WSBK Test Jerez - © Ducati

© Ducati – Die WSBK-Piloten können am Mittwoch und am Donnerstag Erfahrungen sammeln

(Motorsport-Total.com) – In dieser Woche treffen die Piloten der Superbike-WM zum ersten Mal im neuen Jahr aufeinander.

Beim zweitägigen WSBK-Test in Jerez sind alle fünf Hersteller mit ihren Werksteams vertreten.

Sah man in der vergangenen Saison viele verstreute Tests, so konnten sich die Teams in dieser Vorsaison auf Grund des zeitigeren Saisonstarts auf zwei wichtige Tests einigen.

Nach dem Kräftemessen in Jerez folgt in der kommenden Woche ein Test in Portimao (31. Januar – 1. Februar), bevor das Material auf die Reise nach Australien geht, wo Ende Februar auf Phillip Island das erste Event stattfindet. Vor dem Saisonauftakt können die Fahrer und Teams zwei weitere Tage lang testen (20./21. Februar).

Ducati Panigale V4R: Der Weltmeister erhält ein neues Superbike
Ducati ist einer von zwei Herstellern mit einem neuen Basis-Motorrad. Die Panigale V4R wurde nach vier Jahren einer Modellpflege unterzogen und erhielt in der Serie einen neuen Motor. Zudem änderte Ducati die Verkleidung. Die Rennversion wurde im Rahmen der Ducati-Präsentation am Montag gezeigt. Auffälligstes Merkmal ist ein neuer Auspuff, der unter dem Heck endet.

Titelverteidiger Alvaro Bautista rechnet nicht mit großen Änderungen im Fahrbetrieb, doch Ducati-Corse-Chef Luigi Dall’Igna spricht von einem komplett neuen Motorrad. Neben den beiden Ducati-Werkspiloten wird auch Philipp Öttl mit der 2023er-Maschine Erfahrungen sammeln.

Mit Spannung erwartet wird auch der erste WSBK-Test von Ex-MotoGP-Pilot Danilo Petrucci. „Ich kann es kaum erwarten, wieder auf ein Motorrad zu steigen“, bemerkt der Barni-Ducati-Neuzugang, der das Team wieder näher in Richtung Spitze bringen soll.

„Ich fuhr seit Oktober nicht, seit meiner Wildcard in der MotoGP. Doch ich fühle mich gut in Form und bin bereit, die Panigale V4 zu testen und die Arbeit mit dem Team aufzunehmen. Ich habe keine Erwartungen, doch wir werden sicher unser Bestes geben“, so Petrucci.

Was können Yamaha und Kawasaki noch verbessern?
Bei den ehemaligen Champions von Yamaha und Kawasaki gibt es für die Saison 2023 keine großen Neuerungen. Die Rennteams müssen versuchen, die bereits sehr weit entwickelten Superbikes mit neuen Details noch konkurrenzfähiger zu machen. Vor allem für Kawasaki ist das alles andere als einfach, denn die ZX-10RR ist in die Jahre gekommen.

„Ich freue mich, wieder aufs Motorrad zu steigen, denn beim Test im Dezember war ich nicht besonders motiviert“, gesteht Rekord-Champion Jonathan Rea. „Wir mussten damals einige Entscheidungen treffen, was bestimmte Teile angeht. Die Jungs hatten Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.“

„Wir haben einige neue Mitarbeiter im Team für 2023“, bemerkt Rea. „Natürlich kann das Wetter im Januar so oder so sein, doch wir hoffen, dass es trocken bleibt und wir an unserer Ninja ZX-10RR arbeiten können.“

Die aktuellen Wetteraussichten machen Mut. Es werden Sonnenschein und trockene Bedingungen vorausgesagt. Doch vor allem am Morgen dürfte es kalt sein, denn in der Nacht kratzen die Temperaturen am Gefrierpunkt.

Neue Arbeitsabläufe bei Kawasaki sollen Siege ermöglichen
Kawasaki-Teammanager Guim Roda ist motiviert, die WSBK-Krone zurückzuholen: „In den beiden zurückliegenden Jahren mussten wir erkennen, dass andere Motorräder besser sind und die anderen Teams zusammen mit ihren Fahrern besser gearbeitet haben als wir. Das haben wir erkannt und bestmöglich an unseren Schwächen gearbeitet.“

„Um unsere vorhandenen Werkzeuge besser nutzen zu können, haben wir die Arbeitsabläufe des Teams neu aufgestellt und neue Mitarbeiter verpflichtet, um die Ziele zu erreichen. Parallel dazu haben Kawasaki, Showa und die vielen Zulieferer hart gearbeitet, um uns neue Teile bereitzustellen“, schildert der Kawasaki-Teammanager.

Ebenfalls für Kawasaki unterwegs sein wird WSBK-Rückkehrer Tom Sykes. Der Puccetti-Pilot testete die ZX-10RR bereits vor dem Jahreswechsel und hinterließ einen positiven Eindruck. Im Winter arbeitete Sykes zusammen mit dem Puccetti-Team im Windtunnel.

BMW testet die neue M1000RR mit vier Fahrern
Vor dem Jahreswechsel konnte BMW bereits die 2023er-Version der M1000RR testen. Da das Wetter nicht ideal war, konnten Scott Redding und seine Markenkollegen keine aussagekräftigen Rundenzeiten fahren.

Mit den Werkspiloten Scott Redding, Michael van der Mark sowie dem Bonovo-Duo Loris Baz und Garrett Gerloff verfügt BMW über ein starkes Fahreraufgebot. Bereits im Vorjahr behauptete sich BMW vor Honda. Jetzt wollen die Münchner den Rückstand auf Ducati, Yamaha und Kawasaki verringern.

Honda steht vor der vierten Saison mit der CBR1000RR-R Fireblade. Mit Iker Lecuona und Xavi Vierge verfügt HRC über die gleiche Fahrerpaarung wie im Vorjahr. Gespannt sein darf man, wie stark Honda von den Super-Concessions profitiert, die Änderungen erlauben, mit denen erfolglose Hersteller näher in Richtung Spitze kommen sollen.

Können die WSBK-Rookies die Spitzenfahrer ärgern?
Ebenfalls gespannt sein darf man auf die Rookies der WSBK-Saison 2023. Neben Danilo Petrucci stoßen einige weitere bekannte Namen zum Feld der Superbike-WM.

Aus deutscher Sicht sticht Supersport-Weltmeister Dominique Aegerter ins Auge. Der Schweizer testete zusammen mit GRT-Yamaha-Teamkollege Remy Gardner bereits vor dem Jahreswechsel, konnte auf halbnasser Strecke aber nicht das Limit der R1 ausloten.

Lorenzo Baldassarri ist ein weiterer interessanter Rookie. Der Italiener startet für das GMT94-Team auf einer Yamaha R1. Noch nicht mit dabei ist BSB-Champion Bradley Ray, der erst beim Portimao-Test mit dem Motoxracing-Yamaha-Team testen wird.

Text von Sebastian Fränzschky

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