Matteo Flamigni und Valentino Rossi - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Matteo Flamigni und Valentino
Rossi sind seit vielen Jahren ein eingespieltes Team

Obwohl Valentino Rossi im Verlauf der Wintersaison immer wieder das mangelhafte Elektronik-Set-up seiner Yamaha M1 beklagte und die Konkurrenz von Honda und Ducati in diesem Punkt deutlich im Vorteil sah, konnte sich der Italiener beim MotoGP-Saisonauftakt in Katar über einen dritten Platz freuen.

Der Reifenabbau, der Yamaha vor allem in der zweiten Rennhälfte oft zurückwarf, schien diesmal kein Problem zu sein.

Dennoch betonte Rossi auch danach, dass an der Elektronik weiter gearbeitet werden müsse, um vor allem die Beschleunigung zu verbessern. Dabei arbeitet der Italiener eng mit Matteo Flamigni zusammen, der Rossi seit vielen, vielen Jahren als Dateningenieur zur Seite steht. Ende 1999 von Max Biaggi ins Yamaha-Werksteam geholt, steht Flamigni seit 2004 in den Diensten von Rossi und machten auch die beiden Ducati-Jahre mit.

„Ein sehr guter Punkt zwischen mir und Valentino ist, dass ich ihm gleich zu Beginn alles über die Elektronik erklärt, wie das System funktioniert, welche Parameter wir verändern können“, blickt der Telemetrie-Experte im Gespräch mit ‚MotoGP.com‘ auf die Anfänge zurück. „Jetzt ist es für ihn sehr einfach zu erklären, was er will und von der Software braucht. Er kennt die Software gut genug, um mir in wenigen Worten zu sagen, was er will.“

Das erleichtere die Zusammenarbeit ungemein, betont Flamigni. Man sei über die Jahre gewissermaßen zusammen gewachsen und mittlerweile ein eingespieltes Team. „Normalerweise ist Valentino sehr direkt darin, mir zu sagen, was er braucht, um auf dem Motorrad schneller zu sein“, erzählt der Italiener. „In jedem Training fragt er mich Dinge, will diese Kurve verbessern, will die Motorbremse, die Traktionskontrolle verbessern.“

„Darauf kann ich meist sofort reagieren. Wir funktionieren da sehr gut zusammen. Er hört mir auch sehr genau zu. Wenn ich etwas in den Daten sehe, dass sich verbessern lässt, mache ich einen Vorschlag und er ist normalerweise einverstanden, im Training etwas Neues auszuprobieren“, so Flamigni weiter. Oft gebe es mehrere Möglichkeiten, manchmal müsse man raten, nach dem Prinzip „Trial and Error“, räumt der Dateningenieur ein.

Letztlich bekomme man so mit jedem Training eine klarere Idee davon, was passieren wird, wenn es zum Beispiel zu kalt oder zu heiß ist. Entsprechend werden die Einstellungen ausgewählt. „Valentino weiß dabei immer, welches Mapping ich in die Steuereinheit des Motorrades einspiele. Das muss er auch wissen“, erklärt Flamigni. Er verrät: Normalerweise kommen drei solcher Mappings in einem Rennen zum Einsatz.

„Manchmal wechselt man das Mapping auch nur zweimal, wenn der Reifen nicht so sehr abbaut, aber in der Regel dreimal“, sagt Flamigni und spricht Rossi in diesem Punkt ein Lob aus: „Er wechselt immer im richtigen Moment. Wenn sich für Valentino etwas anders anfühlt als in den ersten drei, vier Runden, weiß er, dass der Hinterreifen nachgibt oder sich die Bedingungen verändern. Er ist in der Lage, das zu antizipieren.“

Text von Juliane Ziegengeist

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