Shuhei Nakamoto © Honda

© Honda - Shuhei Nakamoto und Honda möchten eine preiswerte Alternative anbieten

Die Kostensenkung in der MotoGP wird viel diskutiert. Doch wenn es um die Umsetzung geht, zögerten die Hersteller bisher. Honda ergriff still und heimlich die Initiative und entwickelte hinter den Kulissen der MotoGP ein Motorrad, das zeitnah vorgestellt werden soll. Es handelt sich um eine Art Production Racer des MotoGP-Prototypen RC213V, der aber nicht unter der CRT-Regel starten soll.

„Es ist kein CRT-Bike, viel mehr ein Production-Racer. Es ist eine Replika unseres Prototypen“, stellt HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto gegenüber ‚MotoMatters.com‘ klar. Das Motorrad wird den V4-Motor von Casey Stoners und Dani Pedrosas Einsatzgerät erben, muss aber auf die eine oder andere technische Feinheit verzichten. „Das Motorrad ist billiger. Es ist einfacher, eine bestehende Konstruktion zu verwenden.“

Aus technischer Sicht die größte Einsparung wird beim Getriebe vorgenommen. Das Schalten ohne Zugkraftunterbrechung wird beim Production Racer vermutlich nicht möglich sein. „Das Motorrad wird vermutlich das Standard-Getriebe haben. Über die pneumatischen Ventile denken wir noch nach“, erklärt Nakamoto. Die Getriebe der RC213V sind hochkompliziert und werden von Honda streng bewacht. Bei Schäden werden die Getriebeeinheiten komplett gewechselt, damit die Mechaniker nicht ins Innere schauen können.

In der Vergangenheit der Motorrad-Weltmeisterschaft spielten Production Racer immer wieder eine Rolle. Unvergessen sind die Yamha TZ, Suzuki RG und Honda RS, die für volle Starterfelder sorgten. Aprilias ART-Engagement ähnelt dem Gedanken, den Honda nun verfolgt, auch wenn im Vergleich zur Idee der Japaner beim RSV4-Ableger das seriennahe Triebwerk zum Einsatz kommt.

Honda kann beim geplanten Production Racer deutlich besser auf die Bedürfnisse in der MotoGP eingehen. Während sich die CRT-Teams nach wie vor schwer tun, das Potenzial der Bridgestone-Slicks zu nutzen, kann Honda auf die Erfahrungen der RC213V zurückgreifen und ein ähnlich steifes Chassis bauen. Zudem haben die Japaner deutlich weniger Probleme mit der Standfestigkeit ihrer Motoren als Konkurrent Aprilia, die in der laufenden Saison schon einige Ausfälle hinnehmen mussten.

Solle Hondas Idee Erfolg versprechen, könnte damit die bisher wenig beliebte CRT-Regel komplett gekippt werden. Bisher stellten die seriennahen Motorräder keine Gefahr für die MotoGP-Prototypen dar. Wie konkurrenzfähig Hondas Production Racer sein wird, ist unklar. Es ist aber anzunehmen, dass bei einem vergleichbaren Budget eine deutlich bessere Performance möglich sein sollte.

Text von Sebastian Fränzschky

Motorsport-Total.com
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