Luigi Dall'Igna - © Aprilia

© Aprilia – Luigi Dall’Igna beginnt Mitte November die Arbeit in der Rennabteilung von Ducati

Es war die große Nachricht im Rahmen des Malaysia-Grand-Prix: Luigi Dall’Igna wechselt von Aprilia zu Erzfeind Ducati. Dadurch haben die Ducati-Fans wieder einen Grund für Hoffnung.

Wenn der schlaue Stratege am 11. November die Arbeit in Bologna aufnimmt, wird Ducati aller Voraussicht nach drei Jahre ohne Sieg sein. Zuletzt gewann Casey Stoner mit der GP10 ein Rennen. Ab 2011 war die Desmosedici nicht mehr in der Lage, gegen die Honda RC213V und die Yamaha M1 zu bestehen.

Die beiden Werkspiloten der Saison 2014 begrüßen die Verpflichtung von Dall’Igna, der Aprilia mit der RSV4 zu zwei Titeln in der Superbike-WM geführt hat. „Betrachtet man die Ergebnisse in der Superbike-WM, dann läuft sein Motorrad sehr gut“, bemerkt Andrea Dovizioso, der mit Prognosen vorsichtig ist: „Es ist schwierig, das zu beurteilen, weil es eine lange Geschichte ist und sich bereits viele Dinge geändert haben. Ich begrüße diese Änderung, weil wir eine umfassende Veränderung benötigen.“

Was Dall’Igna in der Superbike-WM mit der RSV4 und in der MotoGP mit der ART geleistet hat, verdient Anerkennung. Besonders die Konkurrenzfähigkeit der CRT-Maschine begeistert „Dovi“: „Diese Ergebnisse ohne ein großes Budget zu erzielen ist gut. Ich denke, dass Ducatis Budget im kommenden Jahr besser ist als das, was er gewöhnt ist. Ich werde bald mit ihm sprechen und meine Erfahrungen nach einem Jahr mit Ducati berichten. Ich werde versuchen, meinen Standpunkt zu erklären. Er muss aber auch die Leute und Ingenieure verstehen, die bei Ducati arbeiten.“

Crutchlow erwartet keinen sofortigen Sprung
Noch-Tech-3-Pilot Cal Crutchlow dürfte durch die Verpflichtung von Dall’Igna ein großer Stein vom Herzen gefallen sein. Der Brite musste in den vergangenen Monaten mit ansehen, wie Ducati immer weiter zurückfiel und erfolglos versuchte, die Desmosedici konkurrenzfähiger zu machen. Der ehemalige Supersport-Weltmeister ist sich sicher, dass Dall’Igna nicht die einzige neue Verpflichtung für die kommende Saison sein wird.

„Ich denke nicht, dass Gigis Verpflichtung die einzige war. Da kommen sicher noch mehr Leute nach. Doch es ist viel Zeit nötig“, betont Crutchlow, der nicht davon ausgeht, dass Ducati von heute auf morgen wieder um Siege fahren kann. „Ich denke nicht, dass er viel ausrichten kann, weil er noch immer für Aprilia arbeitet. Doch es ist eine gute Nachricht. Ich bin optimistisch und freue mich. Es ist offensichtlich, dass es Arbeit gibt. Ich denke, Gigi ist der richtige Mann dafür.“

Weniger erfreut über den Deal ist Noch-Ducati-Werkspilot Nicky Hayden, der vor einem Wechsel zu Aspar steht. In der kommenden Saison sollte Hayden ursprünglich mit der verbesserten ART an den Start gehen, die laut Aspar-Teammanager Gino Borsoi pneumatische Ventile und sogar ein Seamless-Getriebe erhalten sollte. Doch durch die Budget-Kürzungen, die der Piaggio-Konzern anordnete, platzte dieser Traum und Dall’Igna entschied sich für das Angebot aus Bologna.

Hayden bekommt allmählich schlechte Laune
„Ducati tut mir einfach keinen Gefallen. Sie entlassen mich nicht nur, sondern holen den Kerl, der mein neuer Technikchef sein sollte“, scherzt Hayden, dessen Vertragsverhandlungen nicht so einfach wie erhofft verlaufen. „Wir wissen nicht, ob Aprilia am Engagement festhält. Es war viel Geld im Spiel bei diesem großen Projekt, ein richtiges MotoGP-Motorrad zu bauen.“ Aspar verhandelt momentan mit Honda und Ducati über Kunden-Motorräder.

„Wir betrachten Honda als eine Option, die langfristig besser sein dürfte“, grübelt Hayden, der von den Änderungen wenig begeistert ist. „In den vergangenen Wochen änderte sich alles. Die Honda-Idee wurde wieder zurückgeholt. Es gibt noch viele Details, die aussortiert werden müssen, wie die Kosten für die Motorräder und die Sponsoren.“ Momentan hält sich die Nachfrage der Kunden-Honda, die ohne die pneumatischen Ventile und das Seamless-Getriebe ausgeliefert wird, in Grenzen.

„Ich habe mit Livio (Suppo, Honda-Teamchef; Anm. d. Red.) von Honda geredet, doch das Team redet mehr mit Honda als ich. Ich muss abwarten, welches Motorrad sie verwenden möchten“, erklärt der Weltmeister von 2006, der das Team von Jorge Martinez momentan als Wunsch-Option einstuft: „Ich habe bei den Aspar-Jungs ein sehr gutes Gefühl.“ Aus Sicht von Ducati sei die Verpflichtung von Dall’Igna aber als positiv einzustufen, meint Hayden. „Gigi genießt ein hohes Ansehen und deswegen war es vermutlich die richtige Entscheidung“, so der enttäuschte

Text von Sebastian Fränzschky

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