Herve Poncharal - © Yamaha

© Yamaha - Herve Poncharal stellt Cal Crutchlow dieses Jahr einen Prototypen zur Verfügung

Die Einführung der CRT-Regel hat in der MotoGP für viele Diskussionen gesorgt. Das Fahrerlager hat sich in Befürworter und Gegner aufgeteilt – dazwischen gibt es nur sehr wenig Raum. IRTA-Präsident Herve Poncharal ist ein bekennender Fan dieser Idee. Obwohl der Tech-3-Teamchef noch auf Yamaha-Prototypen setzt, sieht er die Zukunft in der CRT-Regel.

„Sie liegen nicht allzu weit zurück und zeigen, dass es in die richtige Richtung geht. In Katar lag Colin stellenweise nur 0,4 Sekunden hinter Valentino Rossi. Es verwundert einen, wenn man vergleicht, welche Bemühungen Ducati investiert“, wird er von ‚Autosport‘ zitiert. „In Jerez lag Randy de Puniet vor drei Prototypen. Das war der richtige Kurs für die CRTs.“

„Was wir mehr als alles andere benötigen ist ein gesundes Fahrerfeld. Wenn wir die Kosten um 40 oder 50 Prozent senken könnten, das streben wir gerade an, wäre das gut für das gesamte Fahrerlager“, so Poncharal. In der Saison 2012 ist das MotoGP-Feld auf immerhin 21 Motorräder angewachsen. Ohne die CRT-Maschinen gäbe es nur zwölf Prototypen in der Meisterschaft, was eindeutig zu wenig wäre.

Ab 2015 nur noch CRT-Maschinen?

Die Angleichung der beiden Motorrad-Konzepte ist keine leichte Aufgabe. Poncharal hätte nichts dagegen, alles auf eine Karte zu setzen und in Zukunft nur noch CRT-Motorräder zuzulassen: „2012 ist das erste Jahr für die CRTs und das erste Jahr der 1.000er, es wird auf der Strecke also noch Potenzial geben. 2013 und 2014 werden die letzten beiden Jahre der Prototypen sein, es sollte also eine Regel für alle geben. Das müssen wir anstreben.“

Eine Reduzierung der Rennen würde aus Kostensicht keinen Sinn machen: „Umso mehr Rennen wir fahren, desto mehr Geld nehmen wir ein“, schildert der Tech-3-Teamchef. „Es gibt drei große Bereiche der Finanzierung. Das sind die Sponsoren, die TV-Rechte und die Grand Prix‘. Die Rennen laufen gut, doch die anderen beiden Bereiche haben zu kämpfen. Wir müssen also an den 18 Rennen festhalten.“

„Es gibt keinen Plan, mehr zu veranstalten, doch es wird in Europa und Spanien weniger Rennen geben, dafür gehen wir aber nach Argentinien und machen in den USA ein Rennen mehr. Wir wissen, dass es am Horizont noch Indien und andere Länder gibt“, so Poncharal.

Poncharal sieht eine große Chance

Dass sich die MotoGP gerade in einer schwierigen Lage befindet, weiß auch der IRTA-Präsident Poncharal. „Die kurzfristige Zukunft sieht schwierig aus, doch schwierige Situationen führen manchmal zu richtigen Entscheidungen“, erläutert er. „Es sind die Entscheidungen, die man nicht getroffen hätte, wenn alles okay ist.“

„Die Moto2- und Moto3-Rennen sind sehr spannend. Es war also klar der richtige Schritt. Man hat mehr Leute in den Startaufstellungen und alle Teammanager und Fahrer sind zufrieden. Zudem ist die Meisterschaft offener und günstiger“, berichtet Poncharal. „Es gab etwa 100 Nennungen für die Moto2. Das Auswahlkomitee musste sich für 32 entscheiden.“

„Das zeigt, dass diese Klasse sehr spannend und interessant ist. Die MotoGP hat nun 21 Motorräder in der Startaufstellung. Es ist eine gute Show“, bemerkt der Franzose. „Die Meisterschaft entwickelt sich in die richtige Richtung, doch die höchste Klasse muss günstiger werden.“

Text von Sebastian Fränzschky

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