Valentino Rossi, Marc Marquez - © Yamaha

© Yamaha – Marc Marquez wurde von den Rossi-Fans teilweise unschön beschimpft

Der Malaysia-Grand-Prix 2015 wird den MotoGP-Fans noch lange in Erinnerung bleiben. Das Verhalten der Akteure hatte großen Einfluss auf den Ausgang der Meisterschaft.

WM-Leader Valentino Rossi verlor im vorletzten Rennen der Saison die Nerven und brachte sich damit in eine ungünstige Lage für das Saisonfinale. Für sein Manöver gegen Marc Marquez kassierte der Italiener drei Strafpunkte, durch die er beim finalen Grand Prix ans Ende der Startaufstellung gesetzt wurde.

Die Rennleitung hatte in Sepang keine einfache Aufgabe, eine passende Strafe für Rossi festzulegen. Einerseits wollte man das Saisonfinale spannend halten, andererseits musste man Rossi für sein Manöver bestrafen. Die drei Strafpunkte wurden von vielen Experten als eine Art Kompromisslösung wahrgenommen. Im Nachhinein gab es aber reichlich Kritik, weil die Rennleitung nicht während des Rennens handelte.

Was sagt IRTA-Präsident und Tech-3-Teamchef Herve Poncharal dazu? „Ich denke, es war das erste Mal, dass die Rennleitung, die FIM und die Dorna in einem so wichtigen Fall eine Entscheidung treffen mussten“, grübelt er im Gespräch mit ‚Crash.net‘. „Ich würde die Strafe als angemessen einstufen. Sie war nicht zu hart, aber es war eine Bestrafung.“

Doch auch Poncharal wünscht sich in Zukunft schnellere Entscheidungen: „In der Zukunft sollten wir während des Rennens Entscheidungen treffen. Das wäre deutlich besser“, ist er überzeugt. „Im Fußball werden die Tore gezählt, sobald der Schiedsrichter zustimmt. Oder bei einer roten Karte, einer gelben Karte oder einer Strafe. Schaut man sich das Spiel später erneut an, dann kann zweifeln, ob es ein Tor, eine rote Karte oder, gelbe Karte oder nicht war. Doch der Schiedsrichter hat seine Entscheidung getroffen. Man kann es im Nachhinein nicht ändern.“

Zusätzliche Verwirrung gab es durch Rossis Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS). Bis zum Rennwochenende in Valencia war unklar, ob der WM-Leader tatsächlich vom hinteren Ende des Feldes starten muss. „All die Ungewissheit steigerte die Polemik und erhitzte die Situation. Es ging zu weit und war zu brutal“, stellt Poncharal klar.

„Ich sah Bilder und andere Dinge im Internet, die zu weit gingen. Ich möchte mich nicht auf die eine oder andere Seite stellen, doch wenn man von einem Pakt zwischen Marc und Jorge liest oder Bildbearbeitungen sieht, die sie als Pärchen zeigen, dann ist das respektlos“, betont der IRTA-Präsident, der sich bewusst ist, wie mächtig Rossi ist: „Bei einem ’normalen‘ Fahrer ist es einfach, doch nicht wenn es um die Startnummer 46 geht. Er ist so groß. Er ist so berühmt. Er hat so viel Kraft.“

Text von Sebastian Fränzschky

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