Davide Brivio mit Kevin Schwantz - © www.suzuki-racing.com

© www.suzuki-racing.com – Ex-Suzuki-Teammanager Davide Brivio mit Kevin Schwantz

(Motorsport-Total.com) – Durch Davide Brivios Wechsel in die Formel 1 muss Suzuki ein großes Loch stopfen.

Der ehemalige Teammanager soll bei Suzuki nicht direkt ersetzt werden. Stattdessen möchte Projektleiter Shinichi Sahara Brivios Aufgaben intern aufteilen.

Suzuki-Legende Kevin Schwantz würde dem Weltmeister-Team gern helfen. Doch bisher zeigte der japanische Hersteller kein Interesse, den 500er-Weltmeister von 1993 in die Teamstruktur zu integrieren.

„Ich habe immer gesagt, dass ich Suzuki helfen würde, wenn sich die Gelegenheit bietet. Ich denke aber nicht, dass diese Chance besteht“, erklärt Schwantz im Gespräch mit ‚Bikesportnews‘. Komplett überzeugt ist Schwantz nicht von der Idee, keinen direkten Nachfolger für Brivio zu verpflichten.

„Das wird nicht einfach, doch Sahara hat sehr viel Erfahrung und hat für Suzuki viel gemacht“, kommentiert der US-Amerikaner. „Ich habe meine Hilfe angeboten, doch ich möchte es nicht Vollzeit machen. Das steht fest.“

Brivios Beweggründe, zu Alpine in die Formel 1 zu wechseln, kann Schwantz nachvollziehen. „Ich verstehe Brivios Sicht der Dinge. Es gibt eine neue Herausforderung für ihn“, bemerkt der mittlerweile 56-Jährige aus Housten und prophezeit: „Es wird für ihn eine andere Welt sein.“

Dass Suzuki nach vielen Jahren wieder an der Spitze angekommen ist, sorgte bei Schwantz für große Euphorie. „Es ist jedes Mal etwas Besonderes, wenn Suzuki gewinnt. Da gibt es keinen Zweifel“, so der ehemalige Grand-Prix-Pilot. „Es machte mich stolz, als Suzuki Grands Prix gewann und Joan Mir am Ende der Saison Weltmeister wurde.“

Schwantz genoss die MotoGP-Saison 2020, die deutlich unvorhersehbarer war als die Jahre zuvor. „Der Wettbewerb war richtig eng. Suzukis WM-Titel war fantastisch. KTM gewann ein paar Rennen. Honda hatte Probleme. Und auch Yamaha kämpfte mit Problemen. Unterm Strich war der Wettbewerb großartig“, bilanziert Schwantz.

„Suzukis Leistung war herausragend. Ich dachte, dass Rins derjenige sein wird, auf den man aufpassen muss. Doch dann verletzte er sich am ersten Renn-Wochenende“, blickt Schwantz auf das erste Jerez-Wochenende zurück und lobt Joan Mir, der für Suzuki die WM-Krone sicherstellt: „Joan leistete tolle Arbeit, genau wie Suzuki.“

Text von Sebastian Fränzschky

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