© IMS - Das MotoGP-Starterfeld war in der Saison 2011 mehr als dürftig

Die MotoGP befindet sich aktuell im Umbruch. Nachdem das Starterfeld seit der ersten MotoGP-Saison immer kleiner wurde, antwortete die Dorna mit der Einführung der CRT-Regel. Dadurch gehen 2012 voraussichtlich 21 Motorräder an den Start. Der quantitative Fortschritt geht allerdings auf Kosten der Qualität. Es ist zu befürchten, dass es in der anstehenden Saison eine Klasse in der Klasse geben wird. Bisher beträgt der Abstand der CRT-Bikes zwischen drei und vier Sekunden pro Runde.

Doch für 2013 könnte das schon anders aussehen. Mit neuen Regeln wird versucht werden, die CRT-Bikes näher an die Prototypen heranzubringen, sollte es 2012 zu einer Zweiklassengesellschaft kommen. 2012 dürfen die CR-Teams bereits doppelt so viele Motoren einsetzen. Zudem können drei Liter mehr getankt werden.

Zu hohe Leasingraten

Carmelo Ezpeleta droht den Herstellern damit, die Leasingraten auf eine Million Euro zu limitieren, damit die Kosten nicht zu sehr ausufern. Bisher verlangen die drei Hersteller etwa drei Millionen Euro für einen MotoGP-Prototypen. Neben den drei Werksteams mit je zwei Motorrädern gibt es 2012 weitere sechs Satellitenmotorräder.

Wohin die MotoGP steuert, lässt sich schwierig vorhersagen. Viele sehen in der CRT-Regel die Zukunft, lassen sich damit Serie und Forschung in einem finanziell vertretbaren Rahmen kombinieren. Teams wie Gresini oder Tech 3 betreiben bereits eine doppelte Entwicklung. So hat sich das Gresini für 2012 dazu entschieden, im Gegensatz zu 2011 nur noch einen Prototypen von Honda zu leasen und das zweite Motorrad unter der CRT-Regel an den Start zu schicken.

Tech 3 setzt in der neuen Saison zwar immer noch auf zwei Yamaha-Prototypen, entwickelt aber parallel einen eigenen Rahmen, den man bereits 2013 zum Einsatz bringen könnte. Teamchef Herve Poncharal ist überzeugt, dass die CRT-Regel die Zukunft der MotoGP ist.

Ducati: Kein passender Motor

Diese Entwicklung geht auch nicht an Ducati vorbei. Die Italiener könnten ebenfalls ein CRT-Bike bauen, sofern sie einen geeigneten Motor hätten. Mit Ausnahme der Desmosedici RR, einer straßenzugelassenen Kleinserie der MotoGP-Maschine, hatte der italienische Hersteller in den letzten Jahren aber keinen Vierzylinder im Programm.

Die Serien-Superbikes 1198 und 1199 Panigale setzen auf den charakteristischen 90-Grad-Zweizylinder mit desmodromischer Ventilsteuerung. Für eine Parallelentwicklung fehlt Ducati damit die Grundvoraussetzung: ein eigener Motor. Ob man nach der Präsentation des neuen Superbikes ein weiteres Sportmotorrad präsentiert, darf stark bezweifelt werden.

„Sicher gibt es andere Meisterschaften, in denen wir wettbewerbsfähige Motorräder zu einem guten Preis anbieten können“, wird Filippo Preziosi vom ‚Sportrider‘ zitiert. Mit Blick auf die Superbike-WM erklärt er: „Das hängt in erster Linie von den Regeln ab. Zudem spielen die Investitionen der Mitbewerber eine Rolle.“

Performance-Limitierung der Prototypen?

„Es ist klar, dass es Quatsch und völlig uninteressant wäre, wenn wir eine Situation hätten, in der CRT-Bikes die gleiche Performance abliefern wie hoch entwickelte Prototypen“, gibt Ducati-Corse-Chef Claudio Domenicali zu bedenken. „Es ist also nicht so einfach und simpel, wie es vermutlich aussieht.“

Sofern die CRT-Bikes nicht aus eigener Kraft den Anschluss an die Prototypen finden, bleibt der Dorna einzig die Leistungsreduzierung der Werksmotorräder übrig. „Wenn man die Performance eines Werksmotorrades limitiert, verlässt der Hersteller die Meisterschaft“, ist sich Domenicali sicher. „Es ist komplex, ein Gleichgewicht herzustellen.“

Text von Sebastian Fränzschky

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