Jorge Lorenzo - © LAT

© LAT – Jorge Lorenzo fährt seiner Form – und Marc Marquez – noch gnadenlos hinterher

(Motorsport-Total.com) – Sieben WM-Titel auf der einen, fünf auf der anderen Seite: Mit der Verpflichtung von Jorge Lorenzo bei Repsol Honda neben Marc Marquez war zu Beginn der MotoGP-Saison 2019 oft von einem „Dream Team“ zu lesen.

Schließlich kann keine aktuelle Fahrerpaarung so viele Titel vorweisen wie die beiden. Doch die Ernüchterung folgte schnell.

Während Marquez die WM nach sieben Rennen mit 37 Punkten Vorsprung auf Ducati-Konkurrent Andrea Dovizioso anführt, konnte Lorenzo in der gleichen Zeit gerade einmal magere 19 Punkte sammeln. Beim Heim-Grand-Prix in Barcelona wurde er zur tragischen Figur, nachdem er in Runde zwei stürzte und Dovizioso sowie die beiden Yamaha-Pilot Maverick Vinales und Valentino Rossi mit aus dem Rennen riss.

Im Nachgang nahm Marquez Lorenzo zwar in Schutz, von einem „Dream Team“ will er aber nichts wissen. „Im Moment hat mein Teamkollege etwas zu kämpfen und ich habe schon während der Winterpause gesagt, als die Leute von einem ‚Dream Team‘ sprachen, dass das nur der Fall ist, wenn man die Saison mit der Triple Crown beendet.“

Marquez lobt Zusammenarbeit mit Honda
Das heißt: Man gewinnt Fahrer-, Team- und Herstellerwertung. In den vergangenen beiden Jahren gelang das Repsol Honda mit Marquez und dessen Ex-Teamkollege Dani Pedrosa. „Das ist das ‚Dream Team'“, bekräftigt Marquez. „Aktuell sind wir gut in der Fahrer-WM und auch bei den Herstellern sieht es nicht so schlecht aus, aber in der anderen Wertung liegen wir schon etwas weiter zurück.“

Der amtierende Weltmeister betont: „Honda arbeitet hart daran, das Motorrad zu verbessern, sodass alle Fahrer in der Lage sind, schnell zu sein und im Spitzenfeld mitzufahren. Ich bin stolz, ein Teil von Honda zu sein, und auch sie zeigen mir immer wieder, wie glücklich sie mit mir sind. Es ist eine gute Beziehung, sie lieben mich und ich liebe sie. Ich könnte mir nichts Besseres vorstellen.“

Ob das auch auf sein Verhältnis zu Teamkollege Lorenzo zutrifft, sei einmal dahin gestellt. Am Rennwochenende in Barcelona waren sich die beiden auf der Strecke jedenfalls nicht immer grün. So kam es gegen Ende des dritten Freien Trainings zu einer Szene, die vor allem Marquez verärgerte, der das Lorenzo auch deutlich spüren ließ.

Ärger in Barcelona: Lorenzo erklärt sich
Der Spanier stand dem Weltmeister auf seiner letzten fliegenden Runde nämlich im Weg, was dazu führte, dass dieser den Versuch abbrechen musste und als Neuntschnellster den direkten Q2-Einzug nur knapp schaffte. Das hätte auch schiefgehen können, weshalb Marquez noch auf der Strecke wütend in Richtung Lorenzo gestikulierte.

„Jorge hat sich bei mir entschuldigt, weil er mich in Kurve 3 behinderte. Ich wurde wirklich sauer, weil mir bewusst war, dass meine Runde nur geradeso für den Einzug in Q2 reichte“, erklärt Marquez und erinnert: „Ich wurde dafür im vergangenen Jahr zweimal bestraft. Deshalb hoffe ich, dass, wenn ich der Leidtragende bin, alle von uns gleich behandelt werden.“ Lorenzo erhielt jedoch keine Strafe.

Der wiederum betont: „Alle Fahrer sind immer sehr darauf konzentriert, eine schnelle Runde zu fahren. Und manchmal, wenn man es nicht durchziehen kann, ist es schwierig, von der Linie wegzugehen, weil es nicht so viele Optionen gibt. Manchmal lässt es sich einfach nicht vermeiden, wieder zurück auf die Linie zu gehen, man hat keine Wahl.“

Genau das sei in der Situation mit Marquez der Fall gewesen. „Ich wollte eine weitere schnelle Runde fahren, verpasste aber in der ersten Kurve die Ideallinie“, erklärt Lorenzo. „Bevor ich aus dem Weg gehen konnte, müsste ich noch einmal über die Linie. Ich wusste nicht, dass Marc da ist. Ich wusste nur, dass Oliveira da war, weil ich ihn auf der Geraden überholt hatte. So ist es passiert.“

Text von Juliane Ziegengeist, Co-Autor: Oriol Puigdemont

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