Jonas Folger - © Bonovo action powered by MGM Racing

© Bonovo action powered by MGM Racing – Kann sich Jonas Folger für die Superbike-WM empfehlen?

(Motorsport-Total.com) – Jonas Folger stellte beim IDM-Auftakt in Assen klar, dass der Titel nur über ihn gehen wird.

Der ehemalige MotoGP-Pilot holte zwei souveräne Siege und führt die Meisterschaft nach dem ersten von vier Events mit der Maximalpunktzahl an.

Für ServusTV-Experte Stefan Nebel sind Folgers Erfolge in der IDM keine Überraschung. Nebel sieht Folger vom Talent her in der Weltmeisterschaft.

Beim Wildcard-Start beim WSBK-Event in Barcelona kann Folger sein Talent beweisen. Doch wie gut kommt der Yamaha-Pilot mit dem Druck zurecht? „Welchen Druck hat er?“, fragt sich Nebel im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘. „Ganz ehrlich, er hat aktuell gar nichts. Im Moment fährt er in der IDM. Das ist eine Lachnummer.“

„Auf dem Motorrad vom Galinski gegen diese Fahrer? Er muss sie jedes Wochenende eintüten. Ich lach mich tot, wenn es kein Selbstläufer wird. Der Typ kann MotoGP fahren. Das kann er!“, bemerkt Nebel und erinnert an Folgers Podium in der MotoGP: „Auf dem Sachsenring kann er einen Jet fliegen und das 32 Runden lang, ohne Probleme. Das geht aber nur, wenn er im Modus ist. Wenn er sich in diesen Modus bringen kann, dann sollte die IDM ein Kinderspiel werden.“

Stefan Nebel erwartet dominante Siege in der IDM
„Aus meiner Sicht ist es ein Lacher, wenn ich mir anschaue, wie viel Talent er hat, was er schon gemacht hat, wie gut sein Stil auf der 1.000er mittlerweile ist und welche Erfahrung er hat. Aus meiner Sicht muss er in der IDM jedes Rennen klar gewinnen. Wenn er das nicht schafft, dann braucht er auch nicht in die WM. Ganz einfach“, stellt Nebel klar und betont: „Es muss klar sein, wer der Chef in dem Ring ist.“

Mit einem Blick auf die Saison 2021 wird klar, dass bei Yamaha noch ein Platz frei ist. Michael van der Mark verlässt das Werksteam und startet ab der kommenden Saison für BMW. Experten bezweifeln, dass Jonas Folger bei Yamaha andockt. Die besten Karten auf den Platz hat momentan Loris Baz, der sich mit der Ten-Kate-Yamaha immer wieder in Szene setzen kann.

Wechselt Loris Baz ins Yamaha-Werksteam oder kommt Cameron Beaubier?
„Ich kann mir schwer vorstellen, dass Loris Baz von Ten Kate weggeht“, grübelt Nebel. „Das ist meine persönliche Meinung, denn die Truppe ist mega. Es geht sehr privat zu, sie sind klein aufgestellt und Baz will es genau mit so einem Team beweisen. Er fühlt sich dort pudelwohl. Und er hat auch gute Jungs im Team. Die Mannschaft ist klein, aber oho.“

Cameron Beaubier aus der MotoAmerica ist ein weiterer Kandidat. Der Yamaha-Pilot dominiert die Meisterschaft und fährt von Sieg zu Sieg. Von den ersten zehn Rennen konnte Beaubier neun gewinnen. „Beaubier hinterlässt bei mir zu viele Fragen offen“, gesteht Nebel.

„Er ist ein begnadeter Motorradfahrer. Ich bin in Amerika gegen ihn gefahren. Die MotoAmerica verlangt einen anderen Stil. Dieser Stil funktioniert in der WM auf die Dauer nicht so gut. Man muss sich mehr auf die Gegebenheiten einstellen. Dafür braucht man Zeit“, erklärt Nebel. Zudem scheint Beaubiers Interesse an der Superbike-WM ohnehin begrenzt zu sein. In den USA verdient der 27-Jährige mehr Geld und kann regelmäßig um Siege kämpfen.

Jonas Folger ist laut Stefan Nebel ein zukünftiger Weltmeister, aber …
Und wie stuft Nebel Folgers Chancen ein? „Jonas Folger würde ich es mehr als gönnen. Vom Fahrtalent her gibt es keine Zweifel, dass er in der Superbike-WM Weltmeister werden kann. Er ist einer der wenigen Menschen, die vom Talent her Marc Marquez schlagen können. Allerdings ist das Problem bei Jonas Folger, dass er nicht ins Zweifeln geraten darf. Das war schon immer sein Problem“, erkennt Nebel.

„Das ist ein sehr großes Risiko für das Team. Es steht aber außer Frage, dass er es kann, wenn er nicht zu viel nachdenkt. Wenn er sein Talent frei entfaltet, dann ist er erste Wahl“, betont Nebel.

BMW S1000RR komplett anders als die Yamaha R1
Für Michael van der Mark beginnt 2021 auf jeden Fall ein neues Abenteuer. Bei BMW wird der Holländer Teamkollege von Tom Sykes. „Vielleicht braucht er einen Tapetenwechsel. Aus meiner Sicht könnte das sinnvoll sein, um Neues zu erfahren. Die Yamaha und die BMW unterscheiden sich extrem. Größer könnte der Unterschied vom Stil nicht sein“, analysiert Nebel.

„Als Toprak zu Yamaha kam, wusste ich, dass Van der Mark irgendwann geht. Er ist jemand, der das Team im Positiven sehr einnimmt. Er muss das Team hinter sich haben. Doch jetzt gibt es einen anderen Fahrer, der ebenfalls gefeiert wird. Für Van der Mark ist das zu viel Unruhe. Er ist ein sehr entspannter Typ. Er will Nummer-eins-Fahrer sein. Doch das geht nicht auf, wenn der Teamkollege Rea, Razgatlioglu oder Redding heißt. Alle anderen Fahrer sind besiegbar“, bemerkt Nebel.

„Ein Toprak hält gegen den Teamkollegen genauso rein wie gegen alle anderen Fahrer. Ein Van der Mark ist eher ein Teamplayer. Dieses Teamplay funktioniert jetzt anders als in den vergangenen Jahren“, erkennt der ServusTV-Experte.

Text von Sebastian Fränzschky

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