Jorge Lorenzo, Marc Marquez - © Yamaha

© Yamaha – Beim Saisonfinale in Valencia hielt Jorge Lorenzo dem enormen Druck stand

Yamaha-Werkspilot Jorge Lorenzo sicherte sich in der abgelaufenen Saison seinen dritten MotoGP-Titel und entthronte damit Marc Marquez, der 2013 und 2014 als Weltmeister beendete.

Doch der Weg zum Titel war für Lorenzo alles andere als einfach. Im Laufe der Saison musste der Spanier immer wieder die Lücke zu Teamkollege Valentino Rossi schließen. Nur ein Mal reisten die beiden Yamaha-Piloten punktgleich zu einem Rennen. Abgesehen vom Großbritannien-Grand-Prix hatte Lorenzo immer Rückstand auf Rossi.

Am schwierigsten schien die Situation nach den Rennen in Katar, Texas und Argentinien zu sein. Rossi holte zwei Siege und einen Podestplatz, während Lorenzo noch kein einziges Top-3-Ergebnis vorweisen konnte. Rossi führte die Fahrerwertung mit 66 Punkten an, Lorenzo kam vor dem Europaauftakt in Jerez nur auf magere 37 Zähler.

„Speziell die ersten drei Rennen waren ein Alptraum“, blickt Lorenzo zurück. „Wir hatten das Potenzial, aber es ist nie etwas dabei herausgekommen. In Katar die Sache mit dem Helm, in Austin war ich nicht richtig fit und in Argentinien hatten wir Probleme mit den Reifen. Kein Podium, 29 Punkte Rückstand, aber dann in Jerez haben wir endlich ein gutes Gefühl erhalten und ich konnte vier Rennen in Folge gewinnen.“

Schwierige Rennen in Silverstone und Misano
„Aber dann gab es einige Rennen, in denen ich aufs Podium gekommen bin und einige, in denen das nicht gelungen ist. Es gab dann einige schwierige Rennen, wie Silverstone im Regen und der Sturz in Misano. Ich habe wieder viele Punkte verloren, aber zum Glück konnten wir sie in den letzten Rennen gutmachen“, berichtet der MotoGP-Champion der Saison 2015.

„So viele Dramen, aber die Meisterschaft gehört uns und das macht mich sehr stolz. Es war eine sehr anspruchsvolle Meisterschaft – vielleicht der härteste Rennsport, den ich in meiner Karriere hatte, weil es viel Druck gab, viele Spannungen in der Startaufstellung und auf dem Motorrad“, bemerkt Lorenzo, der die Saison mit fünf Punkten Vorsprung auf Rossi für sich entschied.

„Es war aus verschiedenen Gründen schwierig. Der erste Punkt war, dass ich nicht verzweifeln durfte, als wir aufgrund der Bedingungen nicht die Resultate geholt haben, die wir hätten haben können wie beispielsweise in Katar, wo wir um den Sieg kämpfen konnten, es uns aber wegen eines Problems nicht gelungen ist. Dann gab es drei Rennen, bei denen ich der Schnellste war und um den Sieg hätte kämpfen können. Doch dann regnete es am Renntag“, erinnert sich Lorenzo.

Das gesamte Team verdient den Titel

„Es war schwierig, da nicht den Glauben zu verlieren und nicht frustriert zu werden. So viele Punkte wieder aufholen zu müssen war nicht einfach“, betont der dreimalige MotoGP-Champion. „Aber schließlich ist es mir gelungen. Ich habe immer dran geglaubt und das Motorrad war von Freitag bis Sonntag perfekt. Ich möchte meinem Team danken, speziell Ramon (Forcada, Crewchief; Anm. d. Red.) und Davide (Marelli, Telemetrie-Ingenieur). Jedes Jahr und jeden Monat werden wir noch besser. Auch allen, die am Motorrad geschraubt haben. Wir sind Weltmeister.“

Nach der Halbzeit der Saison hatte Lorenzo 13 Punkte Rückstand auf Rossi. Nach dem Start der zweiten Saisonhälfte schloss der Spanier bei den Rennen in Indianapolis und Brünn die Lücke zum WM-Leader und reiste punktgleich nach Silverstone, wo er als Favorit ins Rennen ging. Doch das Wetter war gegen Lorenzo. Und auch in Misano war Lorenzo der große Favorit, schwächelte aber bei schwierigen Bedingungen am Renntag.

„Der größte Fehler war wohl das Rennen in Misano“, grübelt Lorenzo. „Ich habe zwei Fehler gemacht: Erstens nicht auf mein Team zu hören, das mich auf dem Pitboard vier- oder fünfmal angewiesen hat, in die Box zu kommen. Der zweite war, die Reifen nicht richtig auf Temperatur zu bringen. Ich wurde nervös, als mich Redding überholt hat und wollte so schnell wie möglich folgen, als der Reifen noch nicht bereit gewesen ist und die Bedingungen schwierig waren.“

Erfolg auf der ganzen Linie für Yamaha
„Hätte ich dieses Rennen gewonnen, wäre ich in Valencia mit einem größeren Vorsprung angereist und hätte etwas ruhiger sein können. Zum Glück hat dieser Sturz nicht den Endstand in der Weltmeisterschaft beeinflusst, aber es wäre beinahe dazu gekommen“, ist sich der Yamaha-Werkspilot bewusst.

Für Yamaha war die Saison 2015 trotz der Kontroversen ein voller Erfolg. Die Hersteller- und die Teamwertung konnten vorzeitig sichergestellt werden. Beim Saisonfinale in Valencia wurde die Fahrerwertung zwischen den beiden Yamaha-Werkspiloten entschieden. Yamaha-Motorsport-Leiter Kouichi Tsuji schwärmt vom Saisonverlauf und bedankt sich bei der harten Arbeit seiner Mitarbeiter.

„Wir haben mit dieser Saison gezeigt, welch großartiger Sport der Motorsport und im speziellen die MotoGP sein kann. Am Ende bin ich sehr glücklich, dass wir mit Jorge den Meister stellen. Wir hatten zwei fantastische Fahrer in unserer Garage und haben uns bemüht, beiden dieselben Voraussetzungen zu geben. Wir sind sehr stolz, den Weltmeister zu stellen“, unterstreicht Tsuji. „Zwei Fahrer gleich zu behandeln ist manchmal sehr schwierig und erfordert viel Einsatz, deshalb möchte ich mich bei allen bedanken, die das ermöglicht haben.“

Text von Sebastian Fränzschky & Gerald Dirnbeck

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