Casey Stoner © Repsol

© Repsol - Casey Stoner hadert wieder einmal mit den Bridgestone-Reifen

Trotz zwischenzeitlicher Führung musste sich Casey Stoner auch beim MotoGP-Rennen in Silverstone seinem Dauerrivalen Jorge Lorenzo geschlagen geben.

Mit Rang zwei sorgte der Australier jedoch immerhin dafür, dass sein Konkurrent die Führung in der WM nur um fünf Punkte ausbaut. Die 25 Punkte Vorsprung Lorenzos entsprechen jedoch schon einem Grand-Prix-Sieg. „Heute hätten wir mehr Punkte verlieren können, als es letztlich der Fall war, daher bin ich mit dem zweiten Platz recht glücklich. Aber wir müssen uns steigern, keine Frage“, sagt Stoner nach dem Rennen.

Zu Beginn war Stoner erster Verfolger von Yamaha-Pilot Ben Spies, der in den ersten Runde das Tempo bestimmte. „Er war sehr schnell, aber meiner Meinung nach zu schnell“, äußert der 26-Jährige Zweifel an der Renneinteilung des US-Amerikaner. Dennoch war er von dessen Tempo durchaus beeindruckt. „Ich musste enorm viel Druck machen, um auf Ben aufzuholen, vor allem auf der Bremse. Das hat mir zu Beginn einige Sorgen gemacht.“

Doch dann wurde der Zweikampf durch einen Fahrfehler des Yamaha-Piloten, der in einer Linkskurve weit nach außen getragen wurde, entschieden. „Ben hat dann einen kleinen Fehler gemacht und ich konnte innen durchschlüpfen“, beschreibt der Weltmeister die Szene. „Ab dann ging es nur noch darum, so spät wie möglich zu bremsen und die Leute hinter mir zu halten, denn wir waren heute einfach nicht schnell genug.“ Da lag vor allem an schnell nachlassenden Hinterreifen.

Hinterreifen nach wenigen Runden zerstört

„Irgendetwas hat mit der linken Seite des Hinterreifens nicht gestimmt. Ab der dritten oder vierten Runde hat der Reifen rapide abgebaut“, sagt Stoner, der das Problem nicht bei Honda, sondern beim Reifenlieferanten Bridgestone sieht. „Jedes Motorrad hätte diesen Reifen innerhalb weniger Runden zerstört, es gab keine Chance, ihn über die Renndistanz zu bringen. Mit etwas mehr Grip auf der Strecke hätte er vielleicht länger gehalten. Er sollte in den letzten fünf Runden kaputtgehen, nicht in den ersten fünf“, übt Stoner deutliche Kritik. „Der Reifen war völlig zerstört. Das ist sehr enttäuschend.“

Dadurch war der Australier auch im Duell um den Sieg chancenlos. „Ich hatte einen kurzen Kampf mit Jorge, aber er war in der Kurve schneller als ich. Das ist ein wenig enttäuschend, denn wir haben mit stumpfen Waffen gekämpft. Es war dann etwas kompliziert für mich, da ich mich auch gegen Dani verteidigen musste. Wir haben einiges am Motorrad geändert, haben die Motoreinstellung beim Bremsen verändert, damit das Motorrad etwas sanfter in die Kurven einlenkt. Ich habe auch meinen Fahrstil etwas umgestellt, was mich schneller machte. Aber das war ein bisschen zu spät.“

Chattering nun am Vorderrad

Nach wie vor ist Stoner auch mit der Abstimmung seiner RC213V unglücklich. „Wir haben beim Test in Barcelona zwar Fortschritte beim Chattering am Hinterrad gemacht, aber am gleichen Tag haben wir am Vorderrad Chattering bekommen. Mit diesem neuen Vorderreifen ist es jetzt extrem.“ Die Reifensituation in der MotoGP macht es Honda noch schwieriger. „Wir hatten unser Motorrad an den Vorderreifen angepasst, aber jetzt gibt es zum dritten Mal in dieser Saison einen neuen Reifen“, beschwert sich Stoner.

Dennoch sei im Kampf um die WM noch keine Vorentscheidung gefallen. „Es ist noch früh“, gibt sich Stoner angeschichts des Vorsprungs von Lorenzo entspannt. „Ich mache mir mehr Sorgen über unsere Pace. Wir werden weiter kämpfen, damit der Rückstand nicht größer wird.“ Die nächste Gelegenheit dazu gibt es in 14 Tagen in Assen, doch auf dieses Rennen blickt Stoner nur verhalten optimistisch. „Ich hatte dort gute und weniger gute Rennen. Im vergangenen Jahr war es dort schwierig, hoffentlich haben wir in diesem Jahr eine bessere Pace. Aber wir müssen erst einige Probleme am Motorrad beheben.“

Text von Markus Lüttgens

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