Scott Redding - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Scott Redding zeigte in Assen, Most und Navarra starke Leistungen

(Motorsport-Total.com) – Nach dem Gewinn des Vizetitels im Vorjahr wollte Scott Redding in diesem Jahr die WSBK-Krone an sich reißen und Ducati damit den ersten Titel seit 2011 bescheren.

Doch das Unterfangen kam vom Kurs ab, als Redding in Misano und Donington viele Punkte auf Jonathan Rea (Kawasaki) und Toprak Razgatlioglu (Yamaha) verlor. Der WM-Titel schien bereits außer Reichweite, doch nach zwei sehr starken Wochenenden in Most und Navarra ist Redding wieder voll in den Kampf um den Titel involviert.

In Navarra verringerte Redding den Rückstand von 50 auf 38 Punkte. „Ich bin mit dem Wochenende sehr zufrieden. Ich gewann zwei Rennen und holte eine Uhr, was ein netter Bonus ist“, freut er sich über die Siege in Lauf eins und im Superpole-Rennen. „Es hat Spaß gemacht an diesem Wochenende. Wir änderten nicht viel am Motorrad und fuhren einfach viele Runden.“

Für die beiden Siege und den zweiten Platz im finalen Rennen musste Redding aber hart kämpfen. Jonathan Rea und Toprak Razgatlioglu gingen gewohnt aggressiv zu Werke. „Es war ein harter Kampf. Im Superpole-Rennen ging es ziemlich heftig zur Sache. Und auch zu Beginn des zweiten Rennens wurde sehr hart gefahren. Dann beruhigte sich die Situation“, berichtet Redding.

Scott Redding setzt sich klar gegen Jonathan Rea durch
In Lauf zwei fuhr Redding lange auf Position drei. „Ich jagte Jonathan. Toprak konnten wir nicht wirklich einholen. Der Rückstand blieb gleich. Ich übte Druck aus, um an Jonathan dran zu bleiben. Ich wollte Zweiter werden. Gleichzeitig musste ich aufpassen. Er machte einige Fehler. Ich nutzte einen Fehler und zog vorbei. Ich versuchte, ob ich Toprak einholen kann. Doch dafür war es zu spät“, erklärt der Ducati-Pilot.

„Ich hätte fünf Runden eher (an Rea) vorbeigehen müssen. Dann hätte ich den Rückstand (auf Toprak) aufholen können. Das Team hat toll gearbeitet. Ich bin sehr zufrieden“, bilanziert der WM-Dritte, der zuletzt einige Erfolgserlebnisse feiern durfte.

„Das Verrückte ist, dass das Motorrad im Vergleich zu Donington unverändert ist“, bemerkt Redding und gesteht: „Ich überfuhr das Motorrad ein bisschen zu stark, als die Saison startete. Ich spürte Druck und fühlte mich gestresst. Nach Donington sagte ich mir, dass ich mich entspannen muss. Ich wusste, dass ich das Potenzial habe, um Rennen zu gewinnen. Warum sollte ich mich so stressen?“

Zu viel Druck und zu hohe Erwartungen zu Saisonbeginn
„Bis auf ein paar Klicks hier und da haben wir das Motorrad seit Assen nicht verändert. In Most war es identisch und hier auch. Gut ist, dass ich bei verschiedenen Temperaturen stark war. Wenn wir so weitermachen können, dann kann das für das Ende der Meisterschaft gut sein“, schaut Redding auf die ausstehenden Rennen.

Mit dem Geständnis, zu Saisonbeginn zu viel gewollt zu haben, überraschte Redding in Navarra einige seiner Fans. „Ich wollte einfach zu viel. Manchmal will ich etwas so sehr, dass ich mein eigener Feind bin. Ich habe auf mich eingeredet und mich dazu gebracht, etwas zu entspannen“, so der Brite. „Wenn ich an Strecken komme, auf denen es nicht so gut läuft, muss ich mich immer wieder daran erinnern. Ich darf nicht versuchen, es zu hart zu wollen.“

Michael Ruben Rinaldi gelingt leichte Steigerung
Ducati-Teamkollege Michael Ruben Rinaldi erlebte in Navarra ein sehr durchwachsenes Wochenende. In Lauf zwei kam er aber deutlich besser zurecht als in den beiden Rennen zuvor und wurde als Siebter gewertet. Damit zeigte Rinaldi eine ordentliche Aufholjagd, denn er ging nur von Startplatz 13 ins Rennen.

„Es waren drei schwierige Tage in Navarra“, fasst der Ducati-Werkspilot zusammen. „Nur heute in Lauf zwei hatte ich ein gutes Gefühl, doch das war zu spät, um ein gutes Ergebnis einzufahren. Wir änderten am Motorrad viele Dinge, doch es funktionierte nur im finalen Rennen.“

„Mit einem Startplatz weiter vorne hätten wir auf Platz vier landen können. Das müssen wir beheben. Wir müssen verstehen, warum wir manchmal kein gutes Gefühl aufbauen können. Wir müssen härter arbeiten. Ich gebe nicht auf. Wenn alles passt, dann sind wir schnell. Wir müssen nur besser arbeiten“, so Rinaldi.

Text von Sebastian Fränzschky

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