hängt oft sehr viel damit zusammen, wie viel Schmerz du beim Fahren spürst.“

Vergleich mit 2010: „Diesmal bereits nach einem Tag allein aufs WC“

Manchmal seien kleinere Verletzungen an der Hand oder einem Finger viel ärgerlicher: „Die haben mich viel schlimmer beeinträchtigt beim Fahren, weil man das immer spürt.“ Außerdem hat er auch Erfahrung im Umgang mit seiner aktuellen Verletzung, 2010 verletzte er sich im Qualifying in Mugello an selber Stelle. Damals sei sein Zustand schlechter gewesen. „Man könnte fast sagen, dass ich auf diesem Gebiet jetzt schon Erfahrung habe“, muss Rossi schmunzeln.

Er bedient sich eines simplen Vergleichs: „Beim letzten Mal konnte ich erst nach fünf Tagen allein auf die Toilette gehen, diesmal schon nach einem Tag.“ Diesmal seien die Schmerzen nach der Operation außerdem kleiner gewesen, da diese „perfekt“ ausgeführt wurde. „Die Operation wurde bereits in der ersten Nacht durchgeführt, da der Arzt von Bologna nach Ancona kam. Bereits am nächsten Tag stand ich wieder auf.“ 2010 lag er eine Woche im Krankenhaus, diesmal nur zwei Tage.

Text von Maria Reyer

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