Marc Marquez © Repsol

© Repsol – Marc Marquez hatte bei seinem Sturz in Mugello einen tatkräftigen Schutzengel

Den MotoGP-Fans stockte in Mugello am Nachmittag der Atem: Marc Marquez krabbelte im Kies mit erkennbaren Schmerzen aus der Gefahrenzone. Was war passiert? Der MotoGP-Rookie griff am Ende der Start/Ziel-Geraden zu stark in die Bremse seiner Werks-Honda und blockierte damit das Vorderrad.

Der Top-Speed betrug an dieser Stelle um die 340 km/h. Durch das Lösen der Bremse beruhigte Marquez seine RC213V, doch diese nahm mittlerweile Kurs auf die Mauer, die parallel zur Strecke verläuft.

Der Vorfall aus der Sicht von Marquez: „Ich griff nach der Erhöhung in die Bremse und brachte das Vorderrad zum Blockieren. Ich versuchte, es noch zu retten, doch das Motorrad zog zur Mauer und ich sprang ab, um einen Zusammenstoß zu vermeiden“, berichtet er. Beim Anbremsen war Marquez noch 320 km/h schnell. Als er auf den Boden prallte, hatte der zierliche Spanier eine Geschwindigkeit von 280 km/h. „Ich schlug hart mit dem Kinn auf und zerrte mit den Rücken. Zudem habe ich Prellungen an meiner rechten Schulter, dem Arm und Bein. Doch abgesehen davon geht es mir gut.“

Durch die schnelle Behandlung konnte bestätigt werden, dass sich der junge Spanier keine Brüche zugezogen hat. „Ich muss mich ausruhen und abwarten, wie sich die Schulter am Abend und am Morgen verhält“, bemerkt der momentane WM-Zweite. Betrachtet man die Geschwindigkeit beim Sturz, dann kann der amtierende Moto2-Weltmeister froh sein, mit Schwellungen und Prellungen davongekommen zu sein.

„Wenn man bedenkt, was für einen Sturz er hatte, dann geht es ihm gut“, betont Honda-Teamchef Livo Suppo im Gespräch mit ‚MotoGP.com‘. „Er verletzte sich am Kinn, doch wenn man das Tempo berücksichtigt, mit dem er stürzte, dann hatte er Glück. Er fuhr auf der Geraden bergab. Am Bremspunkt befand sich das Motorrad vermutlich noch zu sehr in Schräglage und er verlor das Vorderrad.“

„Er konnte es retten, doch da befand sich das Motorrad bereits auf dem Gras und war sehr nah an der Mauer. Er sprang vom Motorrad, um der Mauer zu entkommen“, bestätigt Suppo, der noch keine Auskunft geben kann, ob Marquez an diesem Wochenende weiter ins Renngeschehen eingreifen kann oder nicht. „Theoretisch ist nichts gebrochen. Es wäre also möglich, doch wir müssen bis zum Samstagvormittag abwarten, wie es ihm geht.“

Text von Sebastian Fränzschky

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