Cal Crutchlow  © Tech 3

© Tech 3 – Cal Crutchlow hat in den vergangenen drei Jahren hart für die Erfolge gearbeitet

Nur wenigen Fahrern gelang der Sprung von der Superbike-WM an die Spitze der MotoGP. Jüngstes Beispiel ist Cal Crutchlow, der nach drei Jahren in der Königsklasse einige Podestplätze vorweisen kann, aber noch auf seinen ersten Sieg wartet.

Der Brite kam 2011 in die MotoGP und erlebte eine durchwachsene erste Saison. 2012 schaffte Crutchlow eine deutliche Steigerung und auch 2013 legte er zu und fuhr eine starke erste Saisonhälfte. Die Umstellung war nicht einfach. Im Laufe seiner Rookie-Saison hätte der 28-Jährige beinahe das Handtuch geworfen.

2012 startete er wie verwandelt. „Ich hatte Zeit und konnte über den Winter reflektieren, was ich tun muss“, blickt Crutchlow bei ‚Crash.net‘ zurück auf eine entscheidende Phase seiner Karriere. „Ich kam stärker zurück. Ich hörte meiner Crew zu. Sie sagten, dass ich dies und jenes tun müsse. Ich kam dann nach Sepang und begann es auch zu tun.“ Es war der richtige Weg, denn die ersten Rennen 2012 beendete er als Vierter. Es folgten zahlreiche spannende Duelle mit seinem damaligen Tech-3-Teamkollegen Andrea Dovizioso.

Im Vergleich zu Fahrern wie Marc Marquez und Jorge Lorenzo ist Crutchlow nicht die kleinen Klassen durchlaufen. Er zählte auch nicht zu den Teenagern, die mit 18 Jahren auf eine lange Karriere zurückblicken können. Da sich Crutchlow auch von 2012 auf 2013 gesteigert hat, hofft er, dass dieser Trend weiterhin anhält. „Mein Fahrstil ist nicht perfekt und ich versuche mich immer zu verbessern. Es ist sehr schwierig. Ich glaube nicht, dass ich so talentiert bin wie die anderen Jungs.“

„Ich bin nicht auf einem Motorrad aufgewachsen. Ich bin auch nicht als Fahrer aufgewachsen. Ich begann erst mit 14. Die anderen Jungs sind schon im Alter von drei Jahren oder so ähnlich gefahren“, vergleicht sich Crutchlow mit den unzähligen spanischen Fahrern. „Ich muss etwas härter arbeiten, aber das macht es umso schöner, wenn wir ein Resultat erzielen. Ich bin mehr ein natürlicher Fußballer als ein natürlicher Motorradrennfahrer. Ich passe aber jedes Jahr meinen Stil etwas mehr an und werde etwas stärker.“

Einfach war es für Crutchlow nie, doch er kämpfte sich durch. „Im Jahr 2011 erreichte ich nach fünf oder sechs Rennen einen Punkt. Wenn mir damals jemand einen Job in der Superbike-WM angeboten hätte, dann hätte ich ihn genommen. Ich hatte aber einen Zweijahresvertrag und war felsenfest davon überzeugt, dass ich dieses Motorrad nicht fahren kann. Ich war an einem schlechten Platz in meiner Karriere.“

„Ich war in der Superbike-WM konkurrenzfähig und war im Grand-Prix-Sport im Nirgendwo. Im zweiten Jahr war ich dann konkurrenzfähig, aber das hat viel Arbeit benötigt. Ich benötigte viel Selbstvertrauen, damit ich erarbeiten konnte, was ich brauche damit ich schneller werde. Es scheint in jedem Jahr besser zu werden, also ist das hoffentlich auch im nächsten Jahr der Fall.“ Im kommenden Jahr fährt Crutchlow für Ducati und trifft erneut auf Dovizioso.

Text von Gerald Dirnbeck

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