Jack Miller - © LCR-Honda

© LCR-Honda – Kein Platz im Werksteam: 2015 bekommt Jack Miller bei LCR nur eine RC213V-RS

Als Mick Doohan 1989 in die Motorrad-Weltmeisterschaft kam, da gab er sein Debüt für Honda direkt in der 500er-Klasse. Gleich im ersten Jahr holte er sein erstes Podium, eine Saison später seinen ersten Sieg und 1994 schließlich seinen ersten von insgesamt fünf WM-Titeln in Serie. Der Australier glaubt daher, dass auch sein Landsmann Jack Miller direkt ins Werksteam der Japaner gehört hätte. Stattdessen parkt HRC den Moto3-Vizeweltmeister zunächst bei LCR, wo er keine RC213V erhält, sondern lediglich die Open-Variante RC213V-RS.

„Es wäre für Jack fantastisch gewesen, Teamkollege von Marquez zu werden“, sagt Doohan gegenüber ‚MCN‘ und erklärt: „Als ich zu HRC kam, war ich zuvor nicht einmal in der 125er- oder 250er-Klasse gefahren. Allerdings macht es den Anschein, dass man (heutzutage; Anm. d. Red.) durch die Moto3 und Moto2 gehen muss. Eine Menge Leute haben zu viel Angst davor, ein Risiko einzugehen. Ich verstehe einfach nicht, warum sie immer den leichten Weg wählen.“

„Marc wird nirgendwo anders hingehen und er ist gerade einmal 21. Warum also nicht jemanden durchbringen? Ich weiß, dass sie das mit Jack im LCR-Team vorhaben, aber was ist der Sinn dahinter? Er wird auf einem Production-Motorrad fahren. Das wird solange gut gehen, solange er die Limitierungen erkennt und sich nicht fragt, warum er nicht vorne mitfahren kann. Das konnte ihm sogar schaden“, so der 49-Jährige.

Er erklärt: „Es kann dich mental fertigmachen, wenn du auf einem Motorrad fährst, das denen der Jungs an der Spitze unterlegen ist. Außerdem ist es physisch eine Herausforderung, denn du versuchst dann, zu viel aus dem Bike herauszuholen. Darum geht es in einem Werksteam. Es liegt komplett an dir, du musst das Motorrad oder die technische Unterstützung nicht infrage stellen.“

Kevin Schwantz, Weltmeister der 500er-Saison 1993, glaubt derweil, dass Miller seinen Weg trotzdem gehen wird. Ein großes Plus sei dabei vor allem sein langfristiger Vertrag: „Das gibt ihm große Sicherheit. Er kann schauen, wie es bei LCR funktioniert, und danach vielleicht Danis (Dani Pedrosa; Anm. d. Red.) Platz übernehmen. Natürlich kann es auch passieren, dass er es nicht in die Top 10 schafft und sich dann mit dem Vertrag den Hintern abwischen kann.“

„Aber auf Anhieb ein Dreijahresvertrag bei HRC ist schon etwas Besonderes. Mick und Casey (Stoner; Anm. d. Red.) haben so etwas nie bekommen“, sagt Schwantz, der allerdings trotzdem nicht nachvollziehen kann, warum HRC im Werksteam weiterhin auf Pedrosa setzt: „Er hat einen guten Job gemacht, aber er hat auch beweisen, dass er keine Titel gewinnen kann. Wer war denn der letzte Kerl, der acht oder neun Jahre bei Honda war, keinen Titel gewann und seinen Job trotzdem behalten durfte?“

Zwar holte Pedrosa zwischen 2003 und 2005 drei Titel in der 125er- beziehungsweise 250er-Klasse, in der MotoGP kam er seit 2006 in mittlerweile neun Anläufen allerdings nicht über drei Vizeweltmeisterschaften hinaus. Auch Doohan findet daher: „Pedrosa hatte eine Menge Möglichkeiten und wenn es darum geht, dass jemand Marc in der Zukunft vom Sockel stoßen soll, dann bin ich mir nicht so sicher, dass Dani der richtige Mann dafür ist.“ Geht es nach dem Australier, könnte dieser Mann hingegen Jack Miller heißen.

Text von Ruben Zimmermann

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